Patient biss Sanitäter Fingerglied ab


Wien (OTS) – Zu einem folgenschweren Vorfall kam es gestern Vormittag (9.11.09) bei einem Rettungseinsatz in Wien. Der Patient biss dem Sanitäter einen Fingerteil ab.

Die Wiener Rettung wurde zu einer Baustelle gerufen, da dem Polier ein desorientierter Bauarbeiter aufgefallen war. Da dieser keine Gewaltbereitschaft zeigte, kam es – wie in solchen Fällen vorgesehen – zu keiner Parallelalarmierung der Polizei.

Während des Noteinsatzes begann der bis dahin ruhige und apathisch wirkende Patient plötzlich die Sanitäterin tätlich anzugreifen und auf sie einzuschlagen. Der zweite Sanitäter kam seiner Kollegin zu Hilfe. Bei dem Versuch, die Sanitäterin vor dem aggressiven Patienten zu schützen, wurde diesem ein Teil seines Fingers abgebissen. Die beiden verletzten Mitarbeiter werden derzeit im Unfallkrankenhaus Lorenz Böhler versorgt.

Selbstverteidigung für Sanitäter und Ärzte

Im Gefolge dieser Meldung der Wiener Rettung, erneuert der Gesundheitssprecher der Wiener FPÖ, Landesabgeordneter David Lasar, die Forderung nach kostenlosen Selbstverteidigungskursen für Sanitäter und Ärzte. Die SP-Gesundheitsstadträtin Wehsely stand dieser Forderung bislang ablehnend gegenüber, weil ein solcher Kurs ebenso eine Art von Gewaltanwendung ist.

One Response to “Patient biss Sanitäter Fingerglied ab”

  1. campesino on November 10th, 2009 20:12

    „Die SP-Gesundheitsstadträtin Wehsely stand dieser Forderung bislang ablehnend gegenüber, weil ein solcher Kurs ebenso eine Art von Gewaltanwendung ist.“

    Bitte? Also den Begriff der Notwehr gibt es ganz sicher nicht nur in Deutschland.
    Rettungsdienstler sind nicht die heiligen Samariter, die alles altruistisch erdulden müssen.

    Davon abgesehen führt ein solcher Selbstverteidigungskurs eher zu weniger Gewalt, da in aller Regel Deeskalationsstrategien enthalten sind, welche solche Situationen (oft, im kronkreten Fall möglicherweise nicht) vermeiden können.
    Und wenn doch Gewalt angewendet werden muss, um Leib, Leben oder körperliche Unversehrtheit von sich, einem Kollegen oder Dritten abzuwenden, dann führen gekonnte Selbstverteidigungstechniken auch zu eher weniger Verletzungen als z.B. ein in Panik geführter KO-Schlag mit Absaugpumpe oder ähnlichem…

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