Neues Punktesystem wird für mehr Unfälle sorgen


Erlangen (ASB) – Mit einer Zunahme schwerer Verkehrsunfälle und damit auch mit einem Plus an notwendigen Rettungsdiensteinsätzen rechnet der bayerische Arbeiter-Samariter-Bund für den Fall, dass die von Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) vorgestellte Reform der Verkehrssünderkartei Realität werden sollte.

„Das neue System kennt keine Unterschiede zwischen mittelschweren und schweren Vergehen“, sagt Thomas Klüpfel, Geschäftsführer des ASB Bayern. „Für beide soll der Verkehrssünder künftig zwei Punkte kassieren.“ Bislang sei demjenigen, der drei schwere Delikte beging und dafür dreimal mit sieben Punkten bestraft wurde, der Führerschein entzogen worden. Künftig werde er ihn aber behalten dürfen, denn er habe dann ja erst sechs Punkte, entzogen werde der Schein erst ab acht.

Klüpfel sieht auf die Rettungsdienste deutlich mehr Einsätze zukommen: „Die Verkehrssünderkartei wird ihren erzieherischen und abschreckenden Charakter ein ganzes Stück weit einbüßen – und Raser werden ihren Respekt vor dem Verkehrsüberwachungssystem noch weiter verlieren.“ Hierzu wird auch das Vorhaben Ramsauers beitragen, dass Einträge künftig einzeln verjähren sollen; der disziplinierende Effekt von Einträgen, die sich bislang immer weiter auftürmten, fällt weg. „Statt der Autofahrerlobby in die Karten zu spielen, sollte sich der Minister ein Beispiel am europäischen Ausland nehmen und schwere Verkehrsdelikte deutlich härter bestrafen als bislang“, so der ASB-Chef weiter.

In Bayern betreibt der ASB an folgenden Standorten Rettungsdienste: München, Nürnberg, Coburg, Schweinfurt, Erlangen, Lauf, Kaufbeuren, Gräfenberg, Weismain und Velden.

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