Linienbus rutschte bei Eisglätte in ein Wohnhaus


Miltenberg (pol) – Bei einem schweren Busunglück sind am Mittwoch Nachmittag in Miltenberg (Unterfranken) zwei Menschen getötet worden. Da der Linienbus bis fast zur Hinterachse in einem Wohnhaus steckte, konnte erst heute mit Sicherheit festgestellt werden, dass das Unglück keine weiteren Todesopfer forderte.

Bei den beiden Getöteten handelt es sich um den 50-jährigen Busfahrer und einen 16-jährigen Fahrgast.

Laut Polizei war der Linienbus gegen 16.45 Uhr in einer leichten, abschüssigen Linkskurve auf schneeglatter Fahrbahn geradeaus weitergefahren. Das Fahrzeug fuhr zunächst durch einen Vorgarten und streife dabei ein Mehrfamilienhaus. Dabei wurden die Balkone im ersten Stock des Anwesens schwer beschädigt.

Bus steckte zu zwei Dritteln im Wohnhaus

Anschließend fuhr der Linienbus wenige Meter später frontal in die ungefähr zwei Meter breite Terrassentüre der Erdgeschosswohnung eines weiteren, leicht vorgesetzten Mehrfamilienhauses. Mit zwei Drittel seiner Länge, also ungefähr acht Meter, drang der Linienbus in das Haus ein, bevor er zum Stehen kam.

Aufgrund der Fahrzeughöhe wurde dabei durch die Geschossdecke des Anwesens das Dach des Fahrzeugs teilweise abgetrennt und in die Wohnung im ersten Obergeschoss geschoben. Auch diese Räume wurden schwer beschädigt.

Als die Rettungskräfte vor Ort eintrafen, galt es zunächst sicherzustellen, dass der Verletzte gerettet und die betroffenen Wohnungen abgesucht wurden, um sicherzustellen, dass sich keine weiteren Personen im Bus oder in den betroffenen Wohnungen befanden. Im Einsatz waren drei Notärzte, fünf Rettungswagen und ein Notfallseelsorger. Die Feuerwehren aus Miltenberg, Großheubach und Breitendiel waren, ebenso wie das Technische Hilfswerk Miltenberg, im Einsatz.

Noch in den Abendstunden war ein Statiker vor Ort. Nach seinen Berechnungen besteht für das Mehrfamilienhaus derzeit keine Einsturzgefahr. Die Bergungsarbeiten, bei denen auch ein Kran eingesetzt war, begannen gegen 21.00 Uhr und dauerten bis 01.00 Uhr an. Dabei wurde zunächst das Dach des Fahrzeugs vollständig abgetrennt und von dem Kran zur Seite in den Vorgarten gehoben. Anschließend gelang es bei den mehrstündigen Arbeiten, den Heckbereich des Linienbusses anzuheben und mit einem schweren Abschleppwagen rückwärts aus dem Haus zu ziehen.

Schon 200 Meter vorher Kontrolle verloren

Nach den bisherigen Ