Reanimation nach Pfefferspray-Einsatz


Dortmund (ots) – Ein laut rufender Dortmunder störte gestern Morgen gegen 2.23 Uhr die Nachtruhe der Anwohner im Ortsteil Oestrich und rief Polizei und Rettungsdienst auf den Plan. Heute ist der Einsatz ein Fall für den Staatsanwalt.

Um 2:23 Uhr wurden Polizei und Rettungswagen in Dortmund-Oestrich zu einem Einsatz gerufen, weil ein 32 Jahre alter Dortmunder laut rufend auf der Straße die Anwohner störte. Die zuerst vor Ort eintreffende Besatzung des RTW wurde von dem Mann, der einen verwirrten Eindruck machte, bedrängt.

Zwei mit einem Streifenwagen eingetroffene Polizeibeamte versuchten vergeblich, den Mann zu beruhigen und brachten ihn schließlich unter Einsatz von Pfefferspray zu Boden.

Beim anschließenden Transport in den Rettungswagen kollabierte der 32-jährige und musste von der RTW-Besatzung reanimiert werden. Er befindet sich in stationärer Behandlung. Es besteht weiterhin Lebensgefahr.

Die Staatsanwaltschaft hat die Ermittlungen aufgenommen. Die Ursachen für das Verhalten des Dortmunders und für den Kreislaufkollaps sind noch nicht geklärt. Ein erstes Drogenscreening ergab einen Hinweis auf den Konsum von Kokain.

4 Responses to “Reanimation nach Pfefferspray-Einsatz”

  1. schdaeff on Juni 24th, 2010 10:43

    … na das liest sich aber eher wie „Reanimation nach Kokainkonsum“, was auch eine glaubhaftere Erklärung wäre …

  2. Mario Gongolsky on Juni 25th, 2010 11:36

    Die Obduktion des Institut für Rechtsmedizin der Universitätsklinik in Essen ergab, dass der 32-jährige Mann einem Multiorganversagen infolge eines schweren Kreislaufschocks erlag.
    Als Auslöser für das Schockgeschehen kommen mehrere Umstände in Frage, die in ihrem Zusammenwirken noch nicht abschließend beurteilt werden können. Es sind dies die mögliche Intoxikation mit Betäubungsmitteln, ein Atemstillstand nach massiver, auch psychisch ausgelöster Agitation und eine Infektion der oberen Luftwege, die sich bei der Obduktion nachweisen ließ.
    Hinweise auf einen übermäßigen Einsatz körperlicher Gewalt durch die Polizeibeamten fanden sich bei der Obduktion nicht. Auch dass der Kreislaufzusammenbruch durch einen unsachgemäßen Einsatz von Pfefferspray im Zuge des Einsatzes ausgelöst wurde, ist nach dem bisherigen Ermittlungsergebnis nicht belegbar.

  3. HLK60 on Juli 5th, 2010 17:16

    in diesem Zusammenhang wäre es ja von Interesse die Wirkung ( des so hoch gelobten 🙁 ) Pfeffersprays in Zusammenspiel mit Drogen und Stress genauer zu untersuchen. Hoffe das dieses geschieht und veröffentlicht wird, damit solche Vorfälle in Zukunft nicht mehr vorkommen. Bis dahin wird das Teufelszeug hoffentlich mit höchster Vorsicht und Sparsamkeit eingesetzt wird.

  4. campesino on Juli 5th, 2010 19:46

    Genau. In Zukunft sollen die Polizisten dann lieber wieder Schlagstock oder Schusswaffe einsetzen, vielleicht ist das ja ungefährlicher.
    Alternativ können sie auch abwarten, bis sie genug sind, um der Sache nur mit „einfacher körperlicher Gewalt“ zu begegnen. Was in der Zwischenzeit mit den rettungsdienstlichen Kollegen passiert, ist ja egal.

    Ich trage auch Pfefferspray. Si vis pacem, para bellum. Ich hasse diesen Satz, aber hier trifft er zu.

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