Rettungsdienst im Wandel


Segeberg / Pinneberg (rd.de) – Bei den Rettungsdiensten in Schleswig-Holstein gibt es interessante Wendungen: Während das Privatunternehmen AGS nun im Rettungsdienst des Kreises Segeberg mitmischen darf, könnten die ehrenamtlichen Retter des DRK Wedel im Kreis Pinneberg ab nächstes Jahr zu Hause bleiben.

Im Kreis Segeberg hat sich das Privatunternehmen AGS einen Platz im Rettungsdienst erstritten. Plötzlich findet es sogar der Kreis Segeberg prima hier Verstärkung zu bekommen. Nach elf Jahren der Auseinandersetzung, kann der hartnäckige Unternehmer Bernd Peters seit heute Kranken- und Rettungstransporte abwickeln. „Wir hatten schon sechs Krankentransporte und zwei RTW-Einsätze“, freut sich Peters am Mittwochmittag über einen gelungenen Auftakt. Mit den Kostenträgern wurden auskömmliche Entgelte vereinbart. Die Entscheidung über die Einsätze fällen die Disponenten in der Leitstelle der Feuerwehr in Norderstedt.

Dem DRK Wedel wurde gekündigt

Die Rettungsdienstkooperation in Schleswig-Holstein gGmbH (RKiSH) ist für den Rettungsdienst in Dithmarschen, Pinneberg, Rendsburg-Eckernförde und Steinburg verantwortlich. Das Unternehmen betont, man habe in Pinneberg die Rechtsnachfolge des Kreises für den Rettungsdienst übernommen.
Bislang wurden die ehrenamtlichen Kräfte des DRK in Wedel an Wochenenden und Feiertagen im Rettungsdienst voll eingebunden. Das spart Personalkosten. Doch nun hat die RKiSH dem DRK zum 31.12.2009 gekündigt, weil das Rote Kreuz gegenüber dem Unternehmen nicht nachgewiesen hat, dass die eingesetzten Kräfte die erforderlichen Fortbildungsstunden absolviert haben.
Christian Wolff, Leiter Rettungsdienst beim DRK Wedel, stellt gegenüber Rettungsdienst.de klar, dass dem Kreis dennoch die Aufsichtspflicht gegenüber dem Rettungsdienst obliegt. Man hat also dem Kreis die Fortbildungsnachweise zur Prüfung übergeben. Das DRK sieht in der „Selbstprüfung“ des Rettungsdienstes durch die RKiSH einen Verstoß gegen das Rettungsdienstgesetz.

40 Responses to “Rettungsdienst im Wandel”

  1. Privat on Juli 1st, 2009 16:54

    Ich finde das unmöglich mit den Privaten Rettungsdiensten!!
    Sie klagen und klagen und klagen auf Kosten der Steuerzahler und unser „Lieber“ Vater Staat schaut teilnahmslos zu!! Als ob ihn egal ist, was mit der Menschrettung an Qualität gearbeitet wird.
    Ich finde die Menschenrettung gehört in Staatliche Hände, da wird es für alle Billiger!!!
    Der ganze Wasserkopf den wir Rettungsdiestler mit finanzieren müssen ist doch unnormal!!
    Aber wir sind ja nur das kleinste Glied in der Kette!!

  2. Mario Gongolsky on Juli 2nd, 2009 09:03

    Na, ist das denn wirklich so? Steht der private Rettungsdienst grundsätzlich für schlechte Qualität und miese Arbeitsbedingungen? Ich glaube nicht, dass sich so eine Aussage verallgemeinern lässt.

  3. sapere aude on Juli 5th, 2009 15:18

    erstaunlich, wie viele nichts sagende Phrasen manch ein Zeitgenosse in sechs Zeilen unterbringen kann. Davon einmal abgesehen, dass ich mit privaten RD nichts zu tun habe, bin ich aber trotzdem immer für eine Diskussion mit Argumenten und Sachverhalten und nicht mit Phrasen und Parolen, deren Wahrheitsgehalt nicht einmal ansatzweise durch eine so seltsame „Argumentation“ untermauert wird.

    Wer klagt denn noch alles? Was soll der „liebe“ Vater Staat denn machen? Hat Vater Staat die Pflicht, meine persönlichen Interessen gefälligst gegen Mitmenschen zu schützen, und gegebenenfalls freiheitseinschränkende Gesetze zu erlassen, die selbstverständlich nur gegen die anderen gerichtet sind? Sobald ich betroffen bin, ist es ja wohl eine Sauerei, wie Vater Staat mich schon wieder reglementiert. Eine Forderung, die völlig sinnentleert ist. Es ist einfach nur Blödsinn. Das private Anbieter grundsätzlich eine schlechtere Qualität bieten ist genauso eine Aussage, wie „VW ist besser als Opel“ und „Männer können besser Auto fahren als Frauen“ oder „Rettungsdienst in staatliche Hände, da wird es für alle Billiger“. Alles nur Vorurteile, Phrasen und Parolen, die von Menschen verbreitet werden, die Null (oder sogar nur messbar im Minusbereich) Hintergrundwissen haben – mehr nicht. Alle samt keine sachlich und argumentativ nachvollziehbare Tatsachen. Also auch wieder mal… blanker Blödsinn.

    Und dann noch schnell ein Schlag gegen den so genannten „Wasserkopf“, wobei ich dem Verfasser des o. a. Kommentars auch wirklich jegliche Kompetenz dahingehend abspreche, dass er auch nur ansatzweise seinen ihn verwaltenden „Wasserkopf“ erklären könnte, geschweige denn, dass er überhaupt weiß, was die für Arbeiten erledigen.

    Leider ist unser Einsatzpersonal von genau solchen Schlaubergern durchsetzt. Schlauberger, die vor Kliniken bei Zigarette und Kaffee viel viel Zeit verbringen, um solchen Quatsch auszuhecken und als die einzige Wahrheit nicht nur zu verkaufen sondern (viel schlimmer) auch noch selbst zu glauben!

