NRW-Rettungsmedaille für einen Rettungsassistenten


Thomas Meier aus Rietberg und Stefan Janus aus Schloss Holte-Stukenbrock (Foto: Staatskanzlei Nordrhein-Westfalen / Wilfried Meyer )

Essen (rd.de/pm) – Im Allgemeinen heißt es, Rettungsassistenten besitzen eine Garantenstellung und sind demnach zur Hilfe verpflichtet. Doch nicht jede Rettungsaktion ist selbstverständlich. Bei der Verleihung der NRW-Rettungsmedaille stand deshalb ein Rettungsprofi mit auf dem Podium der Geehrten.

Ralf Jäger, Minister für Inneres und Kommunales des Landes Nordrhein-Westfalen zeichnete auf der Zechen Zollverein 39 Personen mit der Ret­tungsmedaille des Landes aus. Die Rettungsmedaille des Landes Nordrhein-Westfalen wird seit 1951 für Taten verliehen, bei denen Retterinnen und Retter die Gefahr für das eigene Leben nicht scheuten, um einen anderen Menschen aus einer lebensbedrohlichen Notlage zu befreien.

Der Rettungsassistent Stefan Janus erhielt die Rettungsmedaille für sein Verhalten am 1. Dezember 2009: Eine 77-jährige Frau wollte in Riet­berg einen Parkplatz, der direkt an der Ems liegt, verlassen. Aufgrund eines Fahrfehlers durchbricht sie einen niedrigen Holzzaun und stürzt mit ihrem PKW die Böschung hinunter, in den Fluss. Der Wagen kommt in der Nähe des gegenüberliegenden Ufers zum Liegen, rutscht jedoch durch die Strömung des Wassers zurück Richtung Flussmitte. Dort ist der Fluss über 1,50 m tief.

Zufällig kommt zu diesem Zeitpunkt Thomas Meier auf seinem Fahrrad vorbei. Er sieht das Fahrzeug im Fluss, bemerkt, dass sich die Fahrerin noch im Wagen befindet und eilt sofort zur Hilfe.

Gleichzeitig nähert sich auch Stefan Janus, Rettungsassistent im Kreis Gütersloh. Dieser ist wegen eines anderen Einsatzes in der Nähe und wird von einer Passantin herbeigerufen.

Die beiden Retter springen ohne zu zögern in den eisigen Fluss, um die ältere Dame zu retten. Sie waten über den glitschigen Untergrund zum Wagen, dessen Innenraum sich schnell mit Wasser füllt. Sie befinden sich dabei hüfttief im 4 °C kalten Flusswasser. Ihre dicken Wintersachen saugen sich sofort voll Wasser und werden immer schwerer.

Als sie den Pkw erreichen, konnte die Frau bereits den Sicherheitsgurt lösen und das Wagenfenster herunterkurbeln. Das Öffnen der Fahrertür ist ihr aus eigener Kraft nicht mehr möglich, da das Auto immer tiefer in den Fluss rutscht. Mit Mühe gelingt es die Tür zu öffnen und die ver­ängstigte Frau aus dem Wagen und ans Ufer zu ziehen.

Durch das mutige Eingreifen der beiden Retter kommt die Dame mit einem Schrecken davon.

One Response to “NRW-Rettungsmedaille für einen Rettungsassistenten”

  1. Peter on Dezember 6th, 2011 10:55

    Bravo!

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