Rettungsdienstlern in Österreich droht eine Nullrunde


Wien (ots) – „Nein zu einer Nulllohnrunde, ja zu Kampfmaßnahmen, falls auch die nächste Verhandlungsrunde scheitert.“ So lässt sich das Ergebnis der gestrigen gemeinsamen
Betriebsversammlung der Beschäftigten aus dem privaten Rettungsdienst in Wien zusammenfassen.

Nach drei intensiven Verhandlungsrunden fehlt nach wie vor ein Angebot des Wiener Roten Kreuzes für die Lohn- und Gehaltserhöhung 2011 für den Bereich des Rettungsdienstes. Der Kollektivvertrag des Österreichischen Roten Kreuzes (ÖRK) gilt seit Jahresbeginn 2011 auch für alle privaten Rettungs- und Krankentransportdienste. „Deshalb sind von der Weigerung des Roten Kreuzes in Wien, die Löhne und Gehälter zu erhöhen, auch die Arbeitnehmer beim Arbeiter-Samariter-Bund, beim Grünen Kreuz und beim Sozial Medizinischen Dienst in Wien betroffen“, fügt Gewerkschaftsvertreterin Eva Scherz von der GPA-djp hinzu.

Wilhelm Zeichmann, Betriebsratsvorsitzender beim Arbeiter-Samariter-Bund, brachte den Unmut der Belegschaften über die bislang ergebnislosen Verhandlungen auf den Punkt: „Für vieles Unnötige gibt es Geld. Aber ausgerechnet für die Beschäftigten, die tagtäglich die kranken Menschen transportieren, ist kein Geld da. Dagegen sollten wir etwas unternehmen.“

Die nächste Verhandlungsrunde mit dem ÖRK findet am 3. März 2011 statt. „Wir erwarten hier ein faires Angebot der Arbeitgeber“, erklärten die Gewerkschaften, anderfalls sollen erste Kampfmaßnahmen stattfinden.

2 Responses to “Rettungsdienstlern in Österreich droht eine Nullrunde”

  1. Jörn on November 20th, 2013 21:38

    KEIN WUNDER, dass die Rettungsfachkräfte in Österreich immer weniger verdienen. Denn auch ihre Arbeitgeber haben keinen finanziellen Spielraum mehr!

    Nach einem Bericht des österreichischen Onlineportalswirtschaft.com haben Rotes Kreuz (ÖRK) und Samariterbund (ASBÖ) jetzt die Notbremse gezogen und die sich automatisch verlängernden Verträge mit den Krankenkassen für Niederösterreich zum 31.12.2013 gekündigt:

    vgl. http://www.wirtschaft.com/20131104-rotes-kreuz-und-arbeiter-samariter-bund-kuendigen-vertraege-mit-krankenkassen-144473 vom 04.11.2013

    Anlass sind die ausufernden Kosten der Leistungserbringer, die nicht mehr durch die seit 2005 geltenden Entgelte gedeckt seien, heißt es in dem interessanten Artikel. Ziel beider Organisationen sei es allerdings, die Dienstleistungen im Sinne unserer Patienten aufrecht zu erhalten“, erklärten die Präsidenten von ÖRK und ASBÖ bereits Ende Oktober unisono.

    In Deutschland scheint so eine konzertierte Aktion der etablierten Hilfsorganisationen momentan – aus Angst vor dem Fal(c)ken? – undenkbar…

    Interessant auch, dass die einschlägigen Internetportale aus der Retterszene hierzulande bislang nicht darüber berichtet haben. 😉

    Abendliche Grüße aus dem Südwesten

  2. Holgi on November 21st, 2013 14:13

    @Jörn: Vorallem „aus historischen Gründen“ nimmt man hier nicht so gerne Ideen aus der Alpenrepublik auf. 🙂 🙂 🙂

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