    Zur Sache selbst, ohne die Örtlichkeiten näher zu kennen:
    1. Wenn der Privatunternehmer eine Lizenz bekommen hat, konnte er offensichtlich nachweisen, dass eine Versorgungslücke besteht. Die Verantwortung dafür trägt nicht der Privatunternehmer sondern der Kreis SE und auch die von ihm mit der Durchführung des Rettungsdienstes beauftragte Hilfsorganisation. Recht und Gesetz gilt auch für private Rettungsdienstunternehmer, was nicht per Gesetz ausgeschlossen werden kann. Aber das verstehen, wie wir ja jetzt wissen, leider nicht alle…

    2. Kündigung des DRK
    Es sei dahingestellt, ob die RKiSH tatsächlich die Kündigung aufgrund der fehlenden Fortbildungsnachweise vorgenommen hat. Für Sach- und Fachkundige aus der Branche ist diese Argumentation vor dem Hintergrund, welche Problematiken eine solche Konstellation wie im Kreis Pinneberg aufwirft, zumindest zweifelhaft. Erst Recht, wenn diese Nachweise offensichtlich der Kreisverwaltung schon zugegangen sind, diese aber die Unterlagen nicht an die RKiSH weitergegeben hatte. Es stellt sich aber auch die Frage, ob das DRK nicht schon im Vorwege wusste, dass es vermutlich dienlicher wäre, sich mit der RKiSH abzustimmen und somit diesen Konflikt auf dieser Ebene vermieden hätte. Das sieht eher nach einem Nebenkriegsschauplatz aus.
    Herr Wolff irrt bezüglich des Verstoßes gegen das Rettungsdienstgesetz. §6, Abs. (3) ermöglicht es, Derartiges per öffentlich rechtlichem Vertrag zu regeln und damit der RKiSH die Aufsicht über die ordnungsgemäße Durchführung des Rettungsdienstes zu übertragen. Um solche Nachweise verlangen zu dürfen, muss man deshalb nicht der Rettungsdienstträger sein, erst Recht nicht, wenn es eine vertragliche Bindung zwischen DRK und RKiSH gibt (was wohl scheinbar der Fall ist, denn sonst müsste ja der Kreis und nicht die RKiSH kündigen).

  4. Gibson on Juli 6th, 2009 14:00

    Recht so…

    Ich finde es mittlerweile prima, dass immer mehr private Rettungsdienste und Krankentransportunternehmen, die alt eingesessenen Hilfsorganisationen (indirekt) zum Handeln zwingen, selbst ihre Dienstleistung am Paitenten zu verbessern um weiterhin, flächendeckend existieren zu können.

    Selbst bin ich beim DRK tätig, habe jedoch auch einige Zeit bei einem privaten Anbieter gearbeitet und muss aus Erfahrung sagen, dass gerade in Sachen Kundenzufriedenheit und Qualität die „Privaten“ einen Schritt voraus sind.

    Während sich das Rote Kreuz, JUH, MHD etc. darauf verlassen bzw. Jahre lang verlassen haben, als „wir sind ja schon immer da“ Organisation ihre Vorherrschaft zu behalten (und das auch längere Zeit gut gegangen ist) müssen die Privatunternehmen sich das Ansehen der Kundschaft (egal ob chronisch Kranker oder Notfallpatient) verdienen und hart erarbeiten. Dies ist nur mit einer wirklich guten Dienstleistung am Kunden möglich (hochqualifiziertes Personal, geringe Wartezeiten etc.).

    Gerade deshalb sieht man immer wieder, dass deren Fahrzeuge meist weit über der gesetzlich vorgeschriebenen Personalqualifikation besetzt sind und vor allem auf QM-Zertifizierung und regelmäßige Fortbildung der Mitarbeiter Wert gelegt wird.

    Demnach finde ich es eine Frechheit, von schlechterer Qualität im Vergleich zum DRK zu sprechen. Vor allem da ich weiß, auf welch dünnem Eis sich die alt eingesessenen Hilfsorganisationen rechtlich oft bewegen.

  5. campesino on Juli 6th, 2009 20:19

    @ sapere aude:

    „erstaunlich, wie viele nichts sagende Phrasen manch ein Zeitgenosse in sechs Zeilen unterbringen kann.“

    Sehr richtig, viel Substanz war in dem Beitrag von „Privat“ nun wirklich nicht enthalten… Das macht einige Deiner Aussagen weder besser noch richtiger.

    „Das private Anbieter grundsätzlich eine schlechtere Qualität bieten ist genauso eine Aussage, wie “VW ist besser als Opel” und “Männer können besser Auto fahren als Frauen” oder “Rettungsdienst in staatliche Hände, da wird es für alle Billiger”.“

    Das mag sein. Trotzdem ist es nicht von der Hand zu weisen, dass der Rettungsdienst und Katastrophenschutz als unmittelbares Organ der Gefahrenabwehr eigentlich in staatlicher Hand sein sollte. So wie Polizei, Feuerwehr und THW.
    Klar könnte auch ein privater Anbieter tolle Polizisten ausbilden, sogar vielleicht noch tollere als wir im Moment haben. Er könnte mehr Serviceleistungen erbringen und könnte vielleicht sogar mit weniger finanziellem Aufwand agieren. Ein Wettbewerb unter den privaten Polizeien würde den Preis weiter drücken. Die Länder könnten einzelne Polizeibezirke ja ebenso wie den Rettungsdienst europaweit ausschreiben.
    Abgesehen von der zunehmenden Privatisierung von Sicherheitsaufgaben z.B. bei den Sicherheitskontrollen von Flughäfen, die die Bundepolizei an private Hand abgibt oder aber der ganzen privaten Sicherheitsdienste, die an Stadtfesten etc. „für Sicherheit sorgen sollen“ (und das oft eben nicht tun) würde kein Mensch auf die Idee kommen, die Polizei zu privatisieren oder irgendwelchen Vereinen zu übertragen.
    Auch der Rettungsdienst ist ein Organ der Gefahrenabwehr. Klar, historisch bedingt ist er in Hand der Hilfsorganisationen, und die haben lange Zeit sehr gute Arbeit geleistet und tun es großteils auch heute noch. Und vor diesem Hintergrund ist es auch keine Frage, dass man es zulassen muss, dass private Anbieter auf dem Markt drängen. Wahrscheinlich ist das sogar förderlich im Sinne eines positiven Wettbewerbs.
    Vollkommen unabhängig von dieser Angelegenheit (privat/HiOrg) muss jedoch die Frage stellen, ob der Rettungsdienst und Katastrophenschutz nicht in staatliche Hand gehört und ob dies nicht zu deutlich mehr Effizienz und Qualität führen würde.
    Ich bin (obwohl selbst Mitglied einer großen Hilforganisation und ehrenamtlich im RD tätig) inzwischen fest überzeugt davon, dass eine Verstaatlichung deutliche Qualitätszuwächse brächte.
    Beispiel: Spanien: (ich kann hier Aussagen über die Provinzen Catalunya und Asturias treffen, wobei ich davon ausgehe, dass es in anderen Provinzen gleich oder ähnlich aussieht): hier ist der Primärrettungsdienst in öffentlicher Hand und es gibt einen staatlichen Zivilschutz. Organisationen wie das Rote Kreuz stellen auch Rettungswagen etc., jedoch nur zu Absicherung von Veranstaltungen und ich gehe davon aus, dass diese in den KatSchutz eingebunden sind. Es gibt integrierte Leitstellen von Polizei, Rettungsdienst, Feuerwehr, Wasserrettung (in Händen des Zivilschutzes für offenes Meer, Rotes Kreuz an den Stränden).
    Strukturbedingt (Siedlungsstruktur, geographische Struktur etc.) und weil die Entwicklung erst begonnen hat, ist der spanische Rettungsdienst dem deutschen wohl noch unterlegen. Die Basis aber halte ich für zuträglicher für eine sinnvolle Arbeit.
    Meiner Meinung nach kann es nicht sein, dass die Gefahrenabwehr von irgendwelchen Vereinen sichergestellt wird, die dann auch noch meinen, sich untereinander Konkurrenz machen zu müssen und sich gegenseitig zu bekämpfen (jaja, oberflächlich wird so gemacht, als wäre das nicht der Fall, schon klar. Aber die Diskussionen hier bei anderen Beiträgen wie z.B. JUH vs. DRK bzw. DLRG vs. DRK belegen das Gegenteil).

