Luftretter ziehen Jahresbilanz
Bonn (rd.de) – Die Einsatzbilanz des Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) und der DRF Luftrettung zeigen übereinstimmend steigende Einsatzzahlen. Die DRF sieht die Luftrettung vor weiteren Herausforderungen.
Die „Retter in Orange“ des Zivilschutzes wurden im letzten Jahr 16.904 Mal zum Einsatz bei Notfällen gerufen. Die fliegenden Notärzte haben insgesamt 10.851 Patienten behandelt und 4.300 in Krankenhäuser transportiert. Als Spitzenreiter weist die Statistik den in Hamburg stationierten Christoph 29 mit 1.910 Rettungseinsätzen aus. Steigende Einsatzzahlen gegenüber dem Vorjahr registriert das Bundesamt für die Luftrettungszentren in Köln, Kassel, Bielefeld, Traunstein und Brandenburg. In Traunstein wurde 29 Mal das Bergetau zur Rettung von Menschen in Not eingesetzt. Christoph 17 in Kempten verzeichnete 27 Bergetaueinsätze.
Ein ähnliches Bild zeichnet die Einsatzbilanz der DRF-Luftrettung. Niemals zuvor wurden die Hubschrauber der DRF Luftrettung in Deutschland häufiger alarmiert als 2010: An 28 Stationen leisteten die rot-weißen Luftretter 33.861 Einsätze, 10 Prozent mehr als noch vor vier Jahren (2007: 30.738). Als Ursache hierfür sieht man den zunehmenden Notärztemangel in ländlichen Regionen und Klinik-Spezialisierungen, die immer öfter den Einsatz der Luftrettung erforderlich machen. Bundesweit einsatzstärkster Hubschrauber der DRF Luftrettung war der Nürnberger Rettungshubschrauber „Christoph 27“ mit 1.619 Einsätzen.
An acht Stationen ist die DRF Luftrettung auch in den Nachtstunden im Einsatz (2010: 1.697 Nachteinsätze). Bundesweit gibt es jedoch keine flächendeckende Versorgung mit Hubschraubern, die rund um die Uhr im Einsatz sind. Deshalb begrüßt die DRF politische Bestrebungen, weitere Nachtflugstationen zu initiieren.
4 Responses to “Luftretter ziehen Jahresbilanz”
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Wenn das BBK für 2009 an Einsätzen 17586 gemeldet hat und jetzt für 2010 nur 16904, dann muss man schon ziemlich häufig in Mathe gefehlt haben um auf “Steigende Einsatzzahlen” zu schließen. Denkt ihr auch, oder schreibt ihr nur?
Gutes Auge! Ich gehe dieser Feststellung gerne nach. Vielleicht übersehen wir, dass der Zivilschutz Standorte (derzeit 12) aufgegeben hat?
Verschiedene Hubschrauber haben in 2010 rückläufige Einsatzzahlen zu verzeichnen. Ich kann die Aussage nach der es eine allgemein steigende Tendenz geben soll, nicht ganz glauben.
Ja, die Leser liegen richtig und ich lag falsch: Die Einsatzzahlen sind leicht rückläufig. Pressemitteilungen wollen immer das höher, schneller, weiter verkaufen. Mit der Auszählung von Stationen die mehr Einsätze geflogen sind, entsteht da ein falscher Eindruck. Das BBK hatte auch 2009 12 Standorte gehabt.
Dramatisch sind die sinkenden Einsatzzahlen gleichwohl nicht.