Medikamentenverbot für Münchner Rettungsassistenten


München (rd.de) – Die Ärztlichen Leiter des Rettungsdienst (ÄLRD) sind besorgt über den sprunghaften Anstieg von intravasalen Medikamentengaben durch Rettungsassistenten in München. Die Leistungserbringer im Rettungsdienst wurden angewiesen diese Praxis zu stoppen.

Verunsicherte Rettungsassistenten haben den Fall an den Deutschen Berufsverband Rettungsdienst (DBRD) berichtet. Nach Informationen des DBRD sollen mit den Leistungserbringern in den nächsten Wochen Regelungen gefunden werden, um eine einheitliche Patientenversorgung zu gewährleisten.

Mittlerweile, so der DBRD weiter, haben Rettungsassistenten bei ihren Arbeitgebern Dienstanweisungen unterschreiben müssen. Inhaltlich werden Sie darin aufgefordert außer Sauerstoff und Vollelektrolytlösungen keine Medikamente zu applizieren. Bei Zuwiderhandlung wurde mit arbeitsrechtlichen Konsequenzen gedroht.

Der DBRD fordert die ÄLRD München in einer Stellungnahme auf, die am 19.06.2012 in dieser Form herausgegebene Anweisung an die Leiter der Leistungserbringer zurückzunehmen.

(03.07.2012)

33 Responses to “Medikamentenverbot für Münchner Rettungsassistenten”

  1. Oliver Stahl via Facebook on Juli 3rd, 2012 11:11

    Es wäre sinnvoller, sich endlich mal um den Arztvorbehalt aus dem Heilpraktikergesetz zu kümmern, dann gäbe es viele solcher Disskussionen erst garnicht. Wir hier dürfen noch nicht einmal einen Zugang und ne Ringer ohne NA legen…

  2. Oliver Stahl via Facebook on Juli 3rd, 2012 11:11

    Es wäre sinnvoller, sich endlich mal um den Arztvorbehalt aus dem Heilpraktikergesetz zu kümmern, dann gäbe es viele solcher Disskussionen erst garnicht. Wir hier dürfen noch nicht einmal einen Zugang und ne Ringer ohne NA legen…

  3. Ralf Fonk via Facebook on Juli 3rd, 2012 11:21

    @ Oliver Stahl: wo fährst den du?

    Aber ich weiß von Städten im Ruhrgebiet wo auf dem RTW nicht mal mehr ne Ringer drauf ist geschweige irgend ein Medikament. Muss alles mit dem NEF angekarrt werden.

  4. Stephan Delan via Facebook on Juli 3rd, 2012 11:41

    Bei uns ist Zugang und Ringer Regelkompetenz laut ÄLRD… 😉

  5. Stephan Delan via Facebook on Juli 3rd, 2012 11:46

    @ Oliver Stahl: Sich auf die Notkompetenz laut BÄK und Paragraph 13/34 StGB berufen… 😉

  6. Jörn on Juli 3rd, 2012 11:57

    Also, das was hier vom ÄLRD München noch gerade so erlaubt wird, habe ich als junger Rettungssanitäter bereits 1990 machen dürfen. Und es soll ja nicht wenige Retter geben, die darauf verzichtet haben, den RettAss zu machen oder sich adeln zu lassen, um als RettSan unter Hinweis auf § 34 StGB („Rechtfertigender Notstand“) weiterhin im berechtigten Fall der Fälle erweiterte Maßnahmen durchführen zu können. 😉

    Und mir ist bis heute KEIN RettSan-Kollege bzw. KEINE RettSan-Kollegin bekannt, der bzw. die deshalb strafrechtlich verfolgt worden wäre… Und die „dummen Sprüche“ mancher ärztlicher Kollegen bzw. Kolleginnen verstummten recht schnell, nachdem sie auf die rechtliche Situation im Allgemeinen und Ihre Möglichkeiten, eine Strafanzeige zu erstatten, im Besonderen hingewiesen wurden…

    Bedenke: Ein Jurist ist ein Jurist, und ein Arzt ist ein Arzt. 🙂 Und nur wenige Ärzte sind auch Juristen und umgekehrt. 🙂 🙂

  7. SH on Juli 3rd, 2012 12:12

    Das Heilpraktikergesetz findet nach aktueller Rechtsprechung ohnehin keine Anwendung auf die Tätigkeit eines RettAss. Das RettAssG ist das speziellere Gesetzt und somit könnte uns der Arztvorbehalt gerade mal egal sein.
    Viel schwerer wiegt meiner Ansicht nach der berechtigte Anspruch des Patienten auf eine sachgerechte Versorgung nach dem aktuellen Stand der Medizin. Dringend erforderliche Maßnahmen zu unterlassen, obwohl man diese beherrscht, nur weil manche Mediziner ideologisch immernoch in der Steinzeit unterwegs sind, ist weder mit dem Berufsethos noch mit gesundem Menschenverstand vereinbar. Um so schlimmer finde ich es, dass manche Arbeitgeber immer reflexartig auf den Zug der Ärztelobbyisten aufspringen uns diese mit der Herausgabe – nicht haltbarer – Dienstanweisungen unterstützen.

