Mobile Response 2008 – Aus Katastrophen lernen


Shrae Test FW DortmundSt. Ausgustin (idw) - Fraunhofer IAIS veranstaltete Internationales Symposium zu mehr Sicherheit und effizienterem Notfallmanagement durch IT. Sankt Augustin, 17. Juni 2008: Erdbeben - Alarm im Bürohochhaus. Wer sich nicht auskennt, schaut auf sein Handy, um sich aus dem Gebäude navigieren zu lassen. Mobile Sensorik hilft sofort zu ermitteln, ob das Gebäude einsturzgefährdet ist. Solche Szenarien und Lösungsansätze im Bereich der mobilen Informationstechnologie für Notfallschutzplanung und Notfallmanagement präsentierten Sicherheitsforscher aus ganz Europa in Bonn. Auf dem internationalen Symposium "Mobile Response 2008" von Fraunhofer IAIS beklagten die Experten aber auch klaffende Sicherheitslücken im Katastrophenschutz. Ein Drittel des Landes war unter Wasser: Mobile Kommunikationsgeräte fielen aus, weil sie nicht mehr aufgeladen werden konnten, denn das Stromnetz war zusammengebrochen. Die Versorgung mit Trinkwasser brach zusammen, weil es nicht mal einen Überblick über die Verteilung der Trinkwasser-Reservoire gab. Jedes dritte Fahrzeug der Polizeikräfte fiel durch das Hochwasser aus - und damit auch ihre mitgeführten Hilfsgeräte. Immer wieder schrien Menschen aus ihren Fenstern verzweifelt um Hilfe, sie waren von den Rettungskräften schlicht vergessen worden. Prof. Chris JohnsonGanz im Stil eines Wissenschaftlers bilanzierte der britische Sicherheitsexperte Chris Johnson die Lage im Katastrophenschutz nach dem letztjährigen Hochwasser in der Grafschaft Yorkshire und der Stadt Sheffield, rund 270 Kilometer nördlich von London. Führende Experten aus der internationalen Sicherheitsforschung beschäftigten sich zwei Tage lang mit der Fehleranfälligkeit neuer Technologien. Ein durchaus selbstkritischer Ansatz, denn schließlich setzen die Forscher von Berufs wegen auf die mobile Informationstechnologie, um das Notfallmanagement effizienter und flexibler zu gestalten. Die vorgestellten Lösungsansätze sind vielfältig: Mobile Visualisierungen eines Fluchtweges aus Gebäuden, Werkzeuge zur Schadensanalyse nach Erdbeben oder die mobilen Wissensvermittlung für alle Einsatzkräfte. Die 32 Wissenschaftler aus Europa, den USA und Japan präsentierten und diskutierten auf der diesjährigen Mobile Response von Fraunhofer IAIS und Fraunhofer FIT ihre technischen und logistischen Lösungen für ein effizienteres Notfall- und Krisenmanagement. Und dieser internationele Informationsaustausch erscheint erforderlich, denn der Bedarf an innovativen Sicherheitslösungen steigt angesichts zunehmender Naturkatastrophen und anderer Bedrohungsszenarien. Derzeit stellt ein nicht ausreichender Wissenstransfer aus der Forschung in die Anwendung eine immense Hürde dar, die die Einführung neuer Technologien im Sicherheitsbereich erschwert. Eine verstärkte Kommunikation von Forschern, Entwicklern und Anwendern ist daher unerlässlich, um den Einzug dieser nützlichen Werkzeuge zum Schutz von Menschenleben und kritischen Infrastrukturen in die Anwenderdomäne voranzutreiben. Mehr Information: www.iais.fraunhofer.de Fotos Oben: SHARE-Test in Leitzentrale der Feuerwehr Dortmund: Informationen unterschiedlicher Rettungsdienste müssen nicht nur von Menschen verstanden, sondern auch von Maschinen automatisch miteinander in Beziehung gesetzt werden können. Bei einem Hochwassereinsatz beispielsweise Wetterdaten mit Pegelstandsmessungen.Fraunhofer IAIS. Unten: England 2007: "Statt der vermuteten 3000 Häuser hatten sich die Einsatzplaner um den Faktor 10 verschätzt...". Der britische Sicherheitsexperte Prof. Chris Johnson beklagt mangelnde Vernetzung und IT im Katastrophenmanagement auf der Mobile Response 2008. Fraunhofer IAIS.

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