Luxemburg will Rettungsdienst neu regeln


Luxemburg (rd.de) – Das Großherzogtum Luxemburg will seinen Rettungsdienst professionalisieren.

Die Nachricht vom rasenden Sanitäter der Protection Civile, der auf seiner rasanten Anfahrt mit dem Privat-PKW zur Rettungswache seinen Führerschein einbüßte, hat die öffentliche Diskussion um die Organisation des Rettungsdienstes offenbar verstärkt.

In Luxemburg wird der Rettungsdienst – mit Ausnahme des Notarztdienstes und der Berufsfeuerwehr der Stadt Luxemburg – rein ehrenamtlich von Ambulanciers (Sanitäter) durchgeführt. So ergeben sich durch die Anfahrt der Mitarbeiter mit ihren Privatfahrzeugen zur jeweiligen Rettungswache und dann zum Notfallort relativ lange Ausrückzeiten.

Nun kündigt der Innenminister Jean-Marie Halsdorf die praktische Umsetzung eines Gesetzesvorhabens aus dem Jahre 2004 an, dem es bis heute an einer Umsetzungsrichtlinie mangelt.

In einem Interview mit der Zeitschrift „Télécran“ macht der Minister geltend, dass die Bereiche Feuerwehr und Zivilschutz verwaltungstechnisch strikt voneinander getrennt waren, was die Umsetzung des Gesetzes behinderte. Heute habe man eher dass Problem, dass der Gesetzentwurf aus 2004 einer Erneuerung bedarf.

Nun soll der Rettungsdienst neu organisiert werden. Hierfür werden 60 hauptamtliche Mitarbeiter eingestellt und an den wichtigsten Rettungsstationen zum Einsatz gebracht.

Auch die ehrenamtlichen Kräfte sollen künftig eine motivierende Aufwandsentschädigung erhalten: „Es war nicht einfach, die Kollegen in der Regierung davon zu überzeugen, dass Benevolat nicht gleich Benevolat ist“, erklärte der Minister.

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