Flörsheim: DRK übt Kritik an Leitstelle


Flörsheim (rd.de) – Der Bereitschaftsleiter des DRK-Ortsvereins Flörsheim (Main-Taunus-Kreis), Franz-Josef Eckert, kritisiert die Arbeitsweise der Leitstelle in Hofheim. Diese arbeite nicht nach der Strategie, wonach das nächstgelegene Fahrzeug zum Einsatzort zu alarmieren ist.

Symbolbild. Foto: Markus Brändli

Die DRK-Bereitschaft bemängelt die Alarmierungs-Praxis der zuständigen Leitstelle. Foto: Markus Brändli

Gegenüber der „Frankfurter Neuen Presse“ nannte der Bereitschaftsleiter mehrere Fälle, bei denen der Rettungswagen im „Status 1“ auf der Wache bereit gestanden habe. Dennoch wurde der Rettungswagen nicht durch die Leitstelle alarmiert, obwohl dieser sich am nächsten zum Einsatzort befand. Des Weiteren hob er gegenüber der Zeitung hervor, dass damit das Patientenwohl gefährdet würde. Ebenso sei das Verfahren für die Mitglieder der DRK-Bereitschaft demotivierend.

Eckert gab auf Nachfrage von rettungsdienst.de an, dass „Status 1“ bedeutet, dass sich Bereitschaftler in unmittelbarer Nähe zum Einsatzfahrzeug befinden. Diese Praxis sei mit der Leitstelle abgesprochen und im Leitstellenrechner hinterlegt. Bei „Status 2“ plant der Rechner automatisch eine gewisse Anfahrtszeit der ehrenamtlichen Rettungskräfte mit ein.  Um dies zu umgehen, setzen die Ehrenamtlichen, wenn sie sich auf der Bereitschaftswache befinden, den RTW auf „Status 1“.

Ein Sprecher des Main-Taunus-Kreises teilte gegenüber der Zeitung mit, dass die Rettungswagen noch nicht mit GPS ausgestattet worden sind. Dadurch seien den Leitstellen-Mitarbeitern die genauen Standorte der Rettungswagen nicht immer bekannt. Die von Eckert genannten Fälle würden vom kreiseigenen Qualitätsmanagement überprüft. Allerdings halte der Main-Taunus-Kreis die vorgesehene Hilfsfrist in mehr als 90 Prozent der Einsätze ein.

(14.01.2016)

5 Responses to “Flörsheim: DRK übt Kritik an Leitstelle”

  1. Wouter on Januar 18th, 2016 10:28

    Ist der RTW im Regelrettungsdienst eingebunden , mit den KKn entgeltvereinbart und kann somit stets regulär disponiert werden ??

    Oder handelt es sich um den Wunsch und Drang ehrenamtlicher Einheiten mitmachen zu wollen??

    Ich lass mir gerade auf der Zunge zergehen:

    Status 2, ohne das Personal unmittelbar und ohne Verzögerung das Rettungsmittel besetzen kann ? Oder klarer formuliert: ein einsatzbreit gemeldeter RTW ohne Personal soll im Regelrettungsdienst berücksichtigt werden?! Für was soll die Karenzzeit wirken , sicher nicht zum Wohl des Patienten?!

    Entschuldigung , so eine Sichtweise kann niemand ernst nehmen….

    Wo bleibt dabei die Professionalität ? Auf der Strecke ……. wenn Ihr mich fragt!

    Ehrenamtsromatik der 1970er Jahre reloaded im Main-Taunus-Kreis??