    @ Gibson:

    „Während sich das Rote Kreuz, JUH, MHD etc. darauf verlassen bzw. Jahre lang verlassen haben, als “wir sind ja schon immer da” Organisation ihre Vorherrschaft zu behalten (und das auch längere Zeit gut gegangen ist) müssen die Privatunternehmen sich das Ansehen der Kundschaft (egal ob chronisch Kranker oder Notfallpatient) verdienen und hart erarbeiten. Dies ist nur mit einer wirklich guten Dienstleistung am Kunden möglich (hochqualifiziertes Personal, geringe Wartezeiten etc.).

    Gerade deshalb sieht man immer wieder, dass deren Fahrzeuge meist weit über der gesetzlich vorgeschriebenen Personalqualifikation besetzt sind und vor allem auf QM-Zertifizierung und regelmäßige Fortbildung der Mitarbeiter Wert gelegt wird.“

    Komm mal bitte ins Saarland, stell dich an eine x-beliebige Liegendanfahrt und schau dem Treiben zu, was da so an privaten vorbeikommt. Private fahren im Saarland ausschließlich Krankentransport (das war auch schonmal anders, ist dann aber nach meinem Wissen aufgrund einiger prägsamer Ereignisse geändert worden, war aber vor meiner Zeit).
    Es gibt einen großen Anbieter, der meiner Meinung nach recht anständige Arbeit macht und auch einen Mitarbeiterstamm hat, der durchaus annehmbar ist. Die Autos sind sauber, corporate design wird gut umgesetzt etc. (Ich spreche von dem mit den gelben Autos)
    Alle anderen privaten Anbieter auf dem Markt im Saarland sind aber meiner Ansicht nach schlicht nicht hinnehmbar. Ich würde mich niemals bei so jemandem auf die Trage legen oder zulassen, dass Angehörige von mir mit diesen Schleudern transportiert werden.
    Eigesetzt als Fahrer werden (und das sind keine Gerüchte, sondern Fakten) auch Sanitätshelfer, die wirklich von nichts eine Ahnung haben. Natürlich sind immer RS dabei, einige davon haben seit Ewigkeiten keine Notfallrettung mehr gefahren, andere sind Profilneurotiker vor dem Herrn. Insgesamt: einfach nur gefährlich.
    Die Ausstattung der Fahrzeuge entspricht möglicherweise der DIN (glaub ich persönlich nicht), ist aber mir dem ältest und billigst möglichem Material erfolgt.
    Hygienische Zustände unter aller sau. (Ich sehe ab und zu in solche Fahrzeuge rein, um mich ein wenig drüber aufzuregen…)
    Patienten werden meistens sammeltransportiert, teilweise zu dritt (zwei Tragestühle in einem Fahrzeug plus Trage), das „Begleitpersonal“ sitzt währenddessen lieber allein vorne und raucht eine Zigarette. Etc. etc.
    Insgesamt untragbare Zustände.

    Ich bitte also darum, private Anbieter nicht als Segen für die Qualität im RD zu verabsulotieren. In einigen Bundesländern ist so etwas sicher der Fall, aber es kann, wie beschrieben, auch genau andersrum sein.

  6. auanichhaun on Juli 6th, 2009 21:08

    Warum drängen die Privaten in den Markt und warum freuen sich die meisten Städte und Landkreise darüber? Weil sie von den Kassen unter Druck gesetzt werden, immer mehr Kosten im Rettungsdienst einzusparen. Dabei geht man aber nicht an die Berufsfeuerwehren (wie auch) sondern an die HiOrgs. Und wo sparen diese an Kosten? Natürlich an den Gehältern… Da wird aus einem e.V. ganz schnell eine GmbH und zack ist man raus aus dem Tarifvertrag. Dann legt man seinen Mitarbeitern nahe in eben diese zu wechseln, weil man sonst nicht mehr für den Arbeitsplatz garantieren kann. Der Rettungsdienst meines Vertrauens unterhält 7 Rettungswachen und leistet sich dabei 1 Geschäftsführer und eine Lohnbuchhalterin. Wo ist der der Wasserkopf??? Die Kosten einer Rettungswache sind bei DRK, MHD, JUH etc. die gleichen. Da kann man nicht mehr sparen. Es geht nur noch über die Gehälter. Was erreicht man also? Unterbezahltes RD Personal, das aller 4 Jahre um seinen Job bangen muss.
    Irgendwann muss das soch mal ein Ende haben. Irgendwann kann niemand mehr ein billigeres Angebot abgeben, was dann? Rettungsdienst ist in meinen Augen hoheitliche Aufgabe und müsste dementsprechend behandelt werden. Niemand würde auf die Idee kommen die Leistungen der Feuerwehr oder der Polizei auszuschreiben.

