Private in Lauerstellung


Hannover (rd.de) – Nachdem es zwischen den im Rettungsdienst tätigen Hilfsorganisationen und den Kostenträgern Streit gibt, für den die Region Hannover im Zweifel geradestehen muss, fällt das Drängen privater Rettungsdienstanbieter auf eine Ausschreibung scheinbar auf fruchtbaren Boden.

Hinter verschlossenen Türen wird die Zukunft des Rettungsdienstes in der Region Hannover verhandelt. Demnach ist eine europaweite Ausschreibung zur Neuvergabe des Rettungsdienstes ab 2013 ernsthaft im Gespräch. Das geht aus einer internen Informationsdrucksache der Verwaltung hervor, die der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung vorliegen soll.

Nach Angaben des Blattes haben drei private Rettungsdienstanbieter ihr Interesse signalisiert, sich an einer Rettungsdienstausschreibung zu beteiligen. Ginge es nach den Privaten, könnte der Zuschlag schon in 2012 erfolgen. Um welche drei Privatanbieter es sich handelt, teilte die Zeitung nicht mit.

Der ASB und die Johanniter streiten sich mit den Krankenkassen um Forderungen in Höhe von 1,1 Millionen Euro.

13 Responses to “Private in Lauerstellung”

  1. charlie-zulu on Dezember 7th, 2011 13:34

    Hauptsache hinter verschlossenen Türen,…

  2. Benny on Dezember 8th, 2011 18:59

    Krankenkassen und Billiganbieter sind die Totengräber unseres Systems. Und wer bei Privaten Anbietern für 1200 -1400 € arbeitet, hilft da kräftig mit.

    Danke ihr Weisen Richter und Politiker in Brüssel und sonstwo.

    Privatisiert endlich die Polizei und die Feuerwehr. Das geht nämlich auch billiger!

  3. Michael Kraus on Dezember 9th, 2011 09:34

    @Benny
    So einfach ist das aber nicht. Es gab schon Ausschreibungen (z.B. Köln) da sind „Private“ wegen nicht nachvollziehbaren Gehaltskostenkalkulationen unterlegen bzw. ausgestiegen, da man die Preispolitik der gegnerischen Anbietergemeinschaften (hier Hiorgs) als nicht ganz seriös beurteilte, um es mal ganz vorsichtig auszudrücken.
    Totengräber bzw. kopflose Menschen gibt es leider viele in diesem Metier, aber die „Privaten“ pauschal hier abzuqualifizieren ist nicht sachgerecht und entspricht nicht der Realität. Solche Aussagen haben immer eine ideologische Komponente.

  4. Johanniter-Ritter on Dezember 12th, 2011 09:59

    Und mit welchen Methoden die „Privaten“ dabei vorgehen, hat der Vorgänger von Prof. Runggaldier bereits im Mai 2008 in einem Interview mit dem Magazin WOHLFAHRT INTERN verraten:

    http://www.wohlfahrtintern.de/heft/mai-2008/rettungsdienste-lautlos-deutschland-erobern/

    Ich sage dazu nur: TARNEN UND TÄUSCHEN 😉 Köln und Hamm waren bzw. sind reine Ablenkungsmanöver. Dort, wo momentan Novellierungen der RDGs anstehen, scharren Falck, G.A.R.D. & Co. bereits mit den Hufen…

  5. Jörn on Dezember 22nd, 2011 21:09

    Jetzt versucht auch der ASB in der Region Hannover Druck auf die politisch Verantwortlichen auszuüben – getreu dem Motto „Wir bauen hier nur eine neue Rettungswache, wenn…“: http://www.haz.de/Hannover/Aus-der-Region/An-der-Leine/Seelze/ASB-plant-neue-Rettungswache vom 21.12.2011

    Hoffentlich lassen sich die Entscheider nicht so leicht beeinflussen…

    Abendliche Grüße aus dem Südwesten

  6. Stefan on Dezember 23rd, 2011 15:19

    @Jörn

    Und was genau ist da so verwerflich nach Ihrer Ansicht? Also ich kann das gut verstehen.
    „…Der Bürgermeister verwies auf die seit zwei Jahren immer wieder diskutierte europaweite Ausschreibung für die Rettungsdienste in der Region Hannover. Dies sei eine untragbare Situation, weil die Mitarbeiter nicht wüssten, ob ihre Verträge verlängert werden. „Es geht dabei auch um Menschen“, betonte Schallhorn.“

    Dem kann man nichts hinzufügen.

    Wenn Ausschreibungen dann nur langfristig für neu Leistungen!

  7. Jörn on Dezember 24th, 2011 17:17

    @Stefan: Wir beide wissen doch genau, dass der Bürgermeister von Seelze nur als „Strohmann“ benutzt wird, um die (berechtigten?) Interessen des Arbeiter-Samariter-Bundes durchzuboxen, und dass es dabei n i c h t i n e r s t e r L i n i e um die Interessen der dort Beschäftigten geht. Für diese ist es in der Tat unbefriedigend, dass seit Jahr und Tag über die weitere Ausgestaltung des Rettungsdienstes in der Region Hannover und damit indirekt auch über ihre persönliche Zukunft gestritten wird. Den von Ihnen ins Spiel gebrachten Bestandsschutz für bestehende Rettungswachen (auf welcher Rechtsgrundlage basieren die damaligen Entscheidungen?) wird es aus rechtlichen, nicht nur europarechtlichen Gründen nicht geben (dürfen), so dass Ihr vermeintlich guter Ansatz, nur neue Leistungen (EU-weit) auszuschreiben, nicht umsetzbar ist. Entweder werden die Träger des Rettungsdienstes – das sind im Gegensatz zu Baden-Württemberg in Niedersachsen und anderswo die kreisfreien Städte und Landkreise – diese (Dienst-)Leistungen EU-weit ausschreiben oder den Rettungsdienst als kommunale Aufgabe der staatlichen Daseinsvor- und fürsorge bzw. der öffentlich-rechtlichen Gefahrenabwehr kommunalisieren. Ich persönlich plädiere für Letzteres – nicht nur in der Region Hannover! Aber hierüber können wir gerne an geeigneter(er) Stelle miteinander diskutieren.