    Luxemburger Verhältnisse benötigen wir nicht.

    mit bestürztem Gruss

  2. Christoph on Januar 19th, 2016 15:03

    Interessant ist die Homepage des DRK Ortsvereins. Dort ist nämlich beschrieben wann und wie das Rettungsmittel besetzt wird. Leider passt der Text von der Homepage und der Zeitungsbericht mit den „Anschuldigungen“ des Bereitschaftsleiters nicht überein. Ich habe den Homepagetext hier mal angehängt:

    Das Deutsche Rote Kreuz OV Flörsheim am Main e.V. betreibt einen „Hintergrund-Rettungsdienst“, der die Versorgung von Notfällen bei Ihnen vor Ort übernimmt. Dies vorallem nachts oder wenn kein hauptamtliches Rettungsmittel zur Verfügung steht.
    Im Klartext heißt das: Die Zentrale Leitstelle Main-Taunus alarmiert die ‚Schleife‘ 54901 und die Funkalarmempfänger unserer ausgebildeten Rettungsassistenten und Rettungssanitäter lösen aus. Daraufhin begeben sich mindestens 2 unserer Helfer so schnell und sicher wie möglich zur Wache in den Höllweg, um dort einen unserer Rettungswagen (RTW) 4/85-1 bzw. 4/85-2 zu besetzen.
    Zur Besetzung eines Rettungswagens benötigt man mind. einen Rettungsassistenten und einen Rettungssanitäter. Die Ausbildung zum Rettungssanitäter ist Vorraussetzung, um bei uns „Rettung zu fahren“.
    Wir erfüllen damit die selben Voraussetzung und befolgen die selben Richtlinien wie die hauptamtlichen Rettungswagen, die im Main-Taunus-Kreis Hilfe leisten und arbeiten dabei ehrenamtlich!

  3. Uwe on Januar 21st, 2016 11:34

    Unglaublich…..
    Da sind ein paar ehrenamtliche welche sich berufen fühlen im Rettungsdienst mitzumischen??
    Der Rettungsdienst ist ein hoch professioneller Bereich in dem ausschließlich gut aus- und weitergebildete Berufsretter zum Einsatz kommen sollten.
    Das erwarte ich für meine Familie und für mich. Dafür zahlen wir Beitrage und die gesetzlichen Bestimmungen sind auch klar geregelt.
    Oder ist der RTW Einsatz der ehrenamtlichen für meine Kasse gratis….:)))?
    Und das mit dem Ehrenamt kann ich auch nicht mehr hören… arbeitet doch ehrenamtlich in der freien Wirtschaft , weil was anderes ist ein Rettungsdienstunternehmen auch nicht.

  4. Peter on Januar 22nd, 2016 08:33

    Sorry, aber für mich ist das eine „First Responder Einheit“ und hat mit Alarmierung eines öffentlich-rechtlichen RTW nichts zu tun, Der Bereitschaftsleiter sollte mal seine Hausaufgaben machen, dann wüsste er wie das Landesrettungsdienstgesetz aufgebaut ist. Dort sind Vorhaltungen etc. genau geklärt. Und wenn so (sorry für die Ausdrucksweise) Möchtegernhelfer meinen hier mitwirken zu wollen, dann ist dies löblich aber auch diese haben sich an Gesetze zu halten. Man kann nicht auf das gerade Wohl hin sagen „heut hab ich Lust und morgen nicht“,

  5. Martin on Januar 22nd, 2016 14:23

    ich kann mich meinen vorredner nur anschließen.

    „oberstes Ziel zum Wohle der Notfallpatienten“ oder sollte es besser heißen „oberstes ziel zum finanziellen wohle des ortsvereins“?!

    wer als ehrenamtlicher seinen dienst bei einem „hintergrund-rettungsdienst“ absolviert, dem muss bewusst sein, daß er/sie auch mal zeiten erlebt in denen es ruhiger ist. warum sollten sie also „frustrierd oder demotiviert“ sein (wie im artikel der fnp.de zu lesen ist)

    wie die vergangenheit gezeigt hat, bringt sich herr eckert auch schon mal gerne selbst in den einsatz, obwohl er garnicht alarmiert wurde und dann eigentlich den einsatz (die zufahrt) nur blokiert hat.
    das erinnert dann eher an einen hollywoodstreifen wo abschleppunternehmen auch den funk mithören und dann (quasi wie in einem rennen) zum unfallort eilen.

    ich bin auch weiterhin davon überzeugt, daß auf der leitstelle fähiges personal eingesetzt ist das stets bemüht ist „zum Wohle des Notfallpatienten zu handeln“

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