Mittelhessen: Notfallversorgung für acht Jahre vergeben


Marburg/Gießen (pm) – Der DRK-Rettungsdienst Mittelhessen, die Johanniter und die Malteser wurden von den Landkreisen Marburg-Biedenkopf und Gießen erneut für acht Jahre beauftragt. Die Beauftragungen wurden am 12. März auf der Burg Staufenberg im Rahmen einer Feierstunde unterzeichnet. DRK und Johanniter teilen sich den Rettungsdienst im Landkreis Gießen, im Landkreis Marburg-Biedenkopf sind auch die Malteser an der Notfallversorgung beteiligt. Träger des Rettungsdienstes sind nach dem Gesetz die Landkreise. Diese können die Durchführung Hilfsorganisationen übertragen.

„Durch die erneute Beauftragung der Partner, mit denen wir schon lange im Rettungsdienst zusammenarbeiten, erreichen wir für die Menschen auch in den kommenden Jahren eine hochwertige rettungsdienstliche Versorgung im Notfall. Das ist ein beruhigendes Gefühl“, erklärten Landrätin Anita Schneider (Gießen) und Landrat Robert Fischbach (Marburg-Biedenkopf).

2006 hatten beide Landkreise erstmalig eine achtjährige Beauftragung erteilt. Diese läuft noch bis 2013, nun schließt sich die nächste Beauftragung bis 2021 an. Dieser Beauftragungszeitraum gibt den Rettungsdiensten die notwendige Planungssicherheit und sichert gleichzeitig die Arbeitsplätze der Mitarbeiter. Die Fortsetzung der Beauftragung dokumentiert eine erfolgreiche, landkreisübergreifende Zusammenarbeit, die auch in Zukunft fortgesetzt werden soll.

Auf die Rettungsdienste warten große Herausforderungen: So wird  derzeit die rettungsdienstliche Vorhaltung in beiden Landkreisen erweitert, um dem erhöhten Einsatzaufkommen Rechnung zu tragen. Dafür werden zusätzliche Schichten an bestehenden Wachenstandorten etabliert und neue Wachenstandorte gebaut.  Bei den Rettungsdiensten werden dafür zusätzliche Kapazitäten aufgebaut. Durch eine jahrelange, enge Zusammenarbeit über die Landkreisgrenzen hinaus gibt es beste Rahmenbedingungen für die Umsetzung von Erweiterungen und für neue Konzepte.

So wurde im April 2006 ein landkreisübergreifender Qualitätszirkel Notfallmedizin ins Leben gerufen. Vertreter der Landkreise, der Leitstellen, der Rettungsdienste sowie Ärzte arbeiten seitdem gemeinsam an einheitlichen Versorgungsstrategien und einheitlichen Standards für die rettungsdienstliche Ausstattung. Mit Erfolg: Mittlerweile wurden für alle lebensbedrohlichen Krankheitsbilder die gleichen Versorgungsabläufe eingeführt. Für besondere Krankheitsbilder holte man auch die Kliniken in der Region ins Boot: So wurden z.B. für die Versorgung von Schlaganfall- oder Herzinfarkt-patienten abgestimmte Konzepte in Kraft gesetzt, die nicht nur den präklinischen, sondern auch den klinischen Versorgungsweg festlegen.

Auch für die Qualifikation des Einsatzpersonals setzen sich die Landkreise gemeinsam ein: Seit 2007 bietet das „Mittelhessische Rettungsdienst-Symposium“ Vorträge und Workshops zu aktuellen, notfallmedizinischen Fragen. Sie stehen für den Rettungsdienst offen, aber auch für ärztliches und nichtärztliches Personal der Krankenhäuser. Seit 2009 findet zudem die gesetzlich vorgeschriebene, jährliche Pflicht-Fortbildung für das Einsatzdienstpersonal rettungsdienstübergreifend statt. Sie endet mit einer Zertifizierung und garantiert einen überprüfbaren, notfallmedizinischen Standard.

Landkreise und Rettungsdienste sehen auch für die Zukunft viele gemeinsame Themen. Sie müssen bearbeitet werden, um den steigenden Anforderungen an die präklinische Notfallmedizin gerecht zu werden. Doch man ist optimistisch: Durch die lange Planungssicherheit bis 2021 werden Rahmenbedingungen festgeschrieben, die Kontinuität und Weiterentwicklung ermöglichen.

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