Odenwaldkreis will Hilfsfristen einhalten


Erbach (pm) – Für die politisch Verantwortlichen im Odenwaldkreis (Hessen) zählt ein bestmöglich funktionierender Rettungsdienst zu den Eckpfeilern einer umfassenden Daseinsvorsorge. In den zurück liegenden Jahren sind in dieser Hinsicht markante Verbesserungen zu erkennen, mit denen der Kreis der vollständigen Einhalötung der Hilfsfristen erreichen will.

Gemeinsam warfen die Experten nun einen Blick auf die Entwicklung der rettungsdienstlichen Versorgung seit dem Jahr 1990. Waren damals vier Rettungswachen eingerichtet, so stehen heute nach den seit 2009 erfolgten Standortverlagerungen sowie Um- und Neubauten dezentral sechs Stationen zur Verfügung, die Tag und Nacht mit jeweils einem Rettungswagen ausgestattet sind. Darüber hinaus hält der Kreisverband des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) tagsüber drei Rettungswagen zusätzlich vor, um entsprechenden Anforderungen gerecht werden zu können.

Die Landkreise sind nach dem Hessischen Rettungsdienstgesetz dazu verpflichtet, den Rettungsdienst so aufzubauen, dass in der Regel jeder Notfallpatient oder jedes Unfallopfer innerhalb von zehn Minuten mit Leistungen des Rettungsdienstes versorgt werden kann. Das geschieht durch die Einrichtung von Rettungswachenbereichen. Den Vorgaben wird Genüge getan, wenn mindestens 90 Prozent aller Notfälle innerhalb von zehn Minuten und 95 Prozent aller Notfälle innerhalb von 15 Minuten tatsächlich versorgt werden können.

Die Neueinteilung der Versorgungsbereiche beruht auf den Einsatzzeiten, wie sie die im Jahr 2005 eingerichtete Zentrale Leitstelle des Odenwaldkreises ermittelt hat. Das Augenmerk lag dabei auf Fahrzeiten und Fahrstrecken unter den so genannten Sondersignal-Bedingungen durch den Rettungsdienst. Ein seit Januar 2009 betriebsbereit geschaltetes Analyseprogamm lässt eine detaillierte Auswertung von Überschreitungen der Hilfsfristen zu – im Gegensatz zur vorherigen Technik, bei der die Dispositonszeiten, das heißt, die Zeiten vom Eingang des Notrufes bis zum Einsatz-Beginn, nicht berücksichtigt wurden. Die so gewonnenen Erkenntnisse hatten aufgezeigt, dass der „Erfüllungsgrad“ für die Notfallversorgung, bezogen auf de Hilfsfrist von zehn Minuten bei 82,5 Prozent lag und damals die Vorgaben nur hinsichtlich der Versorgungszeit von 15 Minuten erfüllt waren. Der Kreis musste also die Strukturen überprüfen und legte daraufhin die Versorgungsbereiche neu fest. Die damit verbundenen Schritte führten zu deutlichen Verbesserungen: Nun wird bei knapp 87 Prozent die Zehn-Minuten-Frist und 99 Prozent die15-Minuten-Frist eingehalten.

Angestrebt wird jetzt, die im südlichen Kreisgebiet beobachtete Lücke zu schließen. Dazu gibt es bereits einen Beschluss des Kreisausschusses. Im Beerfelder Stadtteil Hetzbach soll im neuen Jahr eine weitere Rettungswache entstehen, von der aus einerseits Hesseneck rascher als seither erreicht werden kann, andererseits aber auch das Marbachtal.

Wertvolle Unterstützung findet der Rettungsdienst im Odenwaldkreis seit einiger Zeit durch Helfer-vor-Ort-(HvO)-Systeme. Im Odenwaldkreis werden derzeit 15 HvO-Systeme unterhalten, davon 13 vom Roten Kreuz und zwei von Freiwilligen Feuerwehren. Den Einsatz der Helfer vor Ort lenkt die Zentrale Leitstelle.

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