    Ich wünsche Ihnen, lieber Stefan, und allen Mit-Diskutanten eine schöne, besinnliche und vor allem sorgenfreie Weihnachtszeit sowie einen guten Start in das neue Jahr 2012.

  8. Stefan on Dezember 28th, 2011 11:40

    @Jörn

    Sie haben sicherlich Recht wenn man zwischen den einzelnen RD Gesetzgebungen in den jeweiligen Bundesländern differenzieren muss. Aus Arbeitnehmer Sicht ist dieses ewige hin und her eine Katastrophe. Auch sollte man hier die Verdienste der Hi.orgs in den vergangenen Jahrzehnten egal wo, nicht ganz ausser Acht lassen.
    Sollte sich keine Lösungen mit langfristiger Bindung finden lassen, ist sicherlich die von Ihnen erwähnte Kommunalisierung noch die verträglichste Lösung für die Arbeitnehmer. Obwohl es auch hier deutliche Unerschiede geben soll. Für eine diesbezügliche Diskussionen mit Ihnen oder anderen Kollegen bin ich gerne bereit, aber an welcher anderer Stelle? Eventuell von Angesich zu Angesicht so mit z.B.: Stefan, Jörn, Jan und Sepp usw…
    Eventuell in Fulda auf der Messe?

    Das könnte interessant werden!!!

    Soweit auch Ihnen einen guten Start ins neue Jahr 2012

  9. Sepp Daxberger on Dezember 30th, 2011 13:04

    @Stefan
    Treffen wir uns alle in Fulda zu einem gemütliche Plausch, was die Ausschreibungen angeht kann ich nur auf die Eisenbahverkehre verweisen, wo es zumindest in Bayern seit 1998 bestens funktioniert. Bei uns im Bereich wird gerade das damalige erste Ausschreibungsprojekt BOB nach 13 Jahren erneute ausgeschrieben mit der Maßgabe, dass ein eventueller anderer Anbieter das Personal und die vorhandene Werkstätte mit übernehmen muss. Wie ihr sehen könnt, ist alles nur eine Sache der Ausschreibung. Der Ausschreibende, im RD die Kommunen, geben die Punkte vor und baste. Wenn die RD-Behörden sich nicht auskennen, können sie gerne Hilfe bei der Eisenbahn holen.
    Ansonsten allen einen guten Rutsch ins neue Jahr.

  10. Jens on Januar 22nd, 2012 12:43

    Das schlecht machen der „Privaten“ ist ja bald nicht mehr zu ertragen. Endlich gibt es freien Wettbewerb im Bereich des Rettungsdienstes. Leider sind immer noch nicht alle Ausschreibungen fair. Der Rettungsdienst ist doch keine Hoheitsaufgabe sondern eine ganz normale Dienstleistung. Wieso stellt man immer die Privaten als Dumpinglohn Vorantreiber dar? Fakt ist doch das z.B. das DRK fast komplett aus den Tarifverträgen für den Rettungsdienst ausgestiegen ist. Es gibt nur noch ganz wenige Kreisverbande die danach bezahlen. Was ist das denn? Kein Dumpinglohn in den Augen der hier schreibenden Gewerkschafter.

    Wacht endlich auf und haltet Euch nicht mehr an diesen veralten ideologischen Denkmustern fest. „Private“ können es genauso gut und sind nicht der Feind des sozial Staates.

  11. Gilbert on Januar 23rd, 2012 00:20

    ich kann es nicht mehr lesen was hat mann nur gegen die „Privaten“…
    jeder sollte mal vor seiner Türe fegen was da so alles liegt ins besondere
    wenn es um das Thema Ausschreibungen geht – hier werden bewusst Fristen hinausgezögert und Bekaanntmachungen vertagt – es wird versucht alle Wiederspruchsfristen im Keim zu ersticken.
    Nur nicht diePrivaten . schwachsinn…
    erst mal guggen was sie leisten können – und dann endscheiden es gibt auch unter den HiOrgs Kreisverbände die nicht mehr als 1500 zahlen !!
    also daran kann es nicht liegen.
    woran liegt es den – habt ihr euch schon mal gedanken gemacht –
    fangt mal an und hört auf reinzuschlagen – MÄDCHEN

  12. Michael on Januar 23rd, 2012 17:19

    Schlußendlich ist es doch eh egal ob Private, Organisationen oder Komunaler Rettungsdienst. Man kann seine Mitarbeiter nur so gut (schlecht) bezahlen wie die Leistung selbst auch bezahlt wird. Die Zeiten wo insbesonders die Hilfsorganisationen etliche 100.000 € Miese im Jahr erwirtschaftet haben sind vorbei. Unter jeder Abschlussrechnung muss eine schwarze Null stehen… sonst ist das Unternehmen nicht überlebensfähig!

  13. Stefan on Januar 23rd, 2012 19:36

    Ein Grund warum verstärkt auch Politiker gegen „Private“ zufelde ziehen, könnte die Erkenntnis sein, daß sobald die HiOrg´s im Rettungsdienst vermehrt zugunsten privatwirtschaftlich geführter Unternehmen wegfallen, die Möglichkeiten des persönlichen „socialwashings“ begrenzter werden. Zu leicht ist die Aufwertung der Person und/oder der Partei durch einen entsprechenden Vorstandsposten bei einer der HiOrg´s, zu erreichen.

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