München: CSU-Stadträte beantragen „stille“ Anfahrt von Rettungsfahrzeugen


München (pm) – Die Münchner CSU-Stadträte Josef Schmid und Eva Caim beantragen, dass Rettungsfahrzeugen eine „stille“ Anfahrt zu den Krankenhäusern nach 21.00 Uhr durch eine Ampelbevorrechtigung ermöglicht werden soll.

Dazu sollen die Ampeln auf dem Hauptzufahrtsrouten im Nahbereich der Münchner Krankenhäuser so ausgerüstet werden, dass den Rettungsfahrzeugen von 21.00 Uhr bis 06.00 Uhr eine Anfahrt ohne Zuhilfenahme des Martinshorns ermöglicht wird.

Begründet wird der Antrag damit, dass im Umkreis der Münchner Krankenhäuser durch die Anfahrt der Rettungsfahrzeuge unter Nutzung von Blaulicht und Martinshorn an Ampelkreuzungen Zeitverluste und insbesondere zur nächtlichen Stunde häufiger Lärm entstehen würde.

Daher soll den Rettungskräften eine Ampelbevorrechtigung ermöglicht werden. Dies diene sowohl den Patienten, die noch schneller einer ärztlichen Versorgung zugeführt würden, aber auch dem Personal auf den Einsatzfahrzeugen werde damit eine erleichterte Anfahrt ermöglicht. Letztlich stelle dies auch eine wahrnehmbare Lärmreduktion für die umgebende Wohnbevölkerung dar.

24 Responses to “München: CSU-Stadträte beantragen „stille“ Anfahrt von Rettungsfahrzeugen”

  1. Stefan Hauke on Dezember 18th, 2012 08:19

    Grundsätzlich nicht schlecht, aber ich glaube die rechtliche Seite wird da Probleme machen. Wenn irgendetwas auf der Fahrt passiert und kein Horn benutzt wurde ist die strafrechtliche Seite ziemlich klar. Der Rettungsdienst bekommt die volle Schuld. Ich würde mich dieser Situation nicht aussetzen, aber die Vorrangschaltung der Ampeln würde natürlich trotzdem Sinn machen. Lediglich die Motivation dieses Antrags würde mich noch interessieren. Wohnt einer der Genannten zufällig in drr Nähe eines Krankenhauses? Mir scheint es hier nicht vordringlich um eine schnellere Fahrt oder die Gesundheit und Sicherheit des Rettungspersonals sondern um den Schlaf der Anwohner zu gehen…

  2. Sascha Molisse via Facebook on Dezember 18th, 2012 08:24

    So ein BULL – SHIT !!!! Da sieht man mal wieder, dass die “Oberen” absolut keine Ahnung von da draußen haben.

  3. Thorsten Heß via Facebook on Dezember 18th, 2012 08:31

    Bullshit sind solche Äußerungen. Es steht da, daß die Anfahrt ERMÖGLICHT wird, nicht daß sie verpflichtet wird. Die Idee ist doch gut und geeignet die Verkehrssicherheit zu erhöhen, wenn man vernünftig damit umgeht.

  4. Christian Plamper via Facebook on Dezember 18th, 2012 08:45

    Von der Überschrift war ich zunächst sprachlos allerdings ist das ein sehr guter Ansatz. In Großstädten hat die Feuerwehr (bzw. die Lst.) bereits die Möglichkeit die Ampelanlagen auf Grün zu schalten. Warum nicht auch für RTW und NAW/NEF. Ob sich da ein Gebrauch des Martinhorn jedoch komplett vermeiden lässt halt ich für fraglich, lässt sich jedoch vermindern. Guter Ansatz!

  5. Thomas Hentschel via Facebook on Dezember 18th, 2012 09:09

    Das zeigt das das Schreibtisch Menschen sind und von draussen kein Plan haben…..

  6. Stefan1. on Dezember 18th, 2012 09:10

    Ich finde es auch gut!

  7. Sven Löscher via Facebook on Dezember 18th, 2012 09:12

    Die Idee ist nicht umsetzbar. Es beißt sich mit dem Gesetzt für Sonder und Wegerechte. Denn was passiert wenn an der Ampel noch Fahrzeuge stehn?

  8. Markus Istnichtwichtig via Facebook on Dezember 18th, 2012 09:12

    auch wenn es ein Freistaat ist denke ich nicht das dort die bundeseinheitliche Regelung der StVO plötzlich die Geltung verliert. Unterstützend kann diese Idee wirken aber niemals eine Sonderrechtsfahrt ersetzen.

