Notfallsanitäter: Lösung für Sachsen, Widersprüche in Thüringen


Erfurt/Dresden (rd.de) – Mit Thüringen und Sachsen scheinen jetzt zwei weitere Bundesländer den Weg zum neuen Berufsbild „Notfallsanitäter“ freizumachen.

Mit Beginn des neuen Schuljahres 2014/15 kann in Thüringen erstmals der Ausbildungsgang zum Notfallsanitäter belegt werden, teilte Ende letzter Woche das thüringische Bildungsministerium mit. Der neue Lehrplan für den entsprechenden Bildungsgang an einer höheren Berufsfachschule sei fertig gestellt. Damit sei es Bewerbern mit Ausbildungsvertrag möglich, mit der Ausbildung zum Notfallsanitäter an einer dafür zugelassenen Schule zu beginnen.

Widerspruch vom DRK

Der DRK-Landesverband Thüringen ist keineswegs so optimistisch, was den Starttermin zur Notfallsanitäter-Ausbildung angeht. Nach wie vor sei in Thüringen nicht geklärt, wie die Ausbildung finanziert werden solle, teilte das DRK mit. Ebenso seien weitere Rahmenbedingungen wie die Anerkennung der Lehrrettungswachen und die Krankenhauspraktika nicht geklärt. Damit gehöre Thüringen mit Sachsen-Anhalt zu den einzigen Bundesländern, in denen die Ausbildung dieses Jahr noch nicht beginnen könne.

Mit der Novelle des Thüringer Rettungsdienstgesetzes im Juni 2014 sei lediglich die Finanzierung der Anpassungsfortbildung der jetzigen Rettungsassistenten zu Notfallsanitätern geklärt worden.

„Allein in den DRK-Rettungsdiensten in Thüringen scheiden bis einschließlich 2018 130 Rettungsassistenten aus. Diese können bis dahin nicht durch neu ausgebildete Notfallsanitäter ersetzt werden“, sagt Hartmut Reiter vom DRK-Landesverband. „Zudem werden viele interessierte Jugendliche, deren Bewerbungen wegen der ungeklärten Ausbildung abgelehnt werden mussten, vermutlich in andere Bundesländer ausweichen.“

Konsens in Sachsen

Klarheit scheint derweil in Sachsen zu herrschen: Wie das sächsische Sozialministerium mitteilte, hätten sich die gesetzlichen Krankenkassen, die kommunalen Spitzenverbände als Vertreter der Träger der Rettungsdienste, die Leistungserbringer im Rettungsdienst und die Krankenhausgesellschaft Sachsens auf einen Konsens über die Finanzierung eines ersten Ausbildungsjahrgangs geeinigt. Es sei gelungen, rechtzeitig vor Ausbildungsbeginn im September 2014 eine vorläufige Grundlage für die Finanzierung bis zum Inkrafttreten einer entsprechenden landesgesetzlichen Regelung zu schaffen.

(03.09.2014)

One Response to “Notfallsanitäter: Lösung für Sachsen, Widersprüche in Thüringen”

  1. Olaf on September 4th, 2014 06:42

    Besteht die Möglichkeit, ab Beschluss im Bundestag , dieses Verfilmen zu lassen, es wäre wirklich die beste Komödie des Jahres und würde so manchen Hollywood-Klassiker alt aussehen lassen

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