  7. campesino on Juli 6th, 2009 22:29

    Von allem abgesehen würde ich eine Verstaatlichung übrigens auch für sehr zuträglich für das Berufsbild des Rettungsassistenten halten.
    Ich glaube kaum, dass die bestehenden Zustände lange so erhalten bleiben würden, wenn Rettungsassistenten „vom Staat kämen“.
    Es wäre ein deutlicher Zugewinn an Ansehen und würde den Rettungsdienst endlich dahin stellen, wo er hingehört: als unverzichtbarer Teil der staatlichen Gefahrenabwehr und nicht als Spielball der Hilfsorganisationen.
    Ich glaube kaum, dass die rechtlichen Grauzonen (die ja einfach vollkommen bescheuert sind in .de) noch lange erhalten blieben. Schließlich trüge auch die Politik viel direktere Verantwortung für den Rettungsdienst.

  8. andrea on Juli 7th, 2009 11:08

    Ob eine Verstaatlichung des Rettungsdienstes gut oder schlecht wäre, vermag ich nicht zu beurteilen. Dennoch hätte es einige Vorteile.

    Wie auanichhaun schon schrieb, finde auch ich die derzeitige Situation für die Mitarbeiter im Rettungsdienst unerträglich. Damit meine ich die Regionen, in denen die Leistung Rettungsdienst ausgeschrieben wird.

    – alle 4 Jahre bangt man um den Job
    – man weiß nicht, wer der neue Arbeitgeber ist
    – im 1. Jahr noch gleiches Gehalt, dann vielleicht weniger? Somit wird das Gehalt alle 4 Jahre weniger?

    Wenn man sich dann überlegt, dass die Kosten des Rettungsdienstes ca. 2 % der Gesamtkosten im Gesundheitswesen ausmachen (man möge mich korrigieren, wenn ich bei den 2% falsch liege), dann ist das schon paradox. Letztendlich herrscht doch immer nur Unruhe im Team.
    Man kann wirklich nur hoffen, dass man von diesen Ausschreibungen bald Abstand nimmt.

  9. Gibson on Juli 7th, 2009 21:09

    Gut, in Sachen Verstaatlichung muss man auch den, meiner Meinung nach, wichtigsten, positiven Wandel für den Rettungsdienst bzw. dessen Mitarbeiter nennen.

    Man wäre als verbeamteter Rettungsdienstmitarbeiter unkündbar und hätte, wie auch die Kollegen der Feuerwehr, bei berufsbedingten, körperlichen Leiden die Möglichkeit einer zwingend, anderweitigen Verwendung wie z.B. Leitstellendisponent, Wachleiter oder auch des stellvertretenden Wachleiters etc.

    Natürlich wird in vielen Kreisverbänden ähnlich mit Kollegen die ausscheiden müssten verfahren, jedoch kenne ich aus eigener Erfahrung auch Mitarbeiter die vom KV Leiter mit einem feuchten Händedruck und dem Dank für die letzten 15 Jahre im Kreisverband auf die Straße gesetzt werden.

  10. timmsen on Juli 8th, 2009 17:48

    Willkommen Liebe Firma ASG !!

    Es ist ja kein Wunder bei der Qualität der RLST hier.
    Auch die Motivation der Mitarbeiter beim hiesigem DRK des Kreises, dort Stellt man Leute ein mit 75 % Verträgen und maximum 1100 Euro Nette pro Monat und diese werden verheizt. Rollendienstplan ? Fehlanzeige !!
    Was kann man machen ? NICHTS Du hast keine Chance wenn Du ne STelle suchtst nimmst Du es hin !! Kein wunder das es eine ordentlich Fluktation gibt, man komm, arbeitet nen bisschen und Bewirbt sich weiter. Nach 6 Monaten nem Jahr oder 2 Jahren hat man was anderes !!! BESSERES !! Weil schlechter als dort gehts glaub ich nicht mehr ! Unmenschlich, Zukunft ( in Finanzieller hinsicht) eines Jungen Menschen ??? Gleich null !!!!!!!

    Abenteuer Menschlichkeit !! Jeder Private Zahlt mehr

    Traurig!!!

    Aber bei der Ausschreibung des RD 2011 wird man sich umschauen, Herr Peters ist nicht umsonst im Kreis Segeberg …. Er ist zertifiziert !!!

    Gute Nacht Marie

  11. thomaswagner on Juli 9th, 2009 15:26

    @timmsen: Irgendwie ist mir dieser Kommentar bezüglich Sinn und Aussagekraft völlig schleierhaft… Ich kann beim besten Willen nicht erkennen, welche Meinung sich dahinter verbergen soll!

    Ganz allgemein vertrete ich ebenfalls die Meinung dass man weder die etablierten Hilfsorganisationen noch die Privatanbieter als das „Non-Plus-Ultra“ glorifizieren sollte. Alle haben ihre Vor- und Nachteile. Nur in puncto betriebswirtschaftlicher Effizienz halte ich die meisten Privatanbieter für besser aufgestellt, da sie unter ganz anderen Wirtschaftlichkeitskriterien arbeiten (müssen). Und da die Nachfrage das Angebot beeinflusst, ebenso wie die angebotene Qualität, muss ein Privatanbieter nunmal besser ausgestattete Fahrzeuge und über die das Gesetz hinaus qualifiziertes Personal einsetzen, um auf dem Markt überzeugen und bestehen zu können. Dies fehlt den HiOrg´s allerdings in der Tat schon ziemlich häufig, da sie als Anbieter des öffentlich-rechtlichen Rettungsdienstes keinen Gewinn erwirtschaften dürfen.

    Was allerdings grundlegend falsch ist, das ist die Aussage von „auanichhaun“, dass „man aus einem e.V. ganz schnell eine GmbH“ macht. Ganz davon abgesehen dass das auch nicht so schnell geht, so handelt es sich hier um zwei völlig unterschiedliche Wirtschaftsformen mit unterschiedlichen Anforderungen, die sich besonders im Haftungs- und Mitbestimmungsrecht unterscheiden.