  8. Daniel Marx via Facebook on Juli 3rd, 2012 12:37

    Klarer Trend in die falsche Richtung. Riecht aber auch ’n bisschen nach Trotzreaktion weil sich die ÀLRD sowie der BAND seit Jahrzehnten (!) vor einer sinnvollen Umstrukturierung der präklinischen Versorgung drücken.

  9. Daniel Marx via Facebook on Juli 3rd, 2012 12:39

    Und das Ergebnis ist z.B. ein armer Asthmatiker, der sein Spray Zuhause vergessen hatte und trotz mehrfacher Bitte den offen im Koffer liegende Berotec-Inhalator erst mit Erlaubnis des NA nutzen durfte. Wohlgemerkt 10 min nach Eintreffen des RTW. Armes Deutschland!

  10. der Münchner on Juli 3rd, 2012 12:42

    also die Möglichkeit der Gabe von Medikamenten im Rahmen der Notkompetenz ist weiterhin gegeben. Nur haben sich Fälle gehäuft, wo dies nicht der Fall war. Daraufhin hat der ÄLRD reagiert. Hätten die Dienstgeber vorher genauer hingesehen, hätte es nicht zu diesem Schreiben kommen müssen.

  11. Stephan Birkholz via Facebook on Juli 3rd, 2012 12:46

    Ja leider mal wieder ein Schritt in die falsche Richtung. Glücklicherweise gibt es in unserem Rett.Bereich nicht solche Einschränkungen (Flex.,Infusionen, usw.). Würde denn sonst eine Ausbildung noch Sinn machen? Dann kann ich ja gleich Taxi fahren.
    Auch die RTW’s sind voll bestückt mit Ausnahme von Opiaten.

  12. Stephan Birkholz via Facebook on Juli 3rd, 2012 12:46

    Ja leider mal wieder ein Schritt in die falsche Richtung. Glücklicherweise gibt es in unserem Rett.Bereich nicht solche Einschränkungen (Flex.,Infusionen, usw.). Würde denn sonst eine Ausbildung noch Sinn machen? Dann kann ich ja gleich Taxi fahren.
    Auch die RTW’s sind voll bestückt mit Ausnahme von Opiaten.

  13. Stephan Birkholz via Facebook on Juli 3rd, 2012 12:46

    Ja leider mal wieder ein Schritt in die falsche Richtung. Glücklicherweise gibt es in unserem Rett.Bereich nicht solche Einschränkungen (Flex.,Infusionen, usw.). Würde denn sonst eine Ausbildung noch Sinn machen? Dann kann ich ja gleich Taxi fahren.
    Auch die RTW’s sind voll bestückt mit Ausnahme von Opiaten.

  14. Jan Ginschel via Facebook on Juli 3rd, 2012 13:12

    Hauptsache die Ärzte sehen sich nicht in ihrer ehre gekränkt, sie könnten ja nicht mehr als die „Helden“ der Medizin gelten. Bei uns im Bereich ist es undenkbar so eine Regelung zu treffen und die RTW’s so zu kastrieren. Es sollte immer noch der Patient im Mittelpunkt stehen und nicht irgend ein Kompetenz Gerangel. Auf der anderen Seite steht natürlich auch die finanzielle Seite und es muss dann mal über die Gehälter gesprochen werden.

  15. Ricardo Ziegler via Facebook on Juli 3rd, 2012 13:44

    Erschreckend wie sich dieses Kompetenzgerangel um das Berufsbild des „Rettungsassistenten“ in Deutschland, speziell aber im Bereich München entwickelt hat! Das ganze wird, wie schon in den ganzen Berichten richtig erwähnt, auf dem Rücken der Pat. ausgetragen, jedoch der einzig wahre Depp ist und bleibt der RA – bildet sich jährlich fort, reißt sich den Arsch auf, muss sich mit Respektlosigkeiten – nun auch von Seiten des ÄLRD’s – rumschlagen und verkommt schließlich als Fachidiot, dem die Hände in alle Richtung gebunden sein werden!!!

  16. Kai-Jörg Krall via Facebook on Juli 3rd, 2012 13:50

    Also in den ländlichen Bereichen ist sowas undenkbar! Bei uns gibt es „Erweiterte Versorgungsmaßnahmen“ welche jeder RA nach einer Überprüfung anwenden darf. Es gibt Notfälle da therapiert der RA ohne NA. Und außerdem, was machst du denn bei deinem Patienten der Kreislaufinsuff. ist und die Ilst sagt dir Sie hat keinen NA und das nächste KH ist 25 Min weg?! Da wie all das angewendet, was ich gelernt habe und dessen Durchführung ich behersche! Ich stehe bestimmt nicht Tatenlos in der Gegend rum oder mutiere zum Taxiefahrer! Es ist traurig, das sich die Bundesãrtekammer an ein Gesetzt aus den 30. Jahren klammert und nicht mit der Zeit, bzw. dem Ärzte und Notärztemangel Rechnung trägt.

  17. Jörn on Juli 3rd, 2012 14:25

    Ich glaube, dass der ÄLRD damit eine Lawine los getreten hat, ohne sich der Konsequenzen seines jetzigen Handelns völlig im Klaren gewesen zu sein – oder vielleicht doch? Dann wäre er ein Freund des nichtärztlichen Rettungsfachpersonals und damit aus Sicht der (not-)ärztlichen Lobbyistenverbände sogar ein „Überläufer“. Denn selbst die altehrwürdige „Süddeutsche Zeitung“, immerhin in der bayerischen Landeshauptstadt ansässig, widmet sich nun diesem durchaus „sehr heißen Eisen“:

    http://www.sueddeutsche.de/muenchen/keine-medikamente-durch-rettungssanitaeter-spritzen-verboten-1.1399659 vom 02.07.2012*

    * ja, ja, RettSan, RettAss, wer kennt da schon genau die Unterschiede… ;-(

    Weiterhin regnerische Grüße aus dem Westen (gilt indes nur für Altbayern, Franken und bairische Schwaben)

  18. Daniel Marx via Facebook on Juli 3rd, 2012 14:35

    Aber Jan spricht da einen wichtigen Punkt an: regelhafte Kompetenzerweiterung des RA muss auch einen höherwertigen Schulabschluss, gerne auch eine akademische Ausbildung (siehe Polizei und FH) und damit auch zwingend ein deutlich höheres Gehalt zur Folge haben!

  19. Peter Link via Facebook on Juli 3rd, 2012 14:59

    unglaublich. Da redet man von Notfallsanitätern und erweiterten Kompetenzen und in Bayern fällt man wieder zurück in die Steinzeit…….

  20. Flrn Lndnbrg via Facebook on Juli 3rd, 2012 15:27

    „hat doch früher auch so geklappt“…willkommen im 19. Jahrhundert

  21. da Bertl on Juli 3rd, 2012 18:31

    Des is hald München und ned Bayern. In der Landeshauptstadt gibts doch immer für alles eine Extrawurst. Wann haben die eigentlich vor eine eineheitliche Integrierte Leitstelle zu betreiben wie es alle anderen Rettungsdienstbereiche in Bayern bereits machen oder kurz vor der Fertigstellung der Leitstelle sind. Bin mir sicher da wirds in München auch wieder eine Ausnahmeregelung geben.

  22. Sascha Roden via Facebook on Juli 3rd, 2012 19:24

    Dann wird es bald wie in Amerika sein da wird ein RTW gerufen der Packt den Pat einfach ein und dann ins KH so da wird dann auf Anamnese und weitere Behandlung verzichtet

  23. Harry on Juli 3rd, 2012 20:24

    @Sascha, also: load and go versus stay and play/threat. Das hatten wir hier in D bis 1938 schon mal, dann kam Prof. Kirchner und hat die nicht nur für die Kriegsmedizin so wichtige Forderung aufgestellt, dass der Arzt zum Patienten kommen müsse und nicht der Patient zum Arzt. Irgendwie drehen wir uns jetzt wieder im Kreis…

  24. Kai-Jörg Krall via Facebook on Juli 3rd, 2012 21:42

    Ähm Sascha, hab ich was verpasst?
    In Deutschland hat man Angst vor dem amerikanischen Paramedic System, indem diese ohne NA auskommen, weil Sie nach Algorithmen geschult werden und arbeiten Und nicht weil Sie Einpacken und fahren!
    Und so wie du es beschreibst ist es z.Zt. in der meisten Großstädten Deutschlands.

  25. doggi on Juli 4th, 2012 09:18

    wie im richtigen leben. Mit load and go habe ich Ende der 70er angefangen und werde damit wohl auch bald in Rente gehen. Da macht sich schon eine gewisse Frustation breit. Aber wenigstens konnte ich ein paar Kolleginnen und Kollegen vermitteln was sie könnten wenn sie dürften.
    Es lebe der Föderalismus…..

  26. Peter on Juli 4th, 2012 10:25

    @Kai: Ich glaube was Sascha meint hat mit einem Film-Bericht zu tun. Lief im ZDF vor geraumer Zeit.

    In einigen Stadtteilen von NY z.B. der Bronxs, gibt es freiwillige Paramedics, die eher schlecht ausgebildet sind und dort eine ganz klare „load and go“ Strategie fahren. Ob man das jetzt pauschal auf das gesamte Paramedic System der USA beziehen kann, weiß ich nicht. Aber auch hier der HInweis, bei den Amis gibt es auch „freiwillige/ ehrenamtliche“, insbesondere da, wo Armut herrscht.

  27. Hagen on Juli 4th, 2012 11:12

    @Peter: Am besten wäre es wohl für uns alle, wenn Kai selbst posten würde, was er eigentlich gemeint hat, oder? 😉 Denn GLAUBEN heißt NICHT-WISSEN.

  28. der Münchner on Juli 4th, 2012 14:15

    @ da Bertl: in München gibt es doch eine ILS, heißt halt ILSt. Oder um was geht es Dir?

    Grüße

  29. Jörn on Juli 5th, 2012 10:59

    Bekommen wir hier bald Verhältnisse wie in der ehemaligen DDR? Dies lassen aktuelle Verlautbarungen des Sprechers der Münchner ÄLRD-Gruppe befürchten: vgl. http://www.sueddeutsche.de/75e38U/703470/Standardmodell-zum-Leben-retten.html (leider ohne Datum, da im Serviceteil „geparkt“). Im lesenswerten Text heißt es unter anderem: „Sowieso sei jetzt schon bei 300 Einsätzen täglich in 90 Fällen von Anfang an ein Notarzt dabei.“ (es handelt sich nur um ein indirektes Zitat, trotzdem!)

    Was soll das genau heißen? Etwa, dass schon in wenigen Jahren bei einem Notfalleinsatz immer ein Notarzt dabei sein wird? Also statt RTW und NEF künftig wieder reine NAW, wie es sie beim DMH/DMKH in der DDR schon immer gab?? Hier im Ländle sind die gesetzlichen Grundlagen dazu ja schon geschaffen: mit der doppelten Hilfsfrist für RTW und Notärzte von normalerweise 10, in Ausnahmefällen höchstens 15 Minuten. Hallo, hat jemand mal einen Blick in die Statistiken bzw. die demographischen Erhebungen geworfen? Fachkräfte-Mangel ist da angesagt, nicht Fachkräfte-Überschuss!

    Was ist das Gegenteil von ‚gut‘? Etwa ‚böse‘? Weit gefehlt, ‚gut gemeint‘ ist es!

    Sonnige Grüße aus dem Westen, wo die Sonne untergeht (dies speziell für Münchner) 😉

  30. Thomas on Juli 11th, 2012 13:19

    Hallo,
    was hier passiert ist sicherlich nicht der demografischen Entwicklung angepasst, sondern mündet eher im weiterhin klientelistischem Denken einiger Ärzteschaften.

    Die seriösen Analysen der Demografen aber auch die Tatsache der Abwanderung ganzer Ärzteschaften sowie der leerstehenden Praxen im ländlichen Bereich (und ich meine wirklich ländlichen Bereichen , nicht Randgebiete von Großstädten) wird dazu führen, dass die Kompetenzen neu überdacht werden müssen, weil wir Probleme in der Notärztlichen Versorgung erleben werden. Erste Referenten-Gesetzesentwürfe einer Novellierung des Rettungsdienstgesetzes liegen bei verschiedenen Hilfsorganisationen zur „Mitprüfung“ vor. Hierin wird der Kompetenzerweiterung Rechnung getragen, aber auch der Tatsache, dass die Entscheidung einer notwenigen Einlieferung in ein Krankenhaus (Fehlfahrtren) auch beim RA liegen kann.

  31. Jan Pukl on Juli 11th, 2012 14:14

    Dann hol ich mir wegen und allem und jedem ein NEF…

  32. Thomas Biesenecker on Juli 11th, 2012 17:30
  33. charlie-zulu on Juli 12th, 2012 08:21

    Was für ein übelst schlechter Artikel.. da stimmt ja überhaupt nichts.

    Extreme Meinungsmache ist das, mehr nicht.

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