Orkantief Xynthia ließ Alarmglocken klingeln


Bonn (rd.de) – Das Orkantief Xynthia überquerte Deutschland am Sonntag und sorgte für zahlreiche Einsätze. Alleine die Polizei in Nordrhein-Westfalen zählte 5.382 Notrufe.

Das Sturmtief traf in der Nacht zum Sonntag die französische Atlantikküste und hinterließ in den Départements Vendée und Charente-Maritime eine Schneise der Verwüstung. Die Deiche hielten mancherorts dem Wasserdruck nicht stand. Die Innenstadt von La Rochelle lief voll Wasser. Insgesamt waren eine Millionen Menschen ohne Strom. Der Sturm hinterlässt Sachschäden in noch unbekannter Höhe und forderte 45 Menschenleben.

Am Sonntagmittag traf Xynthia dann auf Deutschland. In Nordrhein-Westfalen wurden 139 witterungsbedingte Verkehrsunfälle gezählt, zwei Menschen starben, etwa 50 weitere Personen wurden verletzt.
In Pulheim wurde eine Joggerin von einem umstürzenden Baum erschlagen. In Düren stürzte ein Kirchturm ein, es entstand ein erheblicher Gebäudeschaden.

Gegen 14:36 Uhr begruben umfallende Bäume zwei fahrende Personenwagen. Beide Fahrzeuge waren auf der B8 von Hennef (Sieg) in Richtung Uckrath unterwegs. Die Fahrer wurden dabei leicht verletzt. Ein 7-jähriges Mädchen aus einem der PKW wurde vorsorglich zur Untersuchung in ein Krankenhaus verbracht. Die beiden neuwertigen PKW wurden total beschädigt. Die erforderlichen Fällarbeiten beschäftigten das THW für Stunden.

In Waldbüttelbrunn (Lkr. Würzburg) endete der Sturm für einen besorgten Kranbesitzer schmerzhaft. Der 51-Jährige versuchte die Arretierung an seinem Baukran zu lösen, damit sich dieser mit dem Wind drehen konnte. Beim Lösen der Sperre drehte sich der Kran sofort in den Wind und klemmte den Mann dabei ein. Er wurde mit schweren Verletzungen in ein Würzburger Krankenhaus gebracht.

Schreckminuten auch für die Feuerwehren im oberen Kinzigtal (Hessen). Wie die Osthessen-News berichten, wurde dort ein Zugunfall gemeldet. Die Angaben verdichteten sich zu einem Unfall auf der ICE-Strecke und der Meldung einer Zugentgleisung. Die in massiver Zahl eintreffenden Einsätzkräfte von Feuerwehr und Rettungsdienst konnten aber glücklicherweise schnell Entwarnung geben: Ein umgestürzter Baum hatte einen ICE mit über 800 Fahrgästen blockiert, doch es ist niemand verletzt worden.

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