Nächtliche Windenrettung


Fliegendes Auge: Mit einer Wärmebildkamera konnte der Kletterer lokalisiert werden.

Fliegendes Auge: Mit einer Wärmebildkamera konnte der Kletterer lokalisiert werden.

Bad Reichenhall/Schnezlreuth (BRK/ml) – Mit der Hilfe von Hochleistungsscheinwerfern und Hubschraubern mit Wäremebildkamera haben Bergwacht, Polizei und Feuerwehr in der Nacht auf Freitag einen verstiegenen 52-jährigen Wanderer vom Müllnerhörndl gerettet.

Der Mann aus Langenfeld im Rheinland war bei seiner Tour von Bad Reichenhall über das Paul-Gruber-Haus zum Müllnerhörndl vom Weg abgekommen und in die Dunkelheit geraten; als die Batterien seiner Taschenlampe zur Neige gingen, verlor er im schwierigen Gelände oberhalb des Saalachsees schließlich endgültig die Orientierung und setzte per Handy bei der BRK-Rettungsleitstelle in Traunstein einen Notruf ab.

Der kurz nach 19.30 Uhr alarmierte Einsatzleiter der Reichenhaller Bergwacht ließ das Gelände zunächst von Baumgarten aus mit einem großen Scheinwerfer ausleuchten, was witterungsbedingt wegen Nebel nur ineffektiv gelang. Die Einsatzkräfte der Bergwachten Bad Reichenhall und Freilassing nahmen im Anschluss zu Fuß die Suche auf, konnten den Mann aber bis 22 Uhr nicht finden, weshalb der Einsatzleiter zur Unterstützung einen Polizeihubschrauber mit Wärmebildkamera und die Freiwillige Feuerwehr Bad Reichenhall mit einem großen Suchscheinwerfer anforderte. „Da der offenbar unverletzte Verstiegene in Anbetracht der niedrigen Temperaturen während der Nachtstunden nur unzureichend bekleidet war, bestand die Gefahr einer Unterkühlung; bei der Suche war daher besondere Eile geboten“, erklärt Bergwacht Einsatzleiter Christoph Trübenbacher.

Die Einsatzkräfte konnten immer wieder eine Telefonverbindung und zum Teil Rufkontakt zum Verstiegenen herstellen, der später mit der Wärmebildkamera des Polizeihubschraubers „Edelweiß 9“ im Gelände geortet wurde. Da die Rettungsmannschaften aber in der Dunkelheit rund 100 Meter über einen steilen Hang zu dem Mann absteigen hätten müssen, wurde aufgrund des vermeidbaren Risikos für die Helfer ein zweiter Polizeihubschrauber mit Winde angefordert. Im Lichtkegel des leistungsstarken Scheinwerfers, den die Feuerwehr im Kieswerk am Saalachsee aufgebaut hatte, konnte die Besatzung von „Edelweiß 5“ gegen 2.50 Uhr einen Bergwacht-Luftretter per Winde abseilen, der den Verstiegenen mit einem Rettungssitz sicherte. Die genaue Position des Mannes wurde zuvor erneut durch die Besatzung des ersten Polizeihubschraubers mit der Wärmebildkamera bestimmt und der zweiten Besatzung per Scheinwerfer angezeigt.

Bergwacht-Luftretter und Patient konnten im Anschluss aufgewincht und zum Zwischenlandeplatz in die Reichenhaller Kaserne geflogen werden, wo der unterkühlte aber stabile Rheinländer zum weiteren Transport ins Reichenhaller Kreiskrankenhaus an eine Rettungswagen-Besatzung des Roten Kreuzes übergeben wurde. Die Einsatzkräfte der Bergwacht waren rund acht Stunden lang gefordert.

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