Rettungsdienstsymposium des DRK Hessen diskutierte Zukunftsfragen


Wiesbaden (DRK) – In Hohenroda (Kreis Hersfeld) fand am 10. und 11. November 2011 das 11. Rettungsdienstsymposium des DRK-Landesverbandes Hessen statt. Vertreter des DRK und der Gewerkschaft Verdi forderten Novellierung des Rettungsassistentengesetzes.

Gemeinsam mit 500 Teilnehmern aus ganz Deutschland diskutierten Verantwortliche im Rettungsdienst, Politiker, Vertreter von Krankenkassen und der Gewerkschaft Verdi die Einflüsse des demografischen Wandels und des steigenden Kostendrucks auf den Rettungsdienst heute und in Zukunft.

Schirmherr Sozialminister Stefan Grüttner bezeichnete es als wichtige Aufgabe, die Notfallmedizin auch vor dem Hintergrund dieser gesellschaftlichen Entwicklungen auf hohem Niveau zu gewährleisten. Im Zentrum müsse immer der Mensch stehen, trotzdem gebe es auch im Rettungsdienst die Verpflichtung, wirtschaftlich zu sein. Der Sozialminister forderte dazu auf, in Kooperation zu treten und die Zahl von derzeit 25 Leitstellen zu reduzieren. Für und Wider von Großleitstellen in Hinblick auf Qualität und Wirtschaftlichkeit wurde anschließend kontrovers diskutiert. „Was hier der richtige Weg ist“, so Manfred Stein, der als Landesleiter Rettungsdienst die Diskussion leitete, „muss weiter diskutiert werden.“

Neues Rettungsassistentengesetz erforderlich

Ein weiteres zentrales Thema waren die Einflüsse des zu erwartenden demografischen Wandels auf den Rettungsdienst. Die Bevölkerung wird älter, zahlreiche Organisationen konkurrieren um immer weniger junge Menschen. Schon heute zeichnen sich Nachwuchsprobleme im Rettungsdienst ab.

Die Vertreter des DRK und der Gewerkschaft Verdi sind sich einig, dass das über zwanzig Jahre alte Rettungsassistentengesetz dringend novelliert werden muss. Bisher ist der Rettungsdienst kein Ausbildungsberuf und angehende Rettungsassistenten tragen die Kosten der Ausbildung selbst. Um den gestiegenen Anforderungen an das Berufsbild Rechnung zu tragen und den Rettungsassistenten zu einem attraktiven Erstberuf zu machen, ist eine Verlängerung der Ausbildungsdauer von zwei auf drei Jahre notwendig. Der Ausbildung muss ein eigenständiges Berufsprofil zugrunde liegen. Sie muss nicht nur kostenfrei sein, sondern – wie in der Krankenpflege und anderen verwandten Berufen selbstverständlich – vergütet werden. An das zuständige Bundesgesundheitsministerium, von dem trotz herzlicher Einladung kein Vertreter an der Diskussion teilnahm, erging die Aufforderung, den Novellierungsprozess zügig zu einem Ergebnis zu bringen. Ein nun endlich angekündigter Referentenentwurf wird mit Spannung erwartet.

Auch bei den Notärzten zeichnet sich vor allem im ländlichen Raum ein Fachkräftemängel ab. „Hier müssen wir den Ursachen auf den Grund gehen und Konzepte und Lösungen finden, um zum Wohle der Bevölkerung zukunftsfähig zu bleiben“, so Günter Ohlig, verantwortlich für den Rettungsdienst beim DRK Landesverband Hessen.

Trotz aller Schwierigkeiten, mit denen sich der Rettungsdienst als „Spiegelbild seiner Zeit“ konfrontiert sieht, bescheinigte Sozialminister Stefan Grüttner dem DRK, dass es einen wesentlichen Beitrag zum Gesamterfolg der hessischen Rettungsdienste leiste. „Für diese Leistung und für den Einsatz nach dem Gebot der Humanität und zum Wohle unserer Bevölkerung möchte ich mich bei allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern herzlich bedanken“, so der Sozialminister.

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