Report Mainz: TV-Bericht über Notfallsanitäter


Bremen (rd.de) – Welche Rechte haben die künftigen Notfallsanitäter? Und wie stehen Vertreter der Ärzteschaft dem neuen Berufsbild gegenüber? Unter dem Titel „Lebensrettung als Lotteriespiel?“ berichtete am Dienstagabend (14.01.2014) die ARD-Sendung Report Mainz.

In der Sendung wird auf die bundesweit uneinheitlichen Regelungen zum Beispiel zur Gabe von Schmerzmitteln eingegangen. Neben Vertretern der Ärzteschaft, die einige der für Notfallsanitäter freigegebenen Maßnahmen kritisieren, kommen auch Fürsprecher zu Wort. Sie werfen einigen Ärzteverbänden Lobbyismus vor.

In der ARD-Mediathek ist der Beitrag derzeit abrufbar.

5 Responses to “Report Mainz: TV-Bericht über Notfallsanitäter”

  1. Lars Schmitz-Eggen on Januar 16th, 2014 12:15

    Stellungnahme des Deutschen Berufsverbandes Rettungsdienst (DBRD) zum Beitrag „Lebensrettung als Lotteriespiel?“:

    Der Deutsche Berufsverband Rettungsdienst e.V. (DBRD) begrüßt ausdrücklich sachliche Darstellungen über den Rettungsdienst und speziell die Beiträge über die Arbeit der Rettungsassistenten sowie der zukünftigen Notfallsanitäter. Insgesamt zeigte der Beitrag „Lebensrettung als Lotteriespiel?“ die deutlichen Unterschiede innerhalb des deutschen Rettungssystems und die darin derzeit uneinheitlich geregelten Kompetenzen der Rettungsassistenten. Der DBRD setzt sich seit seiner Gründung für eine Harmonisierung der Kompetenzen zum Wohle der uns anvertrauten Patienten ein. Ein wesentlicher Aspekt ist dabei neben der Schmerzbekämpfung die nunmehr im Notfallsanitätergesetz (NotSanG) klar geregelte Lebensrettung und Verhinderung von Folgeschäden. Die wichtigen am Rettungsdienst beteiligten Institutionen und Fachgesellschaften haben die notwendige einheitliche Regelung und erweiterte Kompetenzzuweisung ebenso erkannt. Federführend hat der Bundesverband der Ärztlichen Leiter Rettungsdienst (BV ÄLRD) gemeinsam mit dem DBRD den sogenannten Pyramidenprozess gestartet, an dem die am Rettungsdienst beteiligten Gruppen (Medizinische Fachgesellschaften, Rettungsdienstschulen, Leistungserbringer, Verbände etc.) beteiligt sind. Ziel ist es, einen einheitlichen Maßnahmenkatalog zu entwickeln, damit zukünftig regionale Versorgungsunterschiede nicht mehr auftreten. An diesem Prozess arbeiten die Vertreter der Ärzte und der Rettungsassistenten auf Augenhöhe konstruktiv zusammen. Im Mittelpunkt stehen der Patient und die notwendigen Verbesserungen bei der rettungsdienstlichen Versorgung der Notfallpatienten. Die getätigten Äußerungen durch den 1. Vorsitzenden der Bundesvereinigung der Arbeitsgemeinschaften der Notärzte Deutschlands e.V. (BAND) verwundern daher gleichermaßen nicht nur Rettungsdienstmitarbeiter und uns als DBRD, sondern sicherlich auch die meisten Notärzte und Zuschauer der Sendung.

    Die Auffassungen und Aussagen der BAND spiegeln nach unserer Einschätzung nicht die große Masse der Meinung der beteiligten Ärzteverbände und Notärzte wieder. Standesdenken haben wir bisher in allen Sitzungen mit dem BV ÄLRD und den Medizinischen Fachgesellschaften nicht wahrnehmen können. Der Prozess war immer lösungsorientiert und ausgerichtet auf eine bessere Versorgung der Notfallpatienten. Die getroffenen Aussagen halten wir auch im Sinne einer guten gemeinsamen Teamarbeit im Rettungsdienst für ungeeignet. Alle Notärzte und Fachgesellschaften sind unserer Ansicht nach gut beraten, sich von solchen Aussagen und rückwärtsgewandten Thesen der BAND zu distanzieren, da sie die wichtige ärztliche Kompetenz in der Notfallmedizin eher schwächen als stärken.

