Neuer Zoff um den Bundesfreiwilligendienst


Köln/Berlin (rd.de) – Um dem Bundesfreiwilligendienst auf die Sprünge zu helfen, plant das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend die FSJ-Plätze begrenzen. DRK und ASB lehnen diesen Vorstoß strikt ab.

Das Ministerium vermutet, dass Einsatzstellen den neuen Bundesfreiwilligendienst (BFD) nicht in ausreichendem Maße bewerben. Anonyme Stichproben bei den Einsatzstellen hätten ergeben, dass überwiegend FSJ-Plätze angeboten worden seien, was die Einführung des BFD behindere. Das Ministerium beabsichtigt deshalb nur noch FSJ-Plätze zu fördern, wenn diese im Verhältnis 3:2 zu BFD-Plätzen stehen, was eine Umwidmung bestehender FSJ- in BFD-Verträge zur Folge haben könnte.

Der Arbeiter-Samariter-Bund hat diese pauschale Kritik an der Einführung des BFD für seine regionalen Gliederungen und Einsatzstellen entschieden zurückgewiesen. Auch das Deutsche Rote Kreuz ist äußerst besorgt über die angekündigte Veränderung der Rahmenbedingungen für Freiwilligendienste.

Fest steht allerdings, dass der neue Bundesfreiwilligendienst von der Bevölkerung zurückhaltend angenommen wird. Beim Deutschen Roten Kreuz gibt es bundesweit weniger als 500 BFD-Interessenten, im Vergleich zu über 7.000 bereits besetzten Stellen für das Freiwillige Soziale Jahr 2011/2012.

Nach Ansicht der Hilfsorganisationen ist ist der bislang geringe Bekanntheitsgrad, Startschwierigkeiten und administrative Unklarheiten für den schwachen Start des Bundesfreiwilligendienstes verantwortlich.

Doris Siebolds, Leiterin des Referats Freiwilligenarbeit beim ASB-Bundesverband, befürchtet, dass die Vorgaben des Ministeriums weitreichende Konsequenzen für den ASB haben könnten: „Die ASB-Landesverbände haben bereits ihre Planungen für das pädagogische Angebot der FSJ-Leistenden im Vorjahr abgeschlossen und ihren finanziellen wie personellen Aufwand daran angepasst. Eine Umwidmung bereits bestehender FSJ-Vereinbarungen würde daher zu massiven konzeptionellen Veränderungen führen.“

One Response to “Neuer Zoff um den Bundesfreiwilligendienst”

  1. Sepp Daxberger on Juli 30th, 2011 11:57

    Diese Zuschüsse an die Hilfsorganisationen bitte streichen und vernüftig bezahlte Arbeitsplätze schaffen. Die Bürger unserers Landes sind nicht so dumm wie die politik meint. Wer von der Mittel- und Unterschicht kann es sich heute noch leisten, „umsonst“ zu arbeiten und Millionäre werden woll kaum für des DRK und Co. arbeiten.
    Der Bundesfreiwiliigendienst ist eine politische Totgeburt, wie so vieles was von diesen Damen und Herren kommt.
    Hoffentlich bleibt es bei der geringen Beteiligung und die „Wohlfahrtsverbände“ werden wohl oder über mehr Personal einstellen, oder sich von diversen Geschäftsfeldern trennen müssen.

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