    Ich persönlich bin ebenfalls ein Befürworter der Kommunalisierung oder auch Verstaatlichung des Rettungsdienstes, erstens weil es sich um eine politisch als „hoheitliche Aufgabe der nichtpolizeilichen Gefahrenabwehr“ bezeichnete Tätigkeit handelt, zweitens weil dann endlich diese Lohndumping und organisationseigene Tarif-Verträge der Vergangenheit angehören. Was ich allerdings für aussichtslos halte, ist die Verbeamtung von RD-Personal. Dazu fehlt es schlicht an den Finanzen, auch wenn dies sicher äusserst wünschenswert wäre. Ich halte jedoch schon mal ein Angestelltenverhältnis im öffentlichen Dienst mit einigen, den besonderen Ansprüchen und Belastungen des RD entsprechenden Sonderregelungen wie Umschulungen, verlängerten Lohnfortzahlungen und Alternativ-Verwendungen für einen großen Schritt in die richtige Richtung. Ich denke dabei an den Umstand, dass die Landkreise und Kommunen als Träger zahlreicher Krankenhäuser sicher Möglichkeiten hätten, besonders wenn es sich um einen (ebenfalls) „staatlichen“ Rettungsdienst handelt…

  12. campesino on Juli 9th, 2009 20:08

    „Nur in puncto betriebswirtschaftlicher Effizienz halte ich die meisten Privatanbieter für besser aufgestellt, da sie unter ganz anderen Wirtschaftlichkeitskriterien arbeiten (müssen). Und da die Nachfrage das Angebot beeinflusst, ebenso wie die angebotene Qualität, muss ein Privatanbieter nunmal besser ausgestattete Fahrzeuge und über die das Gesetz hinaus qualifiziertes Personal einsetzen, um auf dem Markt überzeugen und bestehen zu können. Dies fehlt den HiOrg´s allerdings in der Tat schon ziemlich häufig, da sie als Anbieter des öffentlich-rechtlichen Rettungsdienstes keinen Gewinn erwirtschaften dürfen.“

    Das bedarf der Erklärung: welche Faktoren führen denn Ihrer Meinung nach, Herr Wagner, dazu, dass ein privater Rettungsdienstarbeiter erfolgreicher ist, wenn er gutes Personal und gute Fahrzeuge hat? Inwiefern gibt es eine Nachfrage, die dahingehend das Angebot beeinflusst? Durch die Patienten, die bei der Leitstelle nach einem bestimmten RD-Anbieter verlagen? Wohl kaum… Wodurch dann?

  13. thomaswagner on Juli 10th, 2009 11:40

    @campesino: Wenn Sie meinen Kommentar aufmerksam gelesen hätten, dann hätten Sie die Erklärung bereits gehabt.
    Wie ich bereits sagte, ein Privatanbieter muss deutlich mehr unter betriebswirtschschaftlichen Aspekten arbeiten als die HiOrgs, die deutlich mehr an Staatsgeldern aufgrund ihrer Aufstellung als Verein oder gGmbH zur Verfügung haben.
    Damit lässt sich schlussfolgern, dass der Privatanbieter die Hilfsorganisationen in puncto Zuverlässigkeit, Pünktlichkeit, einfach im gesamten Service, übertreffen muss. Damit will ich allerdings nicht gesagt haben dass die HiOrgs allgemein schlechte Service-Anbieter sind!!! Schwarze Schafe gibt es schliesslich überall…
    Somit beantwortet sich auch für den Nicht-Betriebswirtschaftler eindeutig die Frage nach der Art der Leistungserbringung: Wer mit guter Servicequalität aufwarten kann, den wird man immer eher bevorzugen als einen schlechten Anbieter. Ergo bestimmt das Angebot und Nachfrage, denn wo keine Nachfrage ist, werden Anbieter auch ziemlich schnell wieder verschwinden.

  14. campesino on Juli 10th, 2009 12:13

    Lieber Herr Wagner, ich habe Ihren Kommentar sehr aufmerksam gelesen. Weder ihr erster Kommentar noch der jetzige geben in irgendeiner Art und Weise Aufschluss darüber, inwiefern ein Markt besteht, der durch seine (vielbeschworenen) Kräfte zu einer besseren Qualität bei privaten Rettungsdienstanbietern führt.

    Der Patient disponiert sich seinen RTW nicht selbst herbei, insofern hat er keinerlei Einfluss darauf, welcher Anbieter kommt. Es kommt der nächstgelegene RTW (so hofft man). Außerdem hat der Patient in der Regel überhaupt keine Ahnung, was einen guten Rettungsdienst ausmacht, er kann i.d.R. höchstens über das Auftreten des Personals und vielleicht noch die Sauberkeit im Fahrzeug urteilen. Insofern ist der Patient als marktregulierendes Element ausgeschlossen.

    Infrage käme dann noch der Landkreis, welcher den Rettungsdienst ausschreibt. Dies geschieht wohl nach Kriterien, die nach Landesrettungsdienstgesetz und gültigen Normen erfüllt werden müssen.
    Der günstigste Anbieter, welcher alle Kriterien erfüllt, erhält den Zuschlag. Da nutzt es nichts, wenn ein Anbieter sagt: „Aber meine RettAss machen jeden Monat 8 Stunden Fortbildung“ oder „aber ich habe fünf Perfusoren an Bord“.

    Richtig ist, dass ein privater Anbieter wirtschaftlicher arbeiten muss. Das führt jedoch gemäß der Marktlogik im Regelfall genau zum Gegenteil von dem, was Sie behaupten: Lohndumping und Ausstattung nach Vorschrift.

    Um wettbewerbsfähig zu bleiben ziehen die Hilfsorganisationen nach, lagern ihre Rettungsdienste in gGmbH’s aus und betreiben das selbe, wobei diese aufgrund ihrer derzeit noch (Arbeits)Markt beherrschenden Stellung alles noch ein wenig hemmungsloser betreiben können, insbesondere das Lohndumping.

    Erzählen Sie mir bitte nicht, der Markt hätte eine positive Wirkung auf den Rettungsdienst. Das krasse Gegenteil ist der Fall.

  15. thomaswagner on Juli 10th, 2009 14:29

    Ich habe mit keinem Wort in meinen Kommentaren davon gesprochen, dass der Patient und seine Wunschvorstellungen von einem Rettungsdienst, ob mit oder ohne Sachkenntnis, das marktbeeinflussende Element ist. Das war Ihre eigene Interpretation.
    Sie haben aber dennoch den richtigen Einflussfaktor erkannt, auf den ich indirekt hingewiesen habe: die Landkreise und Kommunen als Rettungsdienst-Träger.
    Allerdings halte ich Ihre Pauschalaussagen, dass einzig nur der finanzielle Aspekt bei der Vergabe von Leistungsaufträgen eine Rolle spielt, für sehr bedenklich. Das mag zwar eine leider weit verbreitete Praxis sein, jedoch habe ich die Erfahrung gemacht, dass langsam ein Umdenken angefangen hat, indem die Bezirksregierungen vermehrt darauf achten, wer da eigentlich im Rettungsdienst agiert. Man kann sicher nicht von heute auf morgen Wunder erwarten, aber dass überhaupt ein derartiger Prozess bereits angefangen hat, ist meiner Meinung nach ein gutes Zeichen und ein Schritt in die richtige Richtung.
    Daher glaube ich auch nicht, dass sich das bisher praktizierte „Auf seinen Lorbeeren ausruhen“ bald nicht mehr praktiziert werden kann, ohne dass es für den einen oder anderen ein böses Erwachen geben wird.

