Pockau: Rettungswache mit Plumpsklo


Pockau (rd.de) – In der Rettungswache Pockau (Erzgebirgskreis/Sachsen) rumort es. Wie die „Freie Presse“ in ihrer Onlineausgabe vom 06. August 2012 berichtet, kritisieren die Mitarbeiter des Rettungsdienstes schon lange die baulichen Zustände ihrer Wache.

Die Toilette ist nur ein Plumpsklo, eine Trennung nach Geschlechtern gibt es bei den Sanitäreinrichtungen nicht und Duschmöglichkeiten fehlen auch. Insgesamt erschweren die beengten Verhältnisse die Arbeit der Rettungsdienstmitarbeiter. Nach Infektionsfahrten zum Beispiel müssten die Kollegen die sanitären Einrichtungen in der Wache Marienberg benutzen, schreibt die “Freie Presse”. Diese Wache ist rund zwölf Kilometer entfernt.

Seit Juni dieses Jahres ist die Pockauer Wache in den Räumen der DRK-Ortsgruppe rund um die Uhr besetzt. Alle zwei Wochen trifft sich der DRK-Ortsverein in dem etwa 60 Quadratmeter großen Raum zur Ausbildung. Während dieser Zeit ziehen sich die Rettungsdienstmitarbeiter in die Garage zurück.

Auch um die Ruhemöglichkeiten scheint es nicht besonders bestellt zu sein. Während ein Mitarbeiter im Obergeschoss zur Ruhe kommen kann – dort gibt es eine Liege und ein Sofa –, klappt der andere im Erdgeschoss zwischen den Spinden eine Liege auf.

Verantwortlich für die Wachen ist der Träger des Rettungsdienstes. Der Sprecher des Landratsamtes, Oliver Reinhardt, bestätigte gegenüber www.rettungsdienst.de die Zustände. Die Landkreisverwaltung des Erzgebirgskreises plane jedoch für nächstes Jahr eine neue Rettungswache in Görsdorf. Das Landratsamt bestätigte auf Nachfrage den Baubeginn für Mai 2013.

Die Pockauer Wache war ursprünglich nur als Übergangslösung gedacht und ging im November 2005 als Außenwache in Betrieb.

15 Responses to “Pockau: Rettungswache mit Plumpsklo”

  1. Ralf Schmidt via Facebook on August 7th, 2012 11:07

    Wow eine Übergangslösung von 2005 bis ???, sorry aber das geht nicht die Kollegen tun mir leid:-(

  2. der Münchner on August 7th, 2012 11:20

    seltsam, dass die Mitarbeiter dies kritisieren müssen. Ist für die Überprüfung der Arbeitssicherheit und des Arbeitsplatzes nicht das Gewerbeamt als Aufsichtsbehörde zuständig? Was sagen die denn dazu? Würden die sowas bei McDonalds (oder jedem anderen Unternehmen) auch dulden?

  3. Jörn on August 7th, 2012 11:21

    Ähem!? Betriebsrat, Rettungsdienstleitung, Geschäftsführung, Kreisvorstand, Landkreisverwaltung? Bitte melden! Was haben Sie denn in den letzten Jahren unternommen, um diesen unhaltbaren Zustand zu ändern?? Offen-sichtlich NIX! Sachsen ist doch das Baden-Württemberg des Ostens, oder? ;-) Und das berühmt-berüchtigte BW-Motto WIR KÖNNEN ALLES. AUßER HOCHDEUTSCH war ja eigentlich von der Werbeagentur für die Sachsen vorgesehen, die hatten es seinerzeit aber abgelehnt…

    Jetzt wieder sonnige Grüße aus dem Südwesten in den Nordosten der B-Republik

  4. Shaun Whiting via Facebook on August 7th, 2012 11:45

    Das darf echt nicht wahr sein! Ich kann mich meinen vorrednern nur anschließen! Das sind Mängel die kann man sich noch nicht mal schön reden… einfach unfassbar

  5. Stephan Birkholz via Facebook on August 7th, 2012 12:13

    Unglaublich!!

  6. Olf on August 7th, 2012 12:41

    Bei uns wurde an den baulichen Strukturen erst etwas unternommen, als im Rahmen des QM ein Auditor mit der Arbeitsstättenverordnung gewedelt hat. Die Androhung: “Möglicher Verlust der Zertifizierung” war dann endlich ausreichen Druck um Gelder für Umbauten zu bewilligen.
    Der RD-Mitarbeiter muß sich immer wieder mit Geschichten von damals ” Wir im Zelt an der Landstraße ” zurechtweisen lassen, wenn er ein neues anstelle eines irgendwo ausrangierten Sofa möchte.
    Geht ein Bildschirm in der Verwaltung dahin gibt es einen nach neuesten Stand, ist ja ein “Bildschirmarbeitsplatz”, da gilt DIN EN … , Arbeitsschutzgesetz xyz , etc..
    Zum Haare raufen…..

  7. Thomas Leber via Facebook on August 7th, 2012 14:04

    ach Marco du weist doch es wird alles besser. :-P

  8. Achim on August 7th, 2012 17:28

    Im Zeichen der Menschlichkeit kann man auch mal ein paar Jahre auf ein Plumpsklo gehen ! Mensch!

