Neue ECMO-Maschine passt in RTW


Dr. Armin Kalenka

Dr. Armin Kalenka

Mannheim (idw) – Das Universitätsklinikum Mannheim ist eines der wenigen Krankenhäuser in Europa, die Patienten bei schwerem Lungenversagen mit der so genannten extrakorporalen Membranoxygenierung (ECMO) behandeln.

Dabei wird der Patient an ein Gerät angeschlossen, das vorübergehend die Funktion der menschlichen Lunge übernimmt. Seit August steht in der Mannheimer Universitätsklinik für Anästhesiologie und Intensivmedizin nun auch wieder ein ECMO-Gerät für Erwachsene zur Verfügung. Zum Einsatz kommt es vor allem bei schweren Lungenentzündungen und Lungenversagen aufgrund von Blutvergiftungen – wenn also die Lunge selbst nicht mehr in der Lage ist, ihrer Aufgabe nachzukommen. Das ECMO-Gerät entlastet das Organ und gibt ihm Gelegenheit, sich zu regenerieren – ein Vorgang, der sich als lebensrettend erweisen kann.

„Die Expertise für ECMO-Behandlungen ist an unserer Klinik seit Jahren vorhanden, allerdings waren die herkömmlichen Systeme technisch nicht so ausgereift, so dass bei erwachsenen Patienten die Gefahr von Komplikationen und Nebenwirkungen sehr hoch war.“ erläutert Dr. Armin Kalenka, Oberarzt und Geschäftsfeldleiter Intensivmedizin am Universitätsklinikum. Deshalb seien in den letzten Jahren weltweit immer weniger Erwachsene mit dieser Methode behandelt worden. Entwicklungen im Bereich der Beatmungsstrategien, der Blutpumpen sowie den so genannten Oxygenatoren (den eigentlichen „künstlichen Lungen“) haben dazu geführt, dass sich die Beatmung und der Bluttransport über das ECMO-System heute wesentlich schonender durchführen lassen als noch vor einem Jahrzehnt. Das Mannheimer Universitätsklinikum ist eine der ersten Kliniken Deutschlands, die ECMO-Behandlung mit der neuen Technologie auch Erwachsenen wieder zugänglich macht.

Das Mannheimer ECMO-System kann sowohl im Hubschrauber als auch im Rettungswagen transportiert werden, so dass Patienten mit Lungenversagen bereits in dem Krankenhaus angeschlossen werden können, in dem sie ursprünglich in Behandlung gewesen sind. Betreut werden sie auf dem Transport jeweils von zwei Mannheimer Fachärzten mit entsprechender Erfahrung in der Behandlung von Patienten mit ARDS.

Die Mannheimer ECMO-Spezialisten präsentieren ihr Know-how am kommenden Samstag, 27. September, in einem Symposium am Universitätsklinikum zum Thema „Was tun, wenn die Lunge versagt“.

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