  16. campesino on Juli 10th, 2009 14:40

    Da sind Sie sehr optimistisch.
    Das würde vorraussetzen, dass die politischen Entscheidungsträger entsprechenden Sachverstand haben und den Willen, diesen einzusetzen. Es würde auch bedeuten, dass die politischen Entscheidungsträger mehr Wert auf einen besseren Rettungsdienst legen als darauf, ihren Haushalt ausgeglichen zu gestalten.
    Wo Sie solch eine Entwicklung beobachten möchten, ist mir schleierhaft…

  17. thomaswagner on Juli 10th, 2009 15:46

    Das kann ich Ihnen gern beantworten: In meinem eigenen Rettungsdienst-Bereich.
    Ich hab auch nie behauptet dass alles, was ich angeführt habe, bereits Realität ist. Aber anstatt alles schlecht zu reden, wie Sie es leider tun, sollten auch Sie sich mal überlegen, warum sich nie etwas in dieser Richtung getan hat. Wenn so viele Personen nur negativ angehaucht an diese Sache herangehen, ist klar dass sich nichts tut.
    Zudem möchte ich noch anmerken, dass Ihre Erkenntnisse nunmal nicht auf alle RD-Bereiche anwendbar sind, da Sie nicht alle kennen. Wie gesagt, es erst ein Anfang, an dem sich etwas tut. Aber auch ein kleiner Reißnagel kann den Hintern eines Löwen bewegen…

  18. do1vk on Juli 10th, 2009 18:35

    Hallo an alle
    ich kann diese ganze Diskussion nicht verstehen, was bitte sind die HIORGs anderes als private Anbieter im RD? Meiner Meinung nach sollten diese Querelen endlich mal der Vergangenheit angehören – Beispiel Bonn, wo das RK geklagt hat weil ein anderer (Malteser) Teile des RD übernimmt. Also man sieht es wird selbst untereinander immer heftiger gestritten. Hier in Rheinland-Pfalz ist die Situation dergestalt, das das RK so gut wie alles macht, sogar die sog. ILst werden teilweises von Mitarbeitern des RK besetzt. Dies hat zur Folge, das diese nur noch Erstalarmierungen durchführen, da die Mitarbeiter keine entsprechende Ausbildung -Feuerwehrtechnich- haben. Dies soll nur mal darstellen, das es auch andere FElder gibt, die zum Nachdenkene anregen müssten. Gleichwohl bin ich der Meinung, daß der RS in die offentliche Hand gehört und diese auch die Aufsicht führen muss. Leider mangelt es bei den Kommunen / Kreisen auch an geeignetem Personal

  19. do1vk on Juli 10th, 2009 19:25

    Hallo an alle
    ich kann diese ganze Diskussion nicht verstehen, was bitte sind die HIORGs anderes als private Anbieter im RD? Meiner Meinung nach sollten diese Querelen endlich mal der Vergangenheit angehören – Beispiel Bonn, wo das RK geklagt hat weil ein anderer (Malteser) Teile des RD übernimmt. Also man sieht es wird selbst untereinander immer heftiger gestritten. Hier in Rheinland-Pfalz ist die Situation dergestalt, das das RK so gut wie alles macht, sogar die sog. ILst werden teilweises von Mitarbeitern des RK besetzt. Dies hat zur Folge, das diese nur noch Erstalarmierungen durchführen, da die Mitarbeiter keine entsprechende Ausbildung -Feuerwehrtechnich- haben. Dies soll nur mal darstellen, das es auch andere FElder gibt, die zum Nachdenkene anregen müssten. Gleichwohl bin ich der Meinung, daß der RD in die offentliche Hand gehört und diese auch die Aufsicht führen muss. Leider mangelt es bei den Kommunen / Kreisen auch an geeignetem Personal

  20. auanichhaun on Juli 10th, 2009 23:39

    Hallo Thomas,

    da haben wir uns missverstanden. Man macht natürlich nicht aus einem e.V. eine GmbH sondern man gründet diese zusätzlich, um noch billigere Angebote bei Ausschreibungen abgeben zu können. Und dann „bittet“ man die Mitarbeiter zu wechseln, weil sonst ihr Arbeitsplatz in Gefahr ist. Für die GmbH gilt nämlich nicht der gleiche Tarif wie im e.V. Ich denke jetzt ist es geordnet.

  21. thomaswagner on Juli 13th, 2009 10:32

    Servus auanichhaun,

    so ist das natürlich verständlicher formuliert und leider stimmt diese beschriebene Vorgehensweise nur zu sehr mit der Realität überein.

    Ich denke dass sich in absehbarer Zeit die HiOrgs selbst untereinander so sehr „bekriegen“, dass unterm Strich der Rettungsdienst als eigenständige Institution der Landkreise, Kommunen oder vielleicht auch Bundesländer etabliert werden muss und den Organisationen nur noch die sozialen Dienst und vielleicht noch der Krankentransport bleibt – wobei ich die Befürchtung habe, dass es dort dann auch zu ungeahnten Energien im Prozessieren kommt…
    Merke: „Wenn zwei sich streiten, freut sich der Dritte!“

  22. Gibson on Juli 23rd, 2009 08:29

    Die Übernahme des Rettungsdienstes bzw. der Notfallrettung von Kommunen oder Ländern wäre schon fast ein Wunschtraum. Gerade das von Thomas angesprochene „bekriegen“ der HiOrgs könnte damit unterbunden werden und die damit entstehenden, besser gesagt vorhandenen, unsicheren Anstellungsverhältnisse deren Mitarbeiter und Qualitätsverluste.

