Kostendruck macht Rettungsdienst zu schaffen


Berlin (pm) – Im Rahmen der MPC-Verkehrssicherheitstage in Berlin warnten die Rettungsexperten Professor Peter Sefrin und Professor Bertil Bouillon diese Woche vor den Folgen übertriebener Sparzwänge im Rettungsdienst.

Das Rettungswesen kranke an der fehlenden Zahl der Notärzte und leider auch am Kostendruck, erklärte Professor Sefrin. Er selbst habe als Arzt im Einsatz an Pfingstsonntag erleben müssen, wir er für einen schwerverletzten Motorradfahrer eine Stunde lang herum telefonieren musste, bis er ein Krankenhaus hatte, das diesen aufnahm. Solange stand der Rettungshubschrauber auf der Autobahn, und eine halbe Stunde musste auch noch geflogen werden. In diesem Fall sei dies für den Patienten nicht von Nachteil gewesen, sonst aber gelte die Faustregel, dass man nach spätestens einer Stunde im Krankenhaus mit der Behandlung begonnen werden sollte.

Zum Glück seien solche Wartezeiten noch nicht die Regel, sondern an diesem Tag der Situation geschuldet. Sefrin warnte eindrücklich davor, diesen Bereich zu vernachlässigen. Er forderte endlich ein einheitliches Bundesrettungsgesetz. Heute gibt es 16 verschiedene Gesetze mit zum Teil unterschiedlichen Anforderungen. Bei den Rettungsdiensten, die nur zwei Prozent der Gesundheitskosten ausmachen, sparen zu wollen, sei der völlig falsche Weg. Auch die Bestrebungen, Rettungsdienste wie ein Wirtschaftsunternehmen besteuern zu wollen, sei der völlig falsche Ansatz.

Professor Bertil Bouillon, Direktor der Klink für Unfallchirugie in Köln-Merheim, pflichtete Sefrin bei und sprach gar von einem Skandal. Es komme auch niemand auf die Idee, dass die Feuerwehr kostendeckend arbeiten müsse.

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