  9. Nubbelbrubbel on Dezember 18th, 2012 09:15

    @ Sascha Ich versteh da nicht so ganz warum du da so extrem ablehnend bist. Hier haben zwei wenigstens nicht nur gegen den “Lärm” geplärrt sondern eine konstruktive Idee geliefert. Wenn man in der “grünen Welle” auf einer Hauptstrasse nachts mitschwimmen kann kommst du so schnell voran wie wenn du mit Signal an jeder nicht eindeutig einsichtbaren Kreuzung runterbremsen musst bis zum Stillstand. Und schonender für den Patienten, Mitarbeiter und Umgebung ist es allemal, vom Sicherheitsaspekt gar nicht zu reden. Gerade in der Großstadt bei Nacht hab ich es oft genug erlebt dass das ohne Signal folgende NEF kaum später eintrifft.

    Schlieslich wollen die beiden, bei aller Antipathie für die aktuelle CSU, die Signalfahrt auch nicht verbieten sondern dem RD ermöglichen Nachts auch ohne Horn schnell an die Zielklinik zu kommen.

  10. Uwe Eisner via Facebook on Dezember 18th, 2012 09:25

    Hallte die Idee für ziemlich klever. Nur weil man die Möglichkeit einer Vorrechtschaltung hat, heißt das ja nun nicht, dass man das Sondersignal nicht mehr einsetzen darf/soll. Es geht um eine Reduzierung der nächtlichen Lärmbelastung und das wird m.E. erreicht. Wer von Euch fährt den mit SoSi über eine grüne Ampel ohne zu schauen, was links und rechts passiert? Eben! Und eben genau aus diesem Grund beißt es sich nicht mit der geltenden Gesetzgebung. Stehen noch Fahrzeuge in der Kreuzung werden halt die Knöpfe gedrückt.

  11. Sani0815 on Dezember 18th, 2012 09:37

    die Fälle, in denen man mit Blaulicht&Horn ZUM Krankenhaus fährt, sind ja doch recht selten. Deutlich häufiger kommt es vor, dass man mit Blaulicht&Horn von der Wache (oder/und ggf. KH) AUSRÜCKT.

    Rein technisch wäre Alles machbar – aber zu welchen Kosten! Und wie weit soll “Umkreis von Krankenhäusern” gehen?

  12. Stephan Schreiber on Dezember 18th, 2012 09:46

    Wer sich so etwas einfallen lässt hat in meinen Augen wirklich nichts mehr im Kopf.
    Es ist doch jedesmal das selbe und es wird immer gegen die Medizin geschossen aber warum kümmern sich den die Herren Stadträte nicht einmal darum das das Rettungsdienstpersonal mehr Lohnbekommt und nicht für die Arbeit die die Rettungsdienstler leisten und das Sie Ihr Leben aufs Spiel setzen einen Hungerlohn bekommen.
    Desweiteren sollten sich doch die Herren Stadträte einer Unterweisung von fahren mit Sonder- und Wegerecchten auseinander setzen, da erfahren Sie was und warum es heißt mit Blaulicht und Martinshorn zufahren.
    Blaulicht allein zählt nicht im Straßenverkehr.
    Darüber gab es auch schon mal ein Gerichtsverfahren und dabei gings um sowas.
    Also bevor man was in die Welt setzt liebe Stadträter, erst einmal drüber nachdenken…..!!!

  13. Stark on Dezember 18th, 2012 10:05

    Was in der Originalmeldung aus dem Münchner Rathaus klarer wird, technisch soll diese Vorrangschaltung den Fahrzeugen des ÖPNV, also Bus und Tram, identisch sein. Die Ampeln werden bei Annäherung auf Grün geschalten oder verlängern die Grünphasen für die Durchfahrt. Dieses System gibt es also schon.
    Ob sich der Zeitvorteil bei der Anfahrt auswirkt, d.h. schalten die Ampeln schnell genug auf Grün und die Kreuzung ist frei, müsste bei normelem Verkehr noch ausprobiert werden. Bei einer leeren Kreuzung, wie es in der Nacht um 03:00 Uhr vorkommt, wird die Rechtslage für den RD günstiger, wenn die Ampel auf Grün schaltet. Denn eigentlich muss der RTW-Fahrer das Martinshorn einschalten, wenn er bei Rot über die Ampel fährt.
    Einen großen Vorteil sehe ich bei einem Transport ins KH mit Inensivpflichtigem Patienten, bei dem neben der Zeitfaktor auch die besonders schonende Fahrt, also mit wenigen Brems- und Beschleunigungsphasen, gefordert ist.
    Dass jeder RTW, der unter dem Schlafzimmerfenster ohne Martinshorn vorbeifährt, eine Erleichterung des Anwohners bedeutet, dürfte klar sein.