    Für den Vorstand
    Marco K. König
    1.Vorsitzender

  2. Jörn on Januar 18th, 2014 05:30

    BRANDAKTUELLER NACHTRAG:

    Am gestrigen Freitagnachmittag (17.01.2014) hat das Team von REPORT MAINZ eine Stellungnahme zu den von Herrn Dr. Michael Burgkhardt, dem Vorsitzenden des BAND e. V., erhobenen Vorwürfen der „unsauberen / unfairen Recherche“ veröffentlicht.

    Diese ist derzeit noch nicht online verfügbar, beginnt aber wie folgt:

    „REPORT MAINZ-Stellungnahme zur persönlichen Erklärung des
    Vorsitzenden der Bundesvereinigung der Arbeitsgemeinschaften
    Notärzte (BAND) e.V., Michael Burgkhardt vom 14.01.2014

    In seiner Stellungnahme kritisiert der Vorsitzende der Bundesvereinigung der
    Arbeitsgemeinschaften Notärzte, Michael Burgkhardt, die Zusammenstellung
    seiner Aussagen im REPORT MAINZ Beitrag „Lebensrettung als Lotteriespiel?
    Warum Rettungsassistenten häufig nicht helfen dürfen“. Die von Dr. Burgkhardt
    erhobenen Vorwürfe weisen wir zurück und nehmen gerne zu den einzelnen
    Punkten Stellung. […]“

    Das RETTUNGS-MAGAZIN wird hierüber zu Wochenbeginn sicherlich ausführlich berichten.

    Frühmorgendliche Grüße aus dem Südwesten

  3. Jörn on Januar 20th, 2014 18:13

    AKTUELLER NACHTRAG zu meinem Post vom 18. Januar 2014 – 5:30 Uhr:

    Der SWR hat soeben seine Stellungnahme offiziell verlinkt:

    http://www.swr.de/report/presse/-/id=1197424/nid=1197424/did=12733164/r7by68/index.html

    Und hier noch der LINK zur persönlichen Erklärung des Vorsitzenden der BAND:

    http://www.band-online.de/Persoenliche_Erklaerung_des_Vorsitzenden_der_BAND_8203.html

    Abendliche Grüße aus dem Südwesten

  4. tangotango on Januar 21st, 2014 13:39

    Danke für die Infos, Jörn 🙂 Ist ja richtig putzig, der Kerl..

  5. Jörn on Februar 26th, 2014 15:13

    Unter dem Titel „Die Lebensrettung ist kein Lotteriespiel“ erschien am 29. Januar 2014 in zwei Lokalausgaben der Koblenzer „Rhein-Zeitung“ ein Interview mit Herrn Dr. med. Guido Scherer, dem Ärztlichen Leiter Rettungsdienst des Rettungsdienstbereichs Bad Kreuznach:

    vgl. http://www.rhein-zeitung.de/region/lokales/nahe_artikel,-Die-Lebensrettung-ist-kein-Lotteriespiel-_arid,1100291.html vom 29.01.2014

    Darin behauptete Dr. Scherer, dass es beim DRK Rettungsdienst in Rheinland-Pfalz bislang keinen einzigen Fall von Kündigung wegen (Not-)Komepetenzüberschreitung des nichtärztlichen Rettungsfachpersonals gegeben habe.

    Die Landesfachkommission Rettungsdienst von ver.di hat nun zu den umstrittenen Passagen des Interviews Stellung genommen:

    vgl. http://www.rhein-zeitung.de/region/lokales/bad-kreuznach_artikel,-Kommission-aeussert-sich-zu-Kompetenzgerangel-im-Rettungsdienst-_arid,1115157.html vom 26.02.2014

    Diese Stellungnahme belegt, dass es entgegen der Aussagen des Ärztlichen Leiters Rettungsdienst im Rettungsdienstbereich Rheinhessen-Nahe doch (und zwar wiederholt) arbeitsrechtliche Maßnahme des Arbeitgebers DRK in Rheinland-Pfalz gegen Mitarbeiter im Rettungsdienst gegeben hat.

    Die Diskussionen um die Regelkompetenzen der jetzigen Rettungsassistenten und künftigen Notfallsanitäter dürften damit neue Nahrung bekommen haben…

    Sonnige Grüße aus dem Südwesten

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