Reduzierung von Rettungswagen sorgt für Verunsicherung


Sigmarigen (rd.de) – Das DRK im Kreis Sigmaringen reduziert die Zahl der Rettungswagen von 14 auf zehn Fahrzeuge. Die Versorgungsqualität soll darunter nicht leiden.

Mit der Umstrukturierung will man die Funktionen Rettungsdienst und Krankentransport klarer voneinander trennen. Bisher sind Rettungswagen zum Teil mit Krankentransporten blockiert. Das soll sich ändern: Die zehn RTW sollen ausschließlich Rettungsdiensteinsätze absolvieren.

Nebenbei führt die Umstrukturierung zu einem Wegfall von Arbeitsplätzen. Nach Informationen des Südkurier sollen 13 Rettungsassistenten ihren Hut nehmen. Zu diesem Zweck werden deren Zeitarbeitsverträge nicht mehr verlängert.

Bei dem 70 Rettungsdienst-Mitarbeitern regt sich Unmut gegen diese Entscheidung. Man befürchtet eine Sparmaßnahme auf Kosten der Versorgungsqualität. Auch der Kommentar im Südkurier bescheinigt der neuen Rettungsstrategie im Kreis einen faden Beigeschmack: Laut Informationen der Zeitung sollen die Krankentransporte nach den Vorstellungen des DRK verstärkt ehrenamtliche DRK’ler übernehmen.

13 Responses to “Reduzierung von Rettungswagen sorgt für Verunsicherung”

  1. locco on Januar 24th, 2011 13:45

    Da sollten die ehrenamtlichen mal etwas solidarität zeigen und die Transporte einfach mal verweigern. Wiedermal disqualifiziert sich eine DRK Organisation als Arbeitgeber.

  2. JS on Januar 24th, 2011 15:33

    So lange es genügend Ehrenamtliche gibt die das Spiel mitmachen ändert sich nichts. Meistens wird den Ehrenamtlichen versprochen das sie später eine Stelle bekommen. Nur welche Stelle wenn sie andere Ehrenamtliche wegfahren?
    Die Ehrenamtlichen müssen von sich einen Riegel davor machen. Dann würde das DRK mal böse erwachen.

  3. Bertl on Januar 24th, 2011 18:28

    Des is doch ein Witz, man kann doch die Ehrenamtlichen nicht dazu missbrauchen vorhandene Arbeitsplätze zu ersetzen. Schon garnicht fürn Krankensport.

  4. Guido on Januar 25th, 2011 00:23

    Ich sage es immer wieder “ Ehrenamtliche haben im Rettungsdienst/Krankentransport nichts zu suchen“. Egal ob Sie Qualifiziert sind oder nicht. Es geht immer auf Kosten der Angestellten, die „eigentlich“ mit dem Job Ihren Lebensunterhalt finanzieren wollen. Ich kann nur für die (noch) Angestellten hoffe, dass man sich dort noch einigen kann und sie ihren Job behalten. ICh bin froh, dass bei uns(Rettungsdienst/Krankentransport keine Ehrenamtlichen fahren.

  5. locco on Januar 26th, 2011 12:31

    In Großstädten wie Berlin kann an Wochenenden und Feiertagen schwer auf die Ehrenamtler verzichtet werden, da die Einsatzzahlen um einiges höher liegen als unter der Woche. Allerdings sollte der Einsatz sich auch nur auf diese Zeiträume beschränken.

  6. MdW on Januar 26th, 2011 14:05

    Wenn Ehrenamtliche eingesetzt werden sollten, dann als Ergänzung zum Regelrettungsdienst in besonderen Situationen. Natürlich auch nur in der entsprechenden Qualifikation! In der sogenannten risikolosen Krankenbeförderung haben sie gar nichts zu suchen, da das ein absolut rein betriebswirtschaftlicher Zweig ist. Zu dem konkreten Fall hier muss man sich auch fragen, ob die KTW auch für Notfälle zur Verfügung stehen und ob sie dafür geeignet sind.

  7. charlie-zulu on Januar 26th, 2011 19:14

    ..und was genau ist da jetzt die Begründung dafür, nicht auf ehrenamtliche verzichten zu können?

  8. Alex on Januar 27th, 2011 12:03

    @ Guido Da bekommt man doch glatt einen Tobsuchtsanfall! Wer hat denn früher auf dem Land den Menschen geholfen, wenn sich ein richtger Rettungsdienst nicht rentiert hat? Und heute ist es auch nicht viel anders wenn man mal schaut wieviele ehrenamtliche zb. durch first-responder Dienste es den hauptamtlichen Kollegen ermöglichen überhaupt noch etwas zu retten weil die Anfahrtawege so lang sind. Natürlich ist es inakzeptabel das der Krankentransport vollständig über ehrenamtliche abgedeckt werden soll, doch sollte man die schuld daran ehr bei den Organisationen suchen als bei den ehrenamtlichen die einfach nur gutes tun wollen und so überhaupt kein interesse daran haben hauptamtlichen die Stellen wegzunehmen.