  14. doggi on Dezember 18th, 2012 11:26

    Die Bayern hams einfach drauf :-) Kopfaufdietischkanteknallt

  15. Max on Dezember 18th, 2012 12:33

    Irgendwie lesen sich einige Kommentare so, als wären einige sauer, dass das Horn seltener nötig sein wird…
    Durch eine Vorrangschaltung werden Fahrzeiten verkürzt, das Unfallrisiko reduziert, eine konstantere Fahrt ermöglicht und eben auch Lärm reduziert.
    Davon ausgehend, dass KH am ÖPNV gut angeschlossen sind, müssten lediglich die Auslöser auf den RD-Fahrzeugen angebracht werden.
    Der Vorschlag ist alles andere als praxisfern!

    Natürlich müsste man noch etwas Entwicklungsarbeit investieren und anschließend Pilotprojekte veranstalten.

  16. René Keim via Facebook on Dezember 18th, 2012 13:33

    Selten so gelacht, es obliegt einzig dem Fahrer von seinen Wegerechten Gebrauch zu machen. Lass da ein Unfall passieren, die Herren Stadträte kümmert das dann wohl kaum

  17. Klaus Peter via Facebook on Dezember 18th, 2012 14:26

    Um es noch einmal klar zu stellen: Es geht nicht darum, Horn und Licht nicht mehr einzusetzen, sondern den Fahrzeugen eine einfachere und leisere Anfahrt zur Klinik zu ermöglichen. Natürlich kann und muss jeder Fahrer bei Bedarf das Horn einschalten. Ist doch klar, dass letztendlich der Fahrzeugführer die Entscheidung über das Ein- und ausschalten des Horns hat. Wie Uwe Eisner geschrieben hat, kann ich mich auch des Eindrucks nicht erwehren, dass viele Fahrer ganz wild auf den Einsatz des Horns sind.

  18. Sepp Daxberger on Dezember 18th, 2012 16:42

    Zwischen Null und 6 Uhr kann man in München auch ohne Signal zum Krankenhaus fahren, da sollte sich München ein Beispiel an der Ampelschaltung in Wien nehmen.
    Zwischen 21 und 24 Uhr auf die Musik zu verzichten ist nicht möglich, ausserdem hatten wir diese Problematik bereits in den 80iger Jahren aus Gründen der Lärmbelästigung schon mal in München und das wurde aus Gründen der StvO schnell wieder ad Akta gelegt.
    Evi Caim war in ihrem früheren Leben mal Verwaltungsleiterin oder Pflegedienstleiterin im städtischen Krankenhaus Harlaching.
    Ansonsten kann man über solche Auswüchse im Stadtrat nur den Kopf schütteln.
    Weiter so liebe Politiker, ihr schafft euch selbst ab.
    Was noch zu bemerken wäre, dass die Fahrten mit Blaulicht und Horn in der oben genannten Zeitspanne in der Regel nicht übermäßig viel sein dürften, sofern der Patient entsprechend versorgt worden ist. Die Indikationen, die in München zu nächtlicher Zeit ein Horn erfordern kann man an einer Hand abzählen.
    Apropos, wie stellt sich Evi dann die Anfahrten zu den Notfallplätzen vor, wollen Sie da auch den Ton abstellen?

  19. Barbara Lukaschewsky on Dezember 18th, 2012 16:54

    Ich frag mich ob die Ampeln denn auch schnell genug umschalten ,hier bremen gibts die Vorangsschaltung schon für öpnv ,aber die läuft halt oft verzögert , und zwar mächtig . Vieleicht ist der Süden da weiter ? Ist schwer daß aus der Ferne zu beurteilen ,klingt aber nicht schlecht . Anmerkung für die Red . – haltet euer Publikum über solche Sachen doch mal aufn Laufenden ,d a s ist doch mal Spannend zu wissen wie es weitergeht .

  20. Olaf on Dezember 19th, 2012 11:34

    Sicherlich eine gute Idee. Aber mir ist es egal was Passanten, Anwohner denken wenn ich durch eine Gasse fahre die blockiert wird und ich Martinshorn anmachen muss. Selbst bei einer Schaltung, tut sich da nichts mehr. Wen ich Nachts fahre oder raus muss und ich fahre mit Sonderechten, bin ich nichts schneller. Ob mit oder ohne. Und ich hoffe keiner bügelt mit 140 km/h irgendwo durch die Stadt/Land. Hey ich muss sicher ankommen…

  21. tangotango on Dezember 19th, 2012 12:45

    Mein Kommentar scheint verloren gegangen zu sein, daher in Kürze:

    Die Intention der Antragsteller scheint doch eher zweifelhaft. Was ist denn mit den Ampelschaltungen außerhalb der im Antrag genannten Zeiten? Gibt es diese dann nicht oder wieso wird explizit dieser Zeitraum genannt?!

