Rettung oft zu langsam


Potsdam (rd.de) – Wie die Berliner Morgenpost berichtet, ist der Rettungsdienst in acht von 14 Brandenburger Landkreisen nach Angaben von Gesundheitsministerin Dagmar Ziegler (SPD) langsamer als vorgesehen.

Demnach wurde in vier Kreisen die gesetzlich vorgesehene 95-Prozent-Schwelle, bei dem der Rettungsdienst binnen 15 Minuten am Notfallort ist knapp verfehlt, drei Kreise erreichten einen Wert von etwa 90 Prozent und ein Kreis liege gar unter 85 Prozent. Als Grund hierfür wurden die allgemeinen Schwierigkeiten der zeitnahen Versorgung in Flächen-Bundesländern angeführt, dennoch sollten die betroffenen Kreise ihre Planungen überprüfen.

Nach Ansicht von Priv.-Doz. Dr. med. Detlef Blumenberg, Verbandsvorsitzender der Bundesvereinigung der Arbeitsgemeinschaften der Notärzte Deutschlands (BAND), dürfte sich der Trend nicht eingehaltener Eintreffzeiten weiter verstärken. Durch Personalengpässe und die Ausdünnung der Krankenhauslandschaft werde sich die Eintreffzeit eines Notarztes drastisch verlängern, erklärte Blumenberg am Freitag der Nachrichtenagentur ddp. Ein Grund hierfür sei die Ausdünnung der Krankenhauslandschaft. Die damit verbundenen längeren Transportwege blockieren die Notärzte für die Übernahme neuer Einsätze.

2 Responses to “Rettung oft zu langsam”

  1. retter0815 on März 9th, 2009 17:23

    Richtig! Ein Grund ist die langfristige Bindung der Rettungsmittel für Transporte in weiter entfernte Kliniken.
    Das Brandenburgische Rettungsdienstgesetz in seiner Fassung vom 14.07.2008 führt dabei in § 14 Absatz 8 aus:
    „Bei qualifizierten Krankentransporten zur Verlegung von Patientinnen und Patienten in andere Krankenhäuser hat das abgebende Krankenhaus die notwendige ärztliche Betreuung sicher zu stellen. Krankenhaus und Kostenträger treffen Vereinbarungen über die Erstattung der Kosten.“
    In der Praxis wird jedoch trotzdem oft der Notarzt für die Verlegung genutzt und der Bereich ist oft für Stunden ohne Notarzt. Gleiches gilt für den RTW, der den Transport durchführt, denn auch hier ist an manchen Standorten nur 1 RTW stationiert.
    Somit müssen in dieser Zeit andere Rettungsmittel in den völlig entblösten Bereich fahren und es kommt zu Überschreitungen der Hilfsfristen.
    Hier fehlt ein Intensivtransportkonzept, welches neben der Luftverlegung auch Intensivtransportwagen vorsieht, die definierte Bereiche im Land Brandenburg abdecken. Gerade bei planbaren Verlegungen würde hier der RD deutlich entlastet werden.

  2. ambulancier on März 11th, 2009 09:56

    Es sind nicht nur die Intensivverlegungen, die sich nachhaltig auf die Eintreffzeiten in der Notfallrettung auswirken. Vielerorts besteht nur noch eine minimale Vorhaltung an KTW. Außerhalb der Besetztzeiten oder bei Auslastung führen dann RTW die Krankentransporte durch, und das teilweise in weit entfernte Kliniken. Und dann fehlt der RTW über Stunden…
    Die Krankenkassen haben sich zur Thematik Interhospitaltransfer, sowohl Intensivverlegung wie auch im qual. KTP, zumindest nicht öffentlich geäußert. Ob es wirklich Sinn macht, alle Intensivverlegungen per ITH durchzuführen, sei dahingestellt. Und ob es Aufgabe der Beitragszahler der gesetzlichen Krankenversicherung ist, die Versorgung der Kliniken mit Krankentransportleistungen zu finanzieren, ist mehr als fraglich.
    Was fehlt ist tatsächlich ein Intensivverlegungskonzept, ergänzt um eine Herausnahme der Interhospitalkrankentransporte aus dem BbgRDG, so wie es jüngst Niedersachsen gemacht hat.

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