Medizinische Task Force: Führungsorganisation und Patiententransport geprüft


Kassel (BBK) – Führungskräfte der Medizinischen Task Force (MTF) testeten am Samstag die Leistungsfähigkeit der beiden MTF Module Führungsorganisation und Patiententransport.

Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) führte gemeinsam mit den Pilotstandorten Hessen und Rheinland-Pfalz eine Stabsrahmenübung in der Hessischen Landesfeuerwehrschule in Kassel durch.

Der Bund stellt für den Bevölkerungsschutz Kern- und Unterstützungskomponenten zur Verfügung, die in den Ländern stationiert sind. Diese ergänzen den Katastrophenschutz der Länder im Zivilschutz und bei Sonderlagen. Die MTF ist eine taktische Einheit für den Massenanfall von Verletzten und Erkrankten (MANV) und ist in der Lage, auch länderübergreifend Spezialkräfte für Hilfeleistungen zu stellen. Neben der Verstärkung des präklinischen Behandlungspotentials am Behandlungsplatz mit der Möglichkeit zur Dekontamination Verletzter sind zusätzliche Transportkapazitäten für Verletzte vorhanden. An einem Behandlungsplatz können bis zu 100 Verletzte über einen längeren Zeitraum versorgt werden. Jeder Einheit werden 20 Fahrzeuge mit acht verschiedenen Fahrzeugtypen und 110 Helfer zur Verfügung stehen. Insgesamt werden bundesweit 61 MTF-Einheiten aufgestellt.

Das Übungsszenario spielte in einer fiktiven Region Deutschlands, in der eine Explosion mit Folgeereignissen in einer industriellen Lagerhalle stattgefunden hatten. Hier galt es, die eingesetzten Katastrophenschutzkräfte der Region überregional am Einsatzort zu unterstützen. Mit der Auswertung dieser Stabsübung werden wertvolle Er­kennt­nisse über die Leistungsfähigkeit der beiden MTF Teileinheiten in dynamischen Schadenslagen gewonnen.

Fachlich überprüft werden unter anderem das Eintreffen der MTF vor Ort, das Übernehmen von Führungs­verantwortung in einem seit einigen Stunden andauernden Großeinsatz und das Koordinieren von Einsatz­kräften und Aufgaben einer MTF. Außerdem getestet werden die Reaktion auf plötzliche Veränderungen der Lage, das Beenden des Einsatzes und Herauslösen der Einsatzkräfte aus dem Einsatz sowie das Zusammen­wirken von MTF Einheiten aus verschiedenen Bundesländern.

Die MTF befindet sich derzeit in der Entwicklungs- und Erprobungsphase. Im Jahr 2010 wurden die beiden Pilotstandorte MTF in Hessen und Rheinland-Pfalz eingerichtet. Die Pilotphase zur Feinkonzeptentwicklung ist auf zwei Jahre angelegt. Dabei werden die Teileinheiten Führung, Behandlung, Dekontamination von Verletzen, Patiententransport und Logistik in Evaluationsübungen überprüft. Dazu diskutieren seit Mai 2010 in überwiegend ehrenamtlicher Arbeit Führungskräfte der Hilfsorganisationen Arbeiter-Samariter-Bund, Johanniter Unfall-Hilfe, Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft, Deutsches Rotes Kreuz, Malteser Hilfsdienst, des Technischen Hilfswerks und der Feuerwehren über die Aufgaben der Führung und des erweiterten Patiententransportes. Sie werden begleitet von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des BBK, des Hessischen Ministeriums des Inneren und Sport (HMdIS), der Hessischen Landesfeuerwehrschule (HLFS) sowie des Ministeriums des Innern, für Sport und Infrastruktur Rheinland-Pfalz (ISIM RLP), der Aufsicht- und Dienstleitungsdirektion (ADD RLP) und der Landesfeuerwehr- und Katastrophenschutzschule Rheinland-Pfalz (LFKS).

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