Lyse im RTW als NRW-Pflichtprogramm


Gemeinsam für die Lyse im NRW-Rettungsdienst: Dr. Udo Schniedermeier (links) und Horst Engel (mitte).

Gemeinsam für die Lyse im NRW-Rettungsdienst: Dr. Udo Schniedermeier (links) und Horst Engel (mitte).

Düsseldorf (FDP NRW/rd.de) – Der innenpolitische Sprecher der FDP-Fraktion im Düsseldorfer Landtag, Horst Engel, drängt auf Einführung einer Lysetherapieoption im Rettungsdienst. Einen Erlass des Gesundheitsministeriums hierzu gibt es bereits. Nun sind die Krankenkassen gefragt.

Auf Initiative der FDP hat Nordrhein-Westfalen zur Verbesserung der Notfalltherapie bei Herzinfarktpatienten per Erlass die Einführung einer Lysetherapieoption für den Rettungsdienst empfohlen. Dabei wird dem Patienten vom Notarzt ein Medikament (Lyse) verabreicht, um den Verschluss des Herzkranzgefäßes durch ein mögliches Blutgerinsel zu öffnen. „Gerade in ländlichen Regionen können durch den Einsatz der präklinischen Lyse die Überlebens- und Heilungschancen von Patienten massiv verbessert werden“, betont Horst Engel, innenpolitischer Sprecher der FDP-Fraktion.

Dr. Udo Schniedermeier, ärztlicher Leiter der Rettungsdienstschule und stellvertretender ärztlicher Leiter des Rettungsdienstes der Feuerwehr Dortmund, erklärt, warum: „Die Durchführung eines Herzkatheters ist zwar das effektivere Verfahren, es steht aber nur in spezialisierten kardiologischen Kliniken zur Verfügung.“ Insbesondere in ländlichen Regionen müssten jedoch teilweise bis zu 50 Kilometer zurückgelegt werden, um die nächste Klinik mit dieser Therapieoption zu erreichen. Schniedermeier: „Daher ist es in eher ländlich strukturierten Regionen und unter bestimmten medizinischen Bedingungen sinnvoll, wenn schnell vor Ort eine medikamentöse Auflösung gemacht werden kann.“ Dies kann durch das Spritzen spezieller Medikaments erfolgen.

Nun soll erreicht werden, dass in jedem Kreis und jeder kreisfreien Stadt Lysemedikamente auf die Medikamentenliste der Rettungswagen gesetzt werden und ein Kostenersatz durch die Krankenkassen erfolgt.

Ein erster wichtiger Schritt auf diesem Weg ist mit dem Erlass des Gesundheitsministeriums im Mai dieses Jahres erfolgt. Nach Einbeziehung und Befragung sämtlicher kardiologischer Kliniken und ärztlicher Leiter Rettungsdienst in NRW sowie einer Stellungnahme durch den Landesfachbeirat Rettungsdienst, hat das Gesundheitsministerium per Erlass die Lysetherapieoption empfohlen, wenn:

• der Patient nicht rechtzeitig einem kardiologischen Interventionszentrum zugeführt werden kann;
• der Patient nicht im erforderlichen Umfang für den Transport zu stabilisieren ist oder
• zur Notfallbehandlung bei akuter fulminanter Lungenembolie.

Engel sieht nun die Krankenkassen in der Pflicht, der langjährigen Forderung der Kreise und kreisfreien Städte zu folgen und entsprechende Lysemedikamente auf die jeweiligen Medikamentenlisten vor Ort zu setzen, um einen geregelten Kostenersatz über die Gesamtpauschale des Notarzteinsatzes herbeizuführen.

One Response to “Lyse im RTW als NRW-Pflichtprogramm”

  1. Schniedermeier on Oktober 18th, 2008 16:48

    Viele ärztliche Leiter Rettungsdienst haben in den vergangenen Jahren Konzepte zur Behandlung des ACS umgesetzt. In vielen Bereichen gab es jedoch großen Widerstand der Kostenträger, die es zu überwinden galt.
    Der Ministerialerlass zur Lyse vom 5.Mai 2008 unterstützt die Verantwortlichen im Rettungsdienst bei den Verhandlungen mit den Kostenträgern und erleichtert die Umsetzung sinnvoller Konzepte. Das war unser Ziel.
    Mit besten Grüßen aus Dortmund,

    Dr. Udo Schniedermeier

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