Paramedic-System: Niederösterreich plant weiter


St. Pölten (rd.de) – Trotz heftiger Kritik vor allem aus Reihen der Ärzteschaft bleibt Niederösterreich seinem Weg treu und plant weiterhin, den Notarzt-Mangel mit einem neu einzuführenden Paramedic-System zu begegnen (wir berichteten).

Donnerstag (16.10.2014) trafen sich in der Fachhochschule St. Pölten internationale Experten, die Paramedic-Systeme aus verschiedenen Ländern vorstellten. Wie der stellvertretende Landeshauptmann Niederösterreichs, Wolfgang Sobotka, im Rahmen dieser Veranstaltung laut „Kurier“ mitteilte, plane man eine entsprechende Paramedic-Ausbildung in Fachhochschulen. An einem Lehrplan werde bereits gearbeitet.

„Derzeit wissen wir, dass laut Statistik in einem von zehn Notarzteinsätzen der Notarzt an Ort und Stelle tatsächlich auch notwendig wäre“, zitiert der Österreichische Rundfunk (ORF) Prof. Dr. Christoph Redelsteiner, Mitarbeiter des Rettungs-Magazins. „Die Strategie wäre, diesen Notarzt für den einen Einsatz zurückzuhalten und die anderen Einsätze von Paramedics abarbeiten zu lassen.“

Die Landtagsabgeordnete Gabriele Gimborn kritisierte die Pläne und sagte nach Angaben des „Kurier“: „Das ist grad so, als ob eine Fluglinie, die ein Sanierungsfall ist, statt Piloten nachgeschulte Stewardessen und Stewards fliegen lässt.“

(20.10.2014)

2 Responses to “Paramedic-System: Niederösterreich plant weiter”

  1. Karsten Walter via Facebook on Oktober 20th, 2014 13:06

    Schön, dann hat man ja mal einen interessanten Vorher/nachher-Vergleich bezüglicher beider Systeme.

  2. Richard Roth on November 11th, 2014 11:24

    Ich persönlich finde eine Kombination aus Paramedic und Notarzt-Wesen erstrebenswert und sinnvoll. Die Frage die sich dabei für mich auftut, ist ob und wie das Rettungswesen dann noch mit Ehrenamtlichkeit vereinbar ist/bleibt… Eine weitere Frage wäre, ob die Ausbildung wirklich akademisch sein muss, oder ob nicht eine Art höherqualifizierte Lehre als Ausbildungsmodus besser geeignet wäre…

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