Notfallsanitäter: Feuerwehr befürchtet Engpässe


Erfurt (TFV) – Der Thüringer Feuerwehr-Verband warnt vor Engpässen bei der Einführung der Notfallsanitäter in Thüringen.

Die bisherigen Rettungsassistenten hätten nur bis Ende 2020 Zeit, sich weiterzubilden, um die neue Berufsbezeichnung führen zu dürfen. Die Kapazitäten der drei Thüringer Rettungsdienstschulen reichten aber vermutlich nicht aus, um bis dahin alle derzeit rund 2.300 Rettungsassistenten im Freistaat fortzubilden, so Verbandschef Lars Oschmann. Gleichzeitig sollten die Rettungsassistenten aber nur noch bis zum Jahr 2022 ihren Beruf ausüben dürfen.

Diese in der Novelle des Thüringer Rettungsdienstgesetzes vorgesehene Frist müsse deshalb gestrichen werden, um Engpässe im Rettungsdienst zu vermeiden. Zumindest sollte die Frist aber mindestens bis zum Jahr 2030 verlängert werden, erklärte Oschmann. Notfalls müsse Thüringen eine Bundesratsinitiative starten, um den Rettungsassistenten eine längere Frist einzuräumen, sich weiterzubilden.

Ein weiteres Problem sieht der Verband darin, dass die Rettungsassistenten für die entsprechenden Schulungen nicht vom Dienst freigestellt werden können. Es steht kein zusätzliches Personal zur Verfügung, um die entstehenden Lücken zu schließen. Rettungsassistenten müssen bis zu 960 Stunden Weiterbildung absolvieren, um die staatliche Ergänzungsprüfung als Notfallsanitäter ablegen zu können. Verschärft wird laut Oschmann das Problem dadurch, dass es in Thüringen bislang noch keine Ausbildungs- und Prüfungsvorschriften für Notfallsanitäter gibt. Dadurch verstreiche wertvolle Zeit, die die Rettungsassistenten zur Weiterbildung hätten.

(20.05.2014)

2 Responses to “Notfallsanitäter: Feuerwehr befürchtet Engpässe”

  1. Olaf on Mai 20th, 2014 13:13

    Dann wird es wie überall gemacht, Assistenten als Lückenbüsser einzustellen für den Zeitraum.
    Klar ohne Perspektive….versteht sich

  2. wouter on Mai 22nd, 2014 10:53

    Wieso existiert in Thüringen keine Ausbildungs- und Prüfungsordnung ? Gehört Thüringen nicht mehr zum Staatsgebiet der Bundesrepublik Deutschland?

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