Neues Förderprogramm für den Rettungsdienst verabschiedet


Stuttgart (pm) – Die Hilfsfristen bei der Notfallversorgung sollen in Baden-Württemberg weiter verbessert werden. Daran wird auch das neue Förderprogramm im Umfang von zwei Millionen Euro ausgerichtet, das der Landesausschuss für den Rettungsdienst bei seiner jüngsten Sitzung in Karlsruhe verabschiedet hat.

„Wenn es um Menschenleben geht, müssen die Einsätze bisweilen noch schneller werden“, hat Innenminister Reinhold Gall am Freitag in Stuttgart betont. Mit den Zuschüssen werden insbesondere die Neubauprojekte der Rettungswachen Giengen, Schwäbisch Gmünd und Tiefenbronn (Enzkreis) gefördert. Die Einrichtungen in Albstadt-Ebingen, Freudenstadt, Löwenstein und St. Georgen sollen erweitert werden. Auch die Organisationen der Berg- und Wasserrettung werden profitieren.

Innenminister Gall begrüßte, dass der Landesausschuss auch die Versorgung adipöser Patienten im Rettungsdienst gezielt verbessert. Ein neues Konzept sieht spezielle Vorhaltesysteme für diesen stetig wachsenden Personenkreis vor. Die Bereichsausschüsse in den einzelnen Rettungsdienstbereichen sind nun aufgefordert, den örtlichen Bedarf für Spezialfahrzeuge zu decken. Der Innenminister dankte den Krankenkassen für ihre Bereitschaft, die Finanzierung zu übernehmen.

Der Landesausschuss für den Rettungsdienst ist das oberste, durch die Rettungsorganisationen und Krankenkassen paritätisch besetzte Selbstverwaltungsgremium im Rettungsdienst. Ein wichtiges Ziel des Gremiums ist die Herstellung eines gleichwertigen Versorgungsniveaus durch die landesweite Einhaltung der Hilfsfrist von höchstens 15 Minuten für Rettungswagen und Notarzteinsatzfahrzeug.

(Quelle: Innenministerium Baden-Württemberg)

2 Responses to “Neues Förderprogramm für den Rettungsdienst verabschiedet”

  1. SH on Dezember 5th, 2011 11:26

    Der Betrag von 2 Millionen Euro kann nur ein Tropfen auf den heißen Stein sein, entspricht er doch gerade mal rund 4 RTW-Jahresbudgets.
    Die Kostenträger predigen zwar überregionale Zusammenarbeit der Rettungsdienstbereiche zur Verbesserung der Hilfsfristen, blockieren aber auf der anderen Seite seit Jahren die Einführung brauchbarer Ortungs- und Datenübermittlungssysteme. Und das in Zeiten, in denen jeder Paketdienst mehr Kommunikationstechnik an Bord hat, als ein Fahrzeug der Notfallrettung oder des Krankentransports.
    Alle existierende Lösungen wurden seitens der Leistungsträger auf eigene Kosten angeschafft, deshalb haben wir einen Flickenteppich zueinander inkompatibler Systeme. Wenigstens versuchen die Kreise Esslingen, Böblingen und Stuttgart nun ein einheitliches System zu installieren; natürlich ebenfalls auf eigene Kosten.
    Die Implementierung von Schwerlastfahrzeugen ist mehr als überfällig. In Anderen Bundesländern sind solche Systeme längst flächendeckend Verfügbar.

    Ich sehe die „großzügigen Gaben“ der Kostenträger eher als Taschengeld um die Gemüter gerade so weit zu beruhigen, dass man an längst fällige Investitionen in eine Zeitgemäße Notfallrettung nicht heran muss.

  2. Jörn on Dezember 5th, 2011 12:05

    @SH: Chapeau! Und dass gerade die Verantwortlichen der in der Metropolregion Mittlerer Neckar ansässigen Kreise Böblingen, Esslingen und Stuttgart den Versuch unternehmen, ein einheitliches System zu implementieren, ist für Kenner der hiesigen Rettungsdienst-Szene nicht gänzlich neu. Bekanntlich gibt es dort bislang nur „Gemeinsame“ Leitstellen (in LB existieren zurzeit noch eine FELSt und eine RLS, in WN bereits seit Mitte der 1970er Jahre eine ILS) – auch wenn das Sozialministerium noch 2009/2010 behauptete, diese seien allesamt ILS!

    Ich bin sehr gespannt, WANN (nicht: OB!) die Integrierte (Regional-)Leitstelle Mittlerer Neckar – virtuell oder nicht – in Betrieb gehen wird!!

    Sonnige, aber stürmische Grüße aus dem Rems-Murr-Kreis

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