Personalmangel gefährdet Katastrophenschutz


Erfurt (pm) – Der Thüringer Feuerwehr-Verband sieht den Katastrophenschutz im Freistaat in Gefahr. Die Bundeswehr sei nach der Strukturreform nicht mehr in dem Maße verfügbar und der Wegfall der Wehrpflicht bereitet Nachwuchsprobleme.

„Mit den derzeit zur Verfügung stehenden Kräften ist ein länger andauernder Katastrophenschutzeinsatz nur noch schwer vorstellbar“, erklärte der ThFV-Vorsitzende Lars Oschmann auf der 84. Verbandsversammlung in Erfurt. So verfüge die Bundeswehr nach der Strukturreform nicht mehr über die personellen Ressourcen, zudem verringere sich die Standortdichte. Damit dauere es künftig deutlich länger, bis die Bundeswehr bei Katastrophen eingesetzt werden könne. Der ThFV-Vorsitzende verwies in seiner Rede auch darauf, dass durch das Aussetzen der Wehrpflicht dem Katastrophenschutz weitere Helfer verloren gegangen sind, die sich im Rahmen des Ersatzdienstes zu einer Mitarbeit verpflichtet hatten. Hinzu kommt laut Oschmann noch der demografische Wandel, wodurch den Feuerwehren und den Hilfsorganisationen zusätzlich weniger Helfer zur Verfügung stehen werden.

Oschmann warf dem Innenministerium vor, nicht auf die sich verändernden Realitäten einzugehen. Der Landesbeirat für den Katastrophenschutz sei bereits, trotz mehrfacher Forderungen, seit mehreren Jahren nicht mehr einberufen worden. Oschmann appellierte deshalb an den Innenminister, endlich gemeinsam mit allen im Katastrophenschutz mitwirkenden Organisationen nach Lösungen zu suchen. Probleme müssten analysiert und anschließend gemeinsam Schlussfolgerungen gezogen werden.

Oschmann sprach sich weiterhin dafür aus, dass die Aufgabenträger des Brand- und Katastrophenschutzes, also Land, Landkreise und Kommunen, die Kosten für den Erwerb vollständiger LKW-Führerscheine übernehmen. Der 7,5-Tonnen Helferführerschein nutzt bei den vielen schweren Einsatzfahrzeugen nur wenig.

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