Patientengerechte Rettung nach Lkw-Auffahrunfall


Köln (BF) – Am Donnerstagmorgen kam es auf der A1 kurz vor der Anschlussstelle Köln-Bocklemünd zu einem schweren Verkehrsunfall zwischen zwei Lastkraftwagen. Eine Person wurde dabei im Führerhaus des Lkw eingeklemmt und musste durch die Feuerwehr befreit werden.

Der zweite Lkw, welcher mit 30.000 Liter flüssigem Zucker beladen war, wurde bei dem Auffahrunfall so stark beschädigt, dass etwa 250 Liter flüssiger Zucker aus dem Tankbehälter austraten. Insgesamt wurden bei dem Unfall zwei Personen verletzt, durch den Rettungsdienst behandelt und anschließend in Krankenhäuser transportiert. Die A1 war in Fahrtrichtung Dortmund für etwa eineinhalb Stunden voll gesperrt.

Nach der Erstmeldung in der Leitstelle der Berufsfeuerwehr wurden umgehend ein Löschzug, ein Rüstzug, Rettungsdienstkräfte und der Einsatzführungsdienst alarmiert. Beim Eintreffen der Einsatzkräfte an der Einsatzstelle war bereits der Verkehr vollständig zum Erliegen gekommen. Wenige Meter vor der Anschlussstelle Bocklemünd war ein mit Apfelsinen beladener Lkw auf einen Tankwagen, der flüssigen, circa 60 Grad warmen Zucker geladen hatte, aufgefahren. Der Fahrer des hinteren Lkw konnte sich selbstständig aus dem Fahrzeug befreien, dagegen wurde der Beifahrer im Führerhaus eingeklemmt.

Sofort wurde durch den Notarzt und den Rettungsdienst die medizinische Erstversorgung eingeleitet. Da der Beifahrer nicht lebensbedrohlich verletzt war, wurde sich für eine möglichst schonende Rettung entschieden. Mit zwei hydraulischen Schneidgeräten, zwei Rettungszylindern und mit einer mechanischen Zugeinrichtung wurde das stark deformierte Fahrerhaus aufgeweitet und die Person befreit.

Durch die starke Verformung und die hohe Festigkeit der Materialen war die technische Rettung insgesamt sehr langwierig und dauerte etwa eine Stunde. Anschließend wurde der etwa 50-jährige Mann notarztbegleitet in ein Krankenhaus transportiert.

Zeitgleich zur technischen Rettung konnte das weitere Auslaufen des flüssigen Zuckers auf die Fahrbahn der Autobahn verhindert werden. Vorerst wurde die Flüssigkeit provisorisch aufgefangen, schließlich konnte der Tank am Tankstutzen abgedichtet werden. Da der havarieret Lkw seine Fahrt nicht fortsetzen konnte, entschied man sich die Ladung in einen zweiten Lkw umzupumpen. Die Feuerwehr unterstützte dabei das Transportunternehmen.

Nach 90 Minuten waren die Maßnahmen der Feuerwehr beendet und die Einsatzstelle konnte der Polizei zur Unfallaufnahme übergeben werden. Für die Dauer des Einsatzes war die A1 in Fahrtrichtung Dortmund voll gesperrt. Dies führte im einsetzenden Berufsverkehr zu erheblichen Beeinträchtigungen. Die Bergung der Unfallfahrzeuge durch ein Unternehmen dauert zurzeit noch an.

Im Einsatz waren Feuerwehr und Rettungsdienst der Wachen Ehrenfeld, Weidenpesch, Lövenich, Ostheim und der Einsatzführungsdienst der Branddirektion.

3 Responses to “Patientengerechte Rettung nach Lkw-Auffahrunfall”

  1. Sprich deutlich | Hauptstadtsani on Dezember 16th, 2011 14:40

    […] Rettungsdienst.de lese ich gerade die Artikelüberschrift „Patientengerechte Rettung bei LKW-Unfall„. Früher war mit „patientengerecht“ oft gemeint, dass man schonend und […]

  2. Frank on Dezember 16th, 2011 20:47

    Ich sag ja: hier die Bildzeitung… Die reisserische Aufmachung vom Magazin erlaubt noch keine gute Berichterstattung… BILD machts möglich. Wann gibt es hier eine objektive Berichterstattung, die von den „Machern“ endlich mal gegegegelesen wird? Fachlich fehlt mir hier wirklich was!

  3. Mario Gongolsky on Dezember 19th, 2011 09:14

    Die Diskussion um die Begriffe patientengerechte Rettung versus schonende Rettung finde ich nicht uninteressant. Der Blogger hat ja durchaus ein gutes Argument. Wenn es um Sekunden geht, ist die schnelle Rettung ja ebenfalls patientengerecht. Ich erinnere mich aber daran, dass FW-Fortbildungsprogramme auch die Begriffe patientengerechte Rettung / Crash-Rettung verwenden. Ich bin mir nicht sicher, ob wir an dieser Stelle eine einheitliche Sprachregelung benötigen, solange jeder weiß, was mit den einzelnen Begriffen gemeint ist.

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