Nordhäuser Hubschrauber bei Wintersportunfällen gefordert


Filderstadt/Nordhausen (DRF) – Gleich sieben Mal landete der Nordhäuser Hubschrauber der DRF Luftrettung in den vergangenen Tagen in den thüringischen Wintersportgebieten. Klirrende Kälte und ein strahlend blauer Himmel sind derzeit optimale Voraussetzungen für einen erlebnisreichen Wintersporttag im Harz.

Um 14.15 Uhr alarmierte vorgestern die Leitstelle Goslar die Nordhäuser Besatzung der DRF Luftrettung zu einem Snowboardunfall auf dem Wurmberg. Ein 25-jähriger Mann war mit seinem Snowboard so unglücklich gestürzt, dass er auf schnelle medizinische Hilfe angewiesen war. Rettungskräfte der Bergwacht fuhren den Patienten mittels eines speziellen Motorschlittens zur nahen Skisprungschanze. Dort landete der Pilot die rot-weiße Maschine. Notarzt und Rettungsassistent der DRF Luftrettung diagnostizierten bei dem Patienten einen gebrochenen Kiefer. Zudem bestand der Verdacht auf Verletzungen der Wirbelsäule. Nach der medizinischen Versorgung wurde er auf eine spezielle Vakuummatratze gebettet, die gerade bei Frakturen einen optimalen Schutz während des Transports bietet. Anschließend wurde er an Bord von „Christoph 37“ in das Städtische Klinikum Braunschweig geflogen.

Martin Wagner, Stationsleiter und Pilot in Nordhausen, berichtet: „Bislang war in den Skigebieten im Harz wenig Betrieb. Doch mit der Kältewelle und dem Schneefall in den höheren Lagen zieht es derzeit immer mehr Wintersportler auf die Pisten. Viele überschätzen dabei die eigenen körperlichen Fähigkeiten. So auch vergangene Woche in Hohegeiß, als ein 54-jähriger Hotelgast auf der Rodelpiste mit seinem Schlitten verunglückte und sich schwere Wirbelsäulenverletzungen zuzog. Innerhalb von acht Minuten waren wir vor Ort, versorgten den Patienten und flogen ihn in die Göttinger Uniklinik. Insgesamt sieben verletzten Ski-, Snowboard- und Schlittenfahrer konnten wir Anfang Februar schnelle medizinische Hilfe bringen.“

Notfälle im Harz erfordern oft eine Rettung aus der Luft. „Aufgrund der schlechten Witterungsbedingungen ist eine bodengebundene Rettung in den Wintersportgebieten derzeit nicht möglich. Mit dem Hubschrauber können wir fast überall landen und Notarzt und Rettungsassistenten direkt zum Einsatzort bringen. Darüber hinaus ist bei klassischen Wintersportverletzungen, wie Kopf- und Wirbelsäulenverletzungen, ein schonender Transport besonders wichtig. Der Hubschrauber ist dazu besonders geeignet. Je nach Schwere der Verletzung kann ein schneller Hubschraubertransport in eine Spezialklinik sogar lebensrettend sein“, so der erfahrene Pilot.

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