    MFG

  9. gerry80 on Juni 25th, 2011 12:34

    Erst RTWs reduzieren, und Personal entlassen, dann aber die Hilfsfristen 2010 2009 und 2008 nicht einhalten können, und nun sucht man Rettungssanitäter?

    Wer kann einem DAS erklären?

  10. Nordretter on Juni 28th, 2011 10:46

    @ Alex: Ich arbeite als „Berufsretter“ in meiner Freizeit ja auch nicht ehrenamtlich als Bankkaufmann, Diplom- Ingenieur oder sonstiges. Das Ehrenamt sorgt meiner Meinung und Erfahrung nach dafür, dass Rettungsdienstler unter immer schwierigeren finanziellen Bedingungen arbeiten müssen und Arbeitsplätze wegfallen. Des weiteren können ehrenamtliche Rettungskräfte nicht auf dem hohen Level der beruflichen Rettungsassistenten arbeiten, weil ihnen aufgrund der geringeren Praxis schlichtweg die Routine und Erfahrung fehlt. Das geht dann, meiner Meinung nach, zu Lasten des Patienten, weil es die Rettungsteams schwächt. Euer ehrenamtliches Engagement in Ehren, aber es steht einer längst überfälligen Professionalisierung des deutschen Rettungsdienstes im Wege.

  11. locco on Juni 28th, 2011 16:03

    Ich bin dafür, den Wasserrettungsdienst zu professionalisieren und nur noch hauptamtliche Rettungsschwimmer einzusetzen. Die retten dann auch viel schneller und besser als die Ehrenamtler. Problem: Niemand will und könnte das bezahlen.

    Wenn es die Möglichkeit gibt, nur noch hauptamtliche im RD zu beschäftigen wäre das super. Nur müsste es dann auch möglich sein, dass die Ausbildungen von RA’s und RS‘ reglementiert werden und nur noch in äußerst wenigen Fällen (z.B. WRD) für Ehrenamtler zugänglich sind. Sprich: 3-Jährige betriebliche Ausbildung!

    Den Bankkaufmann lernt man aber nicht in seiner Freizeit und nicht nebenbei. Außerdem haben die meisten Banken am Wochenende geschlossen, was einem motivierten und engagierten Freizeitbänker das Ehrenamt in diesem Falle erschwert. Es sei denn, er setzt sich neben einen Bankautomaten und passt auf, dass keiner diesen Klaut. Somit wäre der Freizeitbänker auch eher ein Freizeitwachmann, was uns wieder zu einer weiteren unterbezahlten Berufsgruppe führt.

  12. Chris on Juni 29th, 2011 10:59

    Ihr stellt ja die Ehrenamtlichen als völlig doof dar (Sanitätsdienstpflasterkleber). Es gibt sicherlich auch welche die ein wenig was drauf haben und, bei gleicher Ausbildung, einem RS oder RA in nichts nachstehen.

  13. charlie-zulu on Juni 29th, 2011 13:30

    Es ist doch klar, dass die hauptamtlichen, die täglich oder zumindest alles paar Tage (je nach Schichtsystem) im Einsatz sind, wesentlich mehr Einsatzerfahrung haben und mehr Routine vorweisen können. Nur was man ständig macht kann man gut.

    Nichts desto trotz gibt es natürlich auch unter den hauptamtlichen Kollegen Personen, die nicht so viel drauf haben. Die gibt es immer und in jeder Berufsgruppe. Es gibt zivile Meisterschützen und Polizisten, die mit ihrer Dienstwaffe nicht umgehen können. Es gibt Berufsprogrammierer und Hobbytastenbediener, die erstere in die Tasche stecken.

    Diejenigen ehrenamtlichen, um beim RD zu bleiben, die mehr drauf haben als die hauptamtlichen, wird man aber nicht oder nur kaum bemerken. DIE verhalten sich meist gänzlich anders als die anderen ehrenamtlichen und fallen eben nicht auf. Die Masse an ehrenamtlichen hingegen, so meine Erfahrung, erkennt man nen Kilometer gegen den Wind und mit verbundenen Augen.

    Das ganze jetzt unabhängig davon, ob ich ehrenamtliche im RD sehen mag oder nicht.

Möchten Sie einen Kommentar schreiben?