Münsterländer Rettungsleitstellen vernetzen sich


Borken (ps) – Mit einheitlicher Einsatzleittechnik sollen die Rettungsleitstellen in den Münsterländer Kreisen Borken, Coesfeld und Steinfurt miteinander vernetzt werden.

Die Erinnerung ist noch nicht verblasst: Das Sturmtief Kyrill am 18. Januar 2007 erwischte die Menschen im westlichen Münsterland zwar nicht unvorbereitet, aber unerwartet vehement. Dies wiederum ließ die Telefonapparate in den Rettungs-Leitstellen geradezu heißlaufen, so dass viele Anrufe – tatsächliche oder vermeintliche Notrufe – trotz dortiger Personalverstärkung gar nicht durchkamen.

Damit so etwas zukünftig nicht mehr passiert, wollen nun die Kreise Coesfeld und Steinfurt dieselbe Kommunikationstechnik installieren, wie sie der Kreis Borken bereits im vergangenen Monat in Auftrag gegeben hat. Darüber sollen dann – bei Vereinheitlichung der Einsatzleitsoftware – die Einsatzsysteme der drei Leitstellen so vernetzt werden, dass im Falle der Überlastung einer Notrufzentrale die Anrufe automatisch an die beiden anderen weitergeleitet und von dort auch bearbeitet sowie disponiert werden können. Das Personal aller drei Leitstellen wird dazu entsprechend geschult.

Über die grundsätzliche Absprache der drei Münsterlandkreise, durch die vorgesehene Vereinheitlichung der Einsatzleitsysteme und der Kommunikationstechnik eine neue Form der interkommunalen Zusammenarbeit zu ermöglichen, informierte jetzt Borkens Landrat Gerd Wiesmann.

Das Vorhaben basiert auf einem Gutachten, das die Möglichkeiten einer verstärkten Kooperation der Leitstellen der Kreise Borken, Coesfeld und Steinfurt untersucht. Dabei beleuchtet die Studie sowohl technische als auch personelle Aspekte. Die für die neue Zusammenarbeit notwendigen Zusatzinvestitionen belaufen sich nach Einschätzung der Gutachter auf unter 100.000 Euro pro Kreis.

Vorrangige Nahziele sind die Erhöhung des Sicherheitsniveaus bei der Entgegennahme von Notrufen sowie die Beschaffung marktgängiger Einsatzleit- und Kommunikationstechnik. Gerade dies ist den drei Kreisen ein besonderes Anliegen, da die praxiserprobte Funktionssicherheit der neuen Technik die Möglichkeit eröffnet, in einem späteren Schritt eine weitere Optimierung des Personaleinsatzes in den drei Leitstellen – zurzeit gewährleisten insgesamt 48 Disponenten die Entgegennahme und Bearbeitung der eingehenden Anrufe – anzugehen.

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