Polizeikontrolle: Fahrer schießt sich in den Kopf


Eichendorf (pol) – Bei einer Polizeikontrolle am Montagabend schoss sich ein Autofahrer zweimal mit einer Waffe in den Kopf. Der Mann wurde lebensgefährlich verletzt in einer Klinik nach Regensburg geflogen.

Zwei Beamte der Polizeiinspektion Landau a. d. Isar (Landkreis Dingolfing-Landau) waren am Montagabend auf Streife unterwegs. Bei Eichendorf fiel den Polizisten ein Pkw Suzuki auf, dessen Fahrer im Verdacht stand, ohne Führerschein unterwegs zu sein. Die Landauer Beamten wollten eine Kontrolle durchführen, zunächst flüchtete der Fahrer jedoch. Wenig später konnte das Fahrzeug im Ortsteil Adldorf doch noch angehalten werden.

Als sich die beiden 37 und 41 Jahre alten Polizisten gegen 20.20 Uhr zu dem Pkw begaben, um den Fahrer zu kontrollieren, zog dieser plötzlich aus der Mittelkonsole einen Revolver Kaliber 38 und schoss sich vor den Augen der Beamten innerhalb kurzer Zeit zwei mal von unten in den Kopf. Den Polizisten blieb vor Ort keine Möglichkeit, das Geschehen zu verhindern; zumal beide ja auch davon ausgehen mussten, dass der Mann unter Umständen auch auf sie schießt. Die beiden Beamten alarmierten sofort die Rettung und kümmerten sich um den Schwerstverletzten.

Der lebensgefährlich verletzte, 67-jährige Fahrer aus dem Landkreis Rottal-Inn wurde wenig später von einem Notarzt versorgt und mit einem Rettungshubschrauber in eine Klinik nach Regensburg geflogen. Der Mann musste nach Erkenntnissen der Polizei mehrmals notoperiert werden und schwebt in Lebensgefahr.

Bei einer Durchsuchung seines Fahrzeugs fand die Polizei später noch einen Säbel, einen Vorschlaghammer und eine Axt.

Die Sorge der niederbayerischen Polizeiführung galt nach dem Vorfall auch den beiden eingesetzten Beamten. Einer der beiden Polizisten wurde durch das Ereignis traumatisiert und musste aus dem Dienst herausgelöst werden. Ein Notfallseelsorger kümmerte sich ebenso wie die Angehörigen und die Dienststellenleitung der Polizeiinspektion Landau um die beiden Polizisten. Mit eingebunden in die Betreuung wurde auch der Zentrale Psychologische Dienst der Bayerischen Polizei in München und der Polizeiliche Soziale Dienst des Polizeipräsidiums Niederbayern.

Als Motiv für die Tat vermuten die Ermittler derzeit eine Verzweiflungstat wegen der neuerlichen Kontrolle und der damit verbundenen erneuten strafrechtlichen Konsequenzen.

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