    Nachts jedenfalls gibt es ohnehin nicht so sonderlich viel Zeitverluste durch starken Verkehr/”Rote Ampeln” und wenn doch, dann kann ohnehin nicht auf die Signalanlage verzichtet werden, unabhängig von Ampelanlagen.

  22. der Münchner on Dezember 19th, 2012 13:32

    @tangotango
    wenn Du mal im Berufsverkehr in München unterwegs warst, wirst Du feststellen, dass Dir da auch keine Vorrangschaltung was bringt. Vor allem stellt sich mit die Frage, welche Ampeln da mit eingebunden werden sollen. Bei der Vielzahl an Kliniken in München mußt Du zwangsläufig alle umstellen, bzw. mit einbinden. Außer man lässt die RTWs nur noch übern Mittleren Ring fahren.

  23. HOLGI on Dezember 20th, 2012 08:29

    Hallo an alle

    ich habe diesen Antrag mit den beiden Stadträten entwickelt. Bin selbst während es Studiums in HH 4 Jahre RTW gefahren. Frau Caim war nicht nur in der Verwaltung eines Krankenhauses, sondern ist exmainierte Krankenschwester mit langjähriger Berufserfahrung.

    Zusätzlich haben wir einen Verkehrs-Ing. hinzu gezogen, der solche Ampelbervorrechtigungsanlagen aber auch Fahrzeugcomputer entwickelt. Ich glaube der Vorwurf, dass sich hier keiner Gedanken gemacht hat, kann ich damit entkräften, und nur weil der Antrag von der CSU kommt, kann ja wohl nicht der Grund sein, über so etwas nicht mal zu diskutieren und ggf. Verbesserungen zu erreichen. Die Kritik über die sonstigen Positionen der CSU in anderen Bereichen kann man sicher auch woanders diskutieren.

    Und jetzt möchte ich nochmal darstellen, worum es geht und worum es nicht geht:
    Die Stadtverwaltung wird gebeten, zu prüfen, ob mit der technischen Einrichtung von Ampelbevorrechtigungen in jedem Einsatzfahrzeug die Anfahrt beschleunigt, und lärmgemindert werden kann. Im Antrag habe ich explizit erwähnt, dass der RTW Besatzung das Recht auf Einsatz der Sonderrechte unbenommen bleibt, in weiser Voraussicht auf die Kritik aus der Fachschaft!
    Es geht nicht darum, dass dem Fahrer verboten wird, die Sonderrechte zu nutzen.

    Die Verkehrssituation in München tagsüber ist mir bewusst und deshalb bezieht sich der Antrag ja auf die Nacht. Was des den Einzugsbereich angeht, sind hiervon die Kliniken und KH betroffen, die auch eine Notfallversorgung/Notaufnahme haben und das sind bei weitem nicht alle Münchner Häuser.

    Schöne Feiertage!
    Ruhigen Dienst und allzeit gute Fahrt!

    Holgi

  24. der Münchner on Dezember 21st, 2012 10:59

    @Holgi
    ich weiß, dass dies nicht alle münchener Kliniken sind, jedoch würde mich interessieren, wie weit vorraus so eine Vorrangschaltung “schaltet”, um einen mit 50 km/h fahrenden RTW eine stopplose Fahrt zu ermöglichen? Dann habe ich nämlich eine ganze Menge an Stellen in München, an dessen Kreuzungen die grüne Wellte fasst sternfömig weggehen muss, da es eine Reihe von potenziellen Zielkliniken gibt. Bin nicht dagegen, sondern finde den Vorschlag eher gut. Nur, wie gesagt, bin ich mir bei der Umsetzung nicht ganz sicher. Evtl gibt es ja die Möglichkeit, dass die Zielklinik im Gerät erfasst wird und damit eine Vorauswahl der potentiellen Strecke erfolgt.

    Wünsche Dir ebenfalls schöne Feiertage
    und bei Deinem Projekt viel Erfolg

    Übrigens bin ich beim Schnelldurchgang auf 16 Häuser in München gekommen, die Notfallpatienten aufnehmen. Da es aber auch Patienten gibt, die notfallmäßig durch Ärzte (KVB/HÄ) nach Anmeldung in andere Kliniken eingewiesen werden können, dürfte die Zahl wesentlich höher sein.

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