Notarztversorgung lebensgefährlich schlecht


Altenkirchen (rd.de) – Die dünne Notarztversorgung im Kreis Altenkirchen (Westerwald) ist immer wieder ins Visier politischer Debatten geraten. Doch eine Lösung wurde bisher nicht gefunden.

Der Notarztmangel hat seine Ursache in der schlechten personellen Ausstattung der Krankenhäuser, die immer unregelmäßiger in der Lage sind die geforderten Notarztdienste zu besetzen. Zudem gibt es anscheinend zu wenig Ärzte mit dem erforderlichen Fachkundenachweis Rettungsdienst. Nach Informationen der Rhein-Zeitung waren seit Jahresbeginn an den vier zuständigen Notarztstandorten für den Kreis Altenkirchen (Kirchen, Wissen, Altenkirchen, Hachenburg) 42 Prozent der Dienste nicht besetzt.

Ein tödlicher Verkehrsunfall am 13. Juli 2011, bei dem ein junger Mann auf der Bundesstraße 62 verstarb und kein Notarztstandort besetzt war, lässt die Wogen der Entrüstung nun erneut hochschlagen. Der Notarzt musste mit dem Rettungshubschrauber aus Koblenz eingeflogen werden.

In einem Spitzengespräch zum Thema der notärztlichen Versorgung im Kreis Altenkirchen in Montabaur hatte der Altenkirchener Landrat Michael Lieber (CDU) deutlich gemacht, dass er an allen Notarztstandorten im Kreis festhalten will.

„Die derzeitige Versorgungslage im Landkreis ist im wahrsten Sinne des Wortes lebensgefährlich. Ein System ohne jede Verbindlichkeit und Planungssicherheit, in dem man Notärzte einfach abmelden kann, ist nicht zu gebrauchen und muss überdacht werden“, so Bernd Becker, Vorsitzender der SPD- Kreistagsfraktion.

Die CDU schlägt indessen vor, die Verantwortlichkeit für die Notarztdienste an das DRK zu übertragen. Auf diese Weise könnten neben Klinikärzten auch niedergelassene Ärzte mit Fachkundenachweis in das Notarztsystem eingebunden werden. Der Landrat Michael Lieber ist zugleich Vorsitzender des DRK Kreisverband Altenkirchen.

2 Responses to “Notarztversorgung lebensgefährlich schlecht”

  1. Fuso32 on Juli 27th, 2011 16:18

    Vielleicht sollte man sich fragen, wenn es so zu einem tödlichen Unfall gekommen ist, ob der Rettungsdienst-(assistent) als solches nicht mehr Kompetenzen haben muss um ein leben zu retten. Zudem sollte die Frage gestellt werden, hätte durch das frühere eintreffen eines Notarztes das Leben wirklich gerettet werden können! ?

    Die Tage werden ernster für den Deutsche Rettungsdienst und seinen Angestellten.

  2. Christoph on August 23rd, 2011 14:58

    In einem Artikel wurde beschrieben, dass der Patient, sinngemäß, aufgrund des nicht besetzten NEF-Standortes verstorben ist. Solche Äußerungen halte ich für sehr bedenklich.Die Frage ist doch, wann der nächste RD-ERFAHRENE NOTARZT vor Ort gewesen ist. Ein erfahrener RettAss kann doch gerade bei solchen Einsätzen die Zeit bis zum Eintreffen eines NOTARZTES sinnvoll überbrücken. Das Berufsbild Rettungsassistent sollte nicht nicht unterschätzt werden, wenngleich auch dringend eine Novellierung des RettAss-Gesetztes von Nöten ist.
    Nur mehr Kompetenzen bringen uns überhaupt nichts, dann will ich nach entsprechender Weiterqualifizierung auch mehr an Gehalt sehen.
    Wenn wir das auf jeden RettAss in Deutschland berechnen, kommt so einiges an Kosten auf die Kostenträger zu. Doch das Geld scheint ja schon für eine vernünftige Notarztabdeckung nicht da zu sein. Wir drehen uns also im Kreis, es muss dringend auf Bundesebene eine sinnvolle Lösung gefunden werden!

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