Nepal und Indien warten auf internationale Hilfe


Neu-Delhi (rd.de) – Die Flutkatastrophe ungeahnten Ausmaßes in Nepal und Indien wurde bislang von der Öffentlichkeit in Deutschland kaum zur Kenntnis genommen. Die deutschen Hilfsorganisationen rufen jetzt aber zu Spenden auf.

Der Fluss Kosi war nach heftigen Monsunniederschlägen über die Ufer getreten und setzte weite Landstriche unter Wasser. In Süd-Nepal brachen die Dämme des Koshi Die Überflutungen werden von heftigen Monsun-Regenfällen noch verstärkt. Im ostindischen Bundesstaat Bihar ist die Lage in den Überschwemmungsgebieten weiter angespannt.

Die Schätzungen der in Indien tätigen Hilfsorganisationen rechnen in der Provinz Bihar mit 1,4 – 3 Millionen Menschen, die von den Fluten betroffen sind, mehr als 200.000 Häuser wurden zerstört. Weil der Fluss Kosi durch die Wassermassen seine Richtung geändert habe, seien auch normalerweise ungefährdete Gebiete überflutet.

UNICEF befürchtet den Ausbruch von Krankheiten und Seuchen in Notunterkünften im indischen Bundesstaat Bihar und in Nepal. Dort harrten seit fast zwei Wochen Hunderttausende Menschen in unhygienischen Lagern ohne ausreichendes Trinkwasser aus, berichtete die Organisation am Mittwoch in Köln.

Die Regierung von Bihar hat einen verzweifelten Hilferuf an die internationale Gemeinschaft abgesetzt. Indien brauche internationale Katastrophenhilfe im gleichen Umfang wie nach dem Tsunami vom Dezember 2004, sagte Bihars Katastrophenschutzminister Nitish Mishra nach Agenturangaben.

Um eine schnelle Hilfe vor Ort zu ermöglichen und die Hilfsmannschaften mit aktuellen Informationen über die betroffenen Gebiete und die noch intakte Infrastruktur zu versorgen, hat das Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) mit Hilfe von Radaraufnahmen aus dem Weltall die Hochwassergebiete genauestens kartiert. Die Karte zeigt die Überflutungsfläche südlich des Dammbruchs mit überschwemmten Siedlungen, Straßen und landwirtschaftlichen Flächen.

Foto: DLR

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