Luftrettung: SAR-Dienst der Bundeswehr


Köln (rd_de) – Die Bundeswehr stellt im Auftrag des Bundesverkehrsministeriums den SAR-Dienst in Deutschland sicher. Dessen Aufgaben sind die Ortung von überfälligen, vermissten oder abgestürzten Luftfahrzeugen sowie die Rettung deren Besatzungen und möglicher Passagiere.

Sofern SAR-Aufgaben oder militärische Aufträge dem nicht entgegenstehen und ausreichend Kapazitäten vorhanden sind, kann im Rahmen der Amtshilfe auch bei zivilen Notfällen zu Lande und zu Wasser geholfen werden.

In Deutschland existieren zwei SAR-Bereiche mit eigenen Leitstellen. Diese befinden sich in Münster (Nordrhein-Westfalen) sowie Glücksburg (Schleswig-Holstein) und werden vom Heer bzw. der Marine betrieben. Wie im zivilen Rettungswesen, obliegt diesen Leitstellen die Einsatzleitung der Such- und Rettungsmaßnahmen für ihr jeweiliges Zuständigkeitsgebiet. Das heißt, Glücksburg ist für die Bundesländer Schleswig-Holstein und Hamburg, die deutschen Hoheitsgewässer und Inseln sowie das Gebiet des deutschen Festlandsockels zuständig. Dieses Gebiet reicht bis in die zentrale Nordsee und trifft hier auf die britische, dänische und niederländische Wirtschaftszone.

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Im Bereich der Leitstelle Glücksburg existieren SAR-Kommandos auf Helgoland und in Warnemünde, die in Abhängigkeit von der Maschinenverfügbarkeit zwischen Montag und Freitag besetzt sind. Ansonsten wird ein SAR-Hubschrauber vom Standort des Marinefliegergeschwaders 5 (Nordholz) eingesetzt. Ab Windstärke 8 wird nach Möglichkeit ein Hubschrauber nach Helgoland verlegt.

Die SAR-Leitstelle Münster betreut hingegen das gesamte deutsche Festland, ohne Schleswig-Holstein und Hamburg. In ihrem Bereich bestehen mit Holzdorf, Niederstetten und Nörvenich drei SAR-Kommandos. Es handelt sich um SAR-Hubschrauber des Heeres, die vom Transporthubschrauberregiment 30 (Niederstetten) besetzt werden.

Sowohl die SAR-Leitstellen als auch die SAR-Hubschrauber stellen Einrichtungen und Mittel ersten Grades dar. Das heißt, ihre Besatzungen sind in ständiger Bereitschaft. Zum Einsatz kommen bei den Marinefliegern (noch) Hubschrauber vom Typ Westland Sea King MK 41. Sie sollen demnächst durch Maschinen vom Typ NH-90 „Sealion“ ersetzt werden.

Beim Heer werden nach wie vor Bell UH-1D eingesetzt. Hier befindet sich das Nachfolgemuster zurzeit noch in der Erprobungsphase.

(Text: Thorsten Mette, Rettungsassistent beim Militär und seit 2010 in der taktischen Verwundeten-Versorgung im In-und Ausland tätig; Symbolfoto: Bundeswehr; 17.08.2017) [1150]

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