Main-Taunus-Kreis mit neuem Dekontaminationskonzept


Hofheim (pr ) – Der Main-Taunus-Kreis hat bundesweit einzigartige Module zur Entseuchung vorgestellt. Die drei Einheiten gelten als vorbildlich.

Wie der Erste Kreisbeigeordnete Hans-Jürgen Hielscher mitteilt, hat der Kreis drei Geräteeinheiten aufgebaut, die Menschen und Material bei atomarer, biologischer oder chemischer Verseuchung entgiften können. „Mit dieser Ausstattung haben wir uns bei der Dekontamination an die Spitze der deutschen Landkreise gesetzt“, so Hielscher. Immer wieder errege die dreiteilige Ausstattung das Interesse deutscher und internationaler Experten.

Dekon-G

Die so genannte Dekon-G dient der Dekontamination von Fahrzeugen, Werkzeugen und anderem Einsatzgerät. Der sechs Meter lange Container wird im Einsatz von neun Helfern der Freiwilligen Feuerwehr Kriftel betrieben. Er enthält unter anderem zwei Wannen, in denen Fahrzeuge abgespritzt werden können, zwei Arbeitsgerüste, 2500 Liter Wasser sowie diverse Geräte für die Dekontamination.

Dekon-P

Mit der „Dekon-P“ hingegen werden Menschen dekontaminiert. Neun Helfer der Freiwilligen Feuerwehr Liederbach betreiben die Einheit im Einsatz. Sie besteht unter anderem aus einem mit Duschen ausgestatteten Zelt, so groß wie eine kleine Dreizimmerwohnung, und kann beheizt werden. Gelagert wird die Einheit auf einem 10,5-Tonner-Lastwagen.

Dekon-V

Die „Dekon-V“ schließlich ist speziell vorgesehen für Verletzte, für Einsatzkräfte und für Personen, die nicht gehen können. Auch sie besteht aus einem Zelt, allerdings versehen mit einer Rollbahn, sowie weiteren Geräten. Neun Helfer des Deutschen Roten Kreuzes werden sie im Einsatz betreiben. Gelagert ist die Ausstattung ebenfalls auf einem Lastwagen.

Die Einheiten können laut Hielscher im Einsatzfall schnell von den Lkw geladen und aufgebaut werden. „Damit ist der MTK-Katastrophenschutz im doppelten Sinne hervorragend aufgestellt.“
Laut Hielscher wurden die Dekontaminationseinheiten teils vom Amt für Brandschutz und Rettungswesen völlig neu zusammengestellt, teils seien dafür Ausstattungen des Bundes weiterentwickelt worden.

Während der Maul- und Klauenseuche in Deutschland 1999 hätten sich die vom Bund gelieferten Geräte als unzureichend erwiesen. „Alle mussten handeln, keiner hatte ein Konzept“, so beschreibt Hielscher die damalige Lage. „Der MTK-Katastrophenschutz hat sich dann daran gesetzt, die Ausstattung zu verbessern. Jetzt verfügen wir über ein herausragendes System, das die Sicherheit im MTK weiter verbessert“, so Hielscher. Teile davon seien bereits auf der Fachmesse Interschutz 2005 in Hannover auf großes Interesse von Experten gestoßen. Auch im MTK hätten sich ausländische Interessenten die Anlage angesehen.

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