Nach Fukushima: Deutschland verstärkt Katastrophenschutz


Berlin (DRK) – Bei der Dreifachkatastrophe in Japan kamen 16.000 Menschen ums Leben, 400.000 wurden obdachlos. Viele fragten sich damals: Wie käme Deutschland mit einer Katastrophe solchen Ausmaßes zurecht? Das Deutsche Rote Kreuz (DRK) arbeitet im Bevölkerungsschutz an Konzepten zur Bewältigung solcher Extremsituationen mit. DRK-Fachleute meinen, dass Deutschland im internationalen Vergleich gut aufgestellt ist. Aber es gibt auch Lücken.

In Japan entstanden neben der Verletzten-Versorgung erhebliche Engpässe bei der Wiederherstellung des Gesundheitswesens. Die Betreuung und Pflege erkrankter und alter Menschen in Notunterkünften wurde zur zentralen Herausforderung für Behörden und das Rote Kreuz.

DRK-Bundesarzt Prof. Peter Sefrin sagt: „Bund und Länder haben zwar ihre Bemühungen im Katastrophenschutz unter dem Eindruck terroristischer Bedrohungen erheblich verstärkt, aber es fehlt beispielsweise an katastrophenmedizinisch erfahrenen Ärzten. Auch muss die Bevölkerung besser aufgeklärt werden. Denn in einem hochindustrialisierten Land rechnet niemand damit, dass man sich bei Stromausfall, ohne Benzin und womöglich ohne Dach über dem Kopf über Stunden und Tage selbst helfen muss, bevor die Lage überschaubar wird.“

Derzeit beschafft der Bund flächendeckend 61 Medizinische Task Forces (MTF), die auch für die Dekontamination Verletzter ausgerüstet sind. An der Aufstellung dieser Verbände ist das DRK mit etwa 3.000 ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern beteiligt.

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