    Jede Hilfsorganisation kämpft um ihre Monopolstellung was lediglich mit günstigen Angeboten zu erreichen ist (KTW günstiger als Taxi und Notfallrettung unter 200 Euro). Leider bleibt die Qualität dann meist auf der Strecke, was in einigen Kreisverbänden mittlerweile schon einen Rückschritt in die frühen 90er Jahre bedeutet (RTW Besetzung mit RA und „geeigneter Person“, KTW mit frischem RS und Zivi).

    Nach jahrelangem Kampf um die „Professionalisierung“ des Rettungsdienstes wirklich ein Elend und nur machbar, durch fehlende Öffentlichkeitsarbeit in Sachen „Ausbildung und Tätigkeit der hauptamtlichen Mitarbeiter im Rettungsdienst“.

    In Deutschland kommt eben der Notarzt und die Patiententräger. So zumindest sieht es die breite Masse der Bevölkerung und findet es auch gut so. Doch die Aufregung wäre groß, käme bei einem Einbruch ein Polizist und ein geeigneter Fahrer.

    Sorry, vom Thema abgekommen *g*

  23. privater on Oktober 25th, 2009 14:41

    Wieso gehen hier alle davon aus, dass die Hiorgs keine „privaten“ wären? Das sind private Organisationen unter dem Deckmantel der Gemeinnützigkeit. Verstaatlichung oder richtiger Rekommunalisierung bedeutet, dass auch die Hiorgs raus sind aus dem Rettungsdienst. Na klar, dann wird alles gut, so wie an unseren Schulen, in unseren Amtsstuben und erst recht an den staatlichen Krankenhäusern. Und auch die staatlichen Polikliniken sind weit besser als eine private Arztpraxis. Der Rettugsdienst leidet unter solchen Fehlgeleiteten, die bis heute ignorieren, dass sie besser und wirtschaftlicher in privaten Kliniken behandelt werden, dass jede Arztpraxis privat besser dran ist, jedes Sanatorium oder Altenheim, welches privat betrieben wird tausend mal besser ist, als staatliche Einrichtungen. Nur, wenn ein Blaulicht dazukommt, dann setzt es wohl noch immer bei einigen oben aus…..

  24. rd on Januar 12th, 2013 13:58

    Hier verstehen die meisten nicht worum es geht. Denkt lieber erst einmal bevor ihr euren vollkommenen sinnlosen Schwachsinn hier herein schreibt.
    Zum einen gehört der Rettungsdienst verstaatlicht mit Beamten Verhältnis.
    Zum anderen muss in ganz Deutschland eine Einheitliche Struktur herrschen.
    Die privaten Rettungsdienstunternehmen gehören nicht nach Deutschland.
    Der Rettungsdienst ist kein Transportunternehmen!
    Es ist für die Gefahrenabwehr, sowie zur Daseinsvorsorge vorhanden.
    Bei der Verstaatlichung vom Rettungsdienst sparen die Kommunen, sowie Kreise und kreisfreien Städte eine menge Geld/ Steuern ein, welches in anderen Bundesebenen gebraucht wird.
    Also bevor ihr hier kontra gegen Verstaatlichung gebt, belegt euch erst einmal.

    Mit freundlichen Grüßen

    Ein hauptamtlicher Rettungsdienstarbeiter

  25. Julius on April 16th, 2013 12:26

    Genau so sehe ich das auch! Rettungsdienst verstaatlichen mit Beamtenverhältnis! Polizei und Feuerwehr werden ja schließlich auch nicht ausgeschrieben.

  26. doggi on April 17th, 2013 09:13

    Julius + rd: in welcher Scheinwelt lebt ihr denn ? Habt ihr mal die Personalstrukturen bei Pol. unf Feuerwehren durchleuchtet ? Hier wird schon lange nicht megr generell verbeamtet. Warum könnte das denn wohl so sein ? Mal drüber nachgedacht. ?
    Träumt ihr mal weiter, in der Zeit wird der RD hoffentlich dann auch mal reformiert.

  27. Julius on April 17th, 2013 12:30

    Hää?! was schreibst du für eine Gülle. Klar wird jeder im aktiven Brandschutz und bei der Staatssicherheit verbeamtet. Außerdem weiß ich das genau. Geh du weiter zu deiner Freiwilligen Feuerwehr und mach Ölspuren weg Junge!

  28. Martin on April 17th, 2013 13:38

    also bei uns sind es grad die Ölspuren und anderen Kleineinsätze, die von den BFen alleine abgewickelt werden. Die FFen kommen bei Schadenslagen wie Bränden etc. zusätzlich zum EInsatz.

  29. doggi on April 17th, 2013 13:40

    Mensch Julius, du glänzt ja vor konstruktiver Diskussionsfähigkeit ! Und nein ich bin kein Florian freiwillig sondern Hauptamtlich seit Langem tätig. Schönes Leben wünsch ich dir noch 🙂

  30. NRW-Retter on April 17th, 2013 20:23

    Julius@ Hää?! was schreibst du für eine Gülle. Klar wird jeder im aktiven Brandschutz und bei der Staatssicherheit verbeamtet. Außerdem weiß ich das genau. Geh du weiter zu deiner Freiwilligen Feuerwehr und mach Ölspuren weg Junge!

    Lieber Julius, wie hast Du nur die Einstellungsverfahren durchlaufen?
    Dein 2. Satz zeigt Deine Unkenntnis. Laut Deinem 3. Satz muss Dein Wahlspruch lauten: „Absolute Selbstsicherheit bei völliger Ahnungslosigkeit!“.
    Der letzte Satz ist einfach nur unverschämt.

    Gruß ein bereits langjähriger Feuerwehrbeamter (mit Rettungsdienst) und ebenfalls langjähriger Freiwiller Feuerwehrmann.

  31. Der Münchner on April 18th, 2013 10:46

    also Julius, bei Deinem Ton und dem Inhalt Deiner Aussage muss ich mich über eine Verbeamtung wundern.
    Aber nun zu der Aussage der Verbeamtung von RD Mitarbeitern. Natürlich wäre es toll, aber wer gestern die Nachrichten gesehen oder gehört hat, hat auch mitbekommen, dass die Kliniken tief in den roten Zahlen stecken. Minister Bahr willl das Defizit in diesem Jahr mit Steuergeldern auffangen, nächstes Jahr sollen die Kassen ran, die sich weigern. Schuld seien die hohen (Achtung!) Lohnkosten. In Zeiten von Pflege- und Ärztemangel blanker Hohen. Vor allem in München, mit den hohen Lebenshaltungskosten und hunderten offenen Pflegestellen wissen die Mitarbeiter wahrscheinlich nicht, ob sie da Lachen oder Weinen sollen. Bei solchen Aussagen und Ansichten braucht der Rettungsdienst nicht hoffen, dass die Mitarbeiter in das teure Beamtenverhältnis geschoben werden.

  32. Jörn on April 18th, 2013 11:14

    @Der Münchner: Schon morgen (19.04.2013) beim 12. DRK-Rettungskongress in Berlin kann man Daniel Bahr dazu direkt befragen. Der Bundesgesundheitsminister steht um 13.00 Uhr für kurze Statements zur Verfügung,

    Vgl. http://www.drk.de/pressemeldungen/meldung/7650-presseinladung-drk-rettungskongress-ist-der-rettungsdienst-fit-fuer-die-zukunft.html

    Sonnige Grüße aus dem Westen

  33. doggi on April 18th, 2013 12:26

    @NRW Retter: Vielen Dank 🙂

  34. der Münchner on April 18th, 2013 18:23

    @Jörn
    dann befragt hoffentlich Jemand Herrn Bahr, da ich bestimmt nicht da sein werde. Kann mir aber die Antwort schon denken.

  35. NRW-Retter on April 18th, 2013 23:32

    Nur zur Beamtung NRW: Beamter 27 Jahre, seit 6 Jahren dabei Besoldungsgruppe A 7 erhält Brutto 2105.22 € = Netto 1788.83 € minus ca. 200 € Kranken und Pflegeversicherung = 1588,83 € bleiben übrig.
    Angestellter RA in Entgeltgruppe 6 mit 4 Jahren Berufserfahrung erhält Brutto 2401.35 € = Netto 1547.25 €.
    Die Differenz im Brutto sollten die Dienstherren für die Rücklagen zur Pension nutzen. Dies war der Wille der Väter des Grundgesetzes. Leider haben Politiker in dieser Beziehung ein Kurzzeitgedächtnis.

    Weiter solltet Ihr bedenken, dass Angestellte für Ihr Gehalt Tarifverhandlungen führen können, mit allen Konsequenzen. Für die Beamten wird dieses durch das jeweilige Bundesland per Gesetz festgelegt. Mitspracherecht hier nur am Wahltag.
    Es ist nicht alles Gold was glänzt.

  36. max on April 24th, 2013 12:41

    Stellt man den Vergleich zu verschiedenen anderen Berufen an, so wird schnell klar, dass ein hauptberuflicher Lebensretter zum Teil sehr viel weniger verdient, als andere Berufstätige mit einem doch zum Teil wirklich sehr viel geringeren Verantwortungsbereich. Ein Briefzusteller zum Beispiel verdient laut einem bundesweiten Vergleich durchschnittlich bis zu 150, 00 Euro mehr im Monat (netto), muss dafür aber weder Nacht- noch Wochenenddienste in Kauf nehmen (von Weihnachten und anderen Feiertagen gar nicht zu sprechen) und hat auch einen vergleichsweise viel geringeren Verantwortungsbereich zu meistern. Ähnlich sieht es bei vielen anderen Berufsbildern aus. So verdienen beispielsweise Kassiererinnen annähernd das Gleiche Geld wie ein Rettungsassistent, während Sekretärinnen und Gesundheitspfleger am Monatsende sogar mehrere Hundert Euro mehr auf ihrem Gehaltskonto verbuchen können. Letztlich stellt sich hier doch die wichtige Frage, wie hoch man die Motivation und Arbeitsbereitschaft eines Rettungsassistenten/sanitäter unter diesen bundesweit leider üblichen Arbeitsbedingungen auf Dauer einstufen kann. Weiter sollte man als interessierter und besorgter Bürger auch einmal für sich selbst hinterfragen, ob man sein eigenes Leben im Notfall gerne in die Hände eines übernächtigten, unausgeglichenen und zudem ziemlich unterbezahlten Rettungsdienstmitarbeiters legen möchte, wenn es wirklich einmal auf jede Sekunde ankommt und das eigene Leben vielleicht alleine vom Handeln und Tun dieses Menschen abhängt!!!

  37. der Münchner on April 26th, 2013 11:40

    @NRW-Retter
    unterschätz bei der Besoldung die Beamten-Lobby nicht. Für den Herbst (nach der Wahl) dürfte es nochmals eine Erhöhung geben. Gerade in Krisenzeiten sichert sich der Staat die Loyalität seiner Mitarbeiter.
    Die Schere der Gehälter trifftet aber richtig auseinander, wenn die Beamten heiraten oder sogar Kinder bekommen. Dein obiger Beamter kommt dann mit Ehefrau und einem Kind auf knapp 2.391 € Brutto. Bei Steuerklasse III sind das 2.266 € abzüglich PKV 200 €. Sind also rund 2.066 €. Beim Angestellten ändert sich am Brutto nichts, obwohl die Lebenshaltungskosten für ihn steigen. (www.oeffentlicher-dienst.info)
    Interessant wird es für den Beamten erst ab dem 3. Kind 😉

  38. Julius on Mai 4th, 2013 07:21

    Arme Schweine! Bei unserer BF bekommt man in der Besoldungsstufe A9 mit Zuschlag, 3100€ Netto raus. 😉 Soviel dazu.

  39. Armin on Mai 10th, 2013 11:34

    Ganz klar, dass die Meisten unter euch das nicht verstehen. Rettungsdienst gehört auch nach meiner Meinung in staatliche Hände. Vielleicht solltet ihr mal ein Praktikum auf einer Rettungswache machen, um euch die Augen zu öffen.

  40. Olaf on Mai 12th, 2013 12:07

    @ teilweise gegen Private. Lasst aber nicht die schlechte Laune an den Mitarbeitern aus. Sie gehen Ihrer Arbeit nach und stehen in Lohn und Brot. Man sollte sich erst ein Urteil gegen private bilden, wenn man selber dort war. Ich fand es immer nett, wenn die jungen „Hasen“ private an Notaufnahmen gemieden haben eine auf „Superretter“ gemacht haben, aber man Sie irgendwann auch dort fand. Weil die Orgis ja immer so tolle Verträge bieten. Es gibt solche und solche. Sollte man sich die Frage stellen, warum hat ASG es geschafft. Lernt mal alle an einem Strang zu ziehen, sonst habt Ihr den Job nicht verstanden.

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