Onkologische Notfallpatienten: Besonderheiten der Schmerztherapie


Onkologie_580Bremen (rd_de) – Der onkologische Notfallpatient stellt den Rettungsdienst oft vor eine besonders schwierige Aufgabe. Anders als bei akut erkrankten Patienten handelt es sich hierbei oft um eine palliative Behandlungssituation. Somit ist mitunter ein anderes notfallmedizinisches Vorgehen gefordert. In palliativen Therapiesituationen kommt häufig Morphium zur symptomatischen Therapie zum Einsatz. Mehrere Studien konnten hier eine gute Wirksamkeit bei Tumorpatienten belegen, ohne dass es dabei zu einer relevanten Atemdepression gekommen ist. Bei der Dosierung sollte allerdings insbesondere bei einer schweren Nierenfunktionsstörung eine entsprechende Anpassung erfolgen. Die Gabe von Sauerstoff hat in diesen Therapiesituationen oft nicht den gewünschten Effekt, wie es der Rettungsdienst sonst von der Atemnotbehandlung her kennt und erwartet. Eine besondere Bedeutung hat bei Patienten mit weit fortgeschrittenen Tumorerkrankungen die Schmerztherapie. Da onkologische Patienten in der Regel in engmaschiger Behandlung bei entsprechend erfahrenen Ärzten sind, besteht meist schon eine angepasste, effektive Analgesie mit entsprechender Bedarfsmedikation. Dennoch kommt es immer wieder zu so genannten Durchbruchschmerzen, die dann eine entsprechend intensive Therapie erfordern. Da bei Tumorschmerzpatienten in der Regel bereits Opioide in der Dauermedikation zu finden sind, kommen in der Akuttherapie meist nur starke Opioide in Frage. So können zum Beispiel Morphin, Fentanyl, Piritramid (Dipidolor) oder Pethidin (Dolantin) je nach Zulassung intravenös, sublingual, nasal oder subcutan verabreicht werden. Die erforderlichen Dosierungen können hier sehr individuell sein. Insbesondere bei Patienten, die bereits mit Opioiden vorbehandelt sind, können die erforderlichen Dosierungen deutlich über dem normalen Maß liegen.
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(Text: Dr. Philipp Prause, Facharzt für Allgemeinmedizin, Notfallmedizin und Chirotherapie; Symbolfoto: Markus Brändli; 07.03.3017)

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