    “…Seit Juni dieses Jahres ist die Pockauer Wache in den Räumen der DRK-Ortsgruppe rund um die Uhr besetzt. Alle zwei Wochen trifft sich der DRK-Ortsverein in dem etwa 60 Quadratmeter großen Raum zur Ausbildung. Während dieser Zeit ziehen sich die Rettungsdienstmitarbeiter in die Garage zurück….” :-(

  9. Stephan Mende via Facebook on August 7th, 2012 18:50

    und dann wird sich gewundert wenn die motivation der mitarbeiter sinkt….einfach ohne worte

  10. lachhaft on August 8th, 2012 12:42

    Ist schon häftig was im MEK kreis so passiert kein wunder das keiner dahin will und da red ich noch nichtmal vom armseligen verdienst wo man ende des monats nicht mehr weis von welchem geld man tanken gehen soll um auf arbeit zukommen….

  11. tja on August 9th, 2012 18:32

    personalrat gibts seit jahren keinen.. da sich keiner getraut denn der wird seelig runter geputzt bis der therapeut nötig wird.. kat schutz is pflicht sonst gibts gehaltsabzüge.. tarifvertrag seit über zehn jahren eingefroren.. bewährungsaufstieg fehlanzeige.. notärzte die ihre privaten mülltüten bei den patienten unter die couch werfen oder tv schauen während der rest reanimiert.. ein hoch auf die leute die mit dem slogan werben: wir helfen gern.. !!!!

  12. HHxSN3xi on August 11th, 2012 16:33

    @tja, Nun ja ist vielleicht etwas viel Butter aufgetragen. Für die Notärzte mit scheinbar schlechten Manieren kann kein Landratsamt und auch keine Hilfsorganisation was. ABER wie hier, von einem noch :-( Mitarbeiter oder ehemaligen Mitarbeiter, über die Rahmenbedingungen berichtet wird da stehen einen schon die Haare zu Berge (aber mittlerweile nicht mehr aus Verwunderung sondern aus reinstem Mitleid für die dortigen Mitarbeiter). Da die o.g. Zustände bereits in einem anderen Bericht (siehe http://www.freiepresse.de/LOKALES/ERZGEBIRGE/MARIENBERG/Rettungswache-in-Pockau-fortan-rund-um-die-Uhr-besetzt-artikel8038778.php) beschrieben wurden sind muss man nicht nur den Zustand der Wache als Skandalös ansehen sondern auch den Umgang der zuständigen Hilfsorganisation mit ihren Mitarbeitern. Wenn aber hier geschrieben wird das für nicht geleistete Katastrophenschutzarbeit (welche ja bekanntlich Ehrenamtlich ist) es zu Gehaltskürzungen kommt kann ich das hier einfach nicht glauben, da das ganz klar gegen jegliches Arbeitsrecht und den arbeitsvertraglichen Bestimmungen verstößt. Hier wäre der Arbeitsvertrag nichtig und würde durch einen Standartarbeitsvertrag ersetzt. Welcher zwar nur die untere Urlaubstageregelung von 24 Werktagen beinhalten würden (Ihr habt durch die Wechselschicht sicherlich 26 oder mehr) aber es würde eine, in der Branche übliche, zeitliche Befristung des Arbeitsverhältnisses ausgeschlossen. Also sollte jeder für sich entscheiden ob der Zustand der Rettungswache und der Arbeitsvertrag mit dem eigenem Gewissen vereinbar ist oder nicht. Wenn die Antwort lauten sollte: “Nein, es ist einfach nicht vereinbar…” dann sollte man schnellstens einen Anwalt zu Rate ziehen und/oder sich von solchen Machenschaften verabschieden. Ich kann es mir einfach nicht vorstellen das bei der dortigen Hilfsorganisation so etwas praktiziert wird, schließlich gibt es ja auch eine Krankenkassenverhandlung (Ausschreibung) bei der diese Dinge ja irgendwie auch dargestellt werden müssen, ich kann doch keine ehrenamtlichen Vergütungen in einem Gehalt unterbringen, wie soll das funktionieren?! Dem Landratsamt des Erzgebirgskreises (übrigens ein sehr schönen Stückchen Deutschland-war da auch schon mal) kann mann nur nahelegen: Prüft die Zustände der Wache und nehmt Einfluss auf den “Hilfs”verein, so dass die Mitarbeiter einen würdigen Arbeitsplatz zum LEBENRETTEN haben. Schönen Gruß ins Erzgebirge…

  13. tja on August 14th, 2012 22:02

    urlaubsanspruch sind 20 tage gewesen und nein, dass mit dem Kat-Schutz etc, zieh ich mir das nicht aus den fingern.. das sind erfahrungswerte und anwälte sind mehr als genug von verschiedensten seiten drauf angesetzt..

  14. Heiner on August 15th, 2012 10:24

    Irre, das Drama um das fehlende Klo! Bei uns im Westen kaum denkbar, oder?

  15. Donald Duck on August 29th, 2012 21:10

    @tja: so ganz bist du wohl nicht im Bilde: aufs Grundgehalt gibts für hauptamtliche Mitarbeiter nen Zuschlag, wenn denn eine bestimmte Anzahl an ehrenamtlichen Stunden erreicht ist (Absicherungen von Veranstaltungen z.B.). Muss ja keiner machen …

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