Mädchen retteten Mann vor Kältetod


Zwiesel (pol) – Nachdem ein 59-Jähriger aus Innenried, gegen 14.00 Uhr sein Anwesen verlassen hatte und seit dem nicht nach Hause zurückgekehrt war, suchte die Polizei am Wochenende mit großem Aufwand nach dem Vermissten. Zwei aufmerksame Mädchen fanden ihn gerade noch rechtzeitig.

Durch die Zwieseler Polizei wurde eine systematisch organisierte Suchaktion eingeleitet, nachdem zunächst das Anwesen des Vermissten gründlich abgesucht worden war. Schwierig gestaltete sich die Abgrenzung des Suchfeldes, da keinerlei Anhaltspunkte vorlagen, wo sich der Mann aufhalten könnte. Zur Unterstützung wurde die Freiwillige Feuerwehr Innenried und die Bergwacht Zwiesel angefordert, die in kürzester Zeit mit 12 bzw. 20 Mann zur Verfügung standen. Weiterhin wurden zur Suche ein Polizeihubschrauber, sowie ein Diensthund eingesetzt. Mit diesen Kräften wurden intensiv sämtliche Wege, die vom Anwesen des Vermissten wegführten, sowie die angrenzenden Waldstücke abgesucht. Kräfte der Zwieseler Polizei, Beamte der Schleierfahndung, der Bundespolizei und Streifen der benachbarten Polizeiinspektion Regen suchten im Stadtgebiet sämtlichen Lokale und mögliche Kontaktadressen ab. Auch Kräfte des Bayerischen Roten Kreuzes wurden für den Fall des Auffindens bereitgehalten.

Bis 01.45 Uhr suchten die Kräfte der Bergwacht und der Feuerwehr bei klirrender Kälte die in Frage kommenden Gebiete erfolglos ab. Kurz vor 02.00 Uhr wurden dann die Unterstützungskräfte entlassen und es stand eine Weitersuche bei Tageslicht im Raum.

Um 08.45 Uhr erreichte dann die Polizei die erlösende Nachricht, dass der Vermisste aufgefunden wurde und das BRK bereits vor Ort sei. Eine 9-jährige Zwieselerin und ihre 13-jährige Schwester fanden den Vermissten stark unterkühlt unter dem Fußgängersteg in der so genannten „Braker Bucht“ liegend auf und verständigten daraufhin sofort den Rettungsdienst, der den Mann äußerst stark unterkühlt ins KKH Zwiesel brachte. Der 59-Jährige hatte tatsächlich die Nacht bei Temperaturen von -14 °C im Freien überlebt.

Die beiden Mädchen sahen am Abend zuvor den Mann im Bereich der Brücke stehen und hatten zunächst Angst, von ihm beobachtet zu werden. Daraufhin seien sie nach Hause gelaufen. Am heutigen Morgen trieb es die neunjährige Nicole doch derart um, dass sie sich gemeinsam mit ihrer Schwester ein Herz fasste und mit ihrem Hund zurück zur Brücke ging, um nach dem Mann zu sehen. Diesem Mut und der Sorge der Kinder verdankt der Mann wohl sein Leben.

Möchten Sie einen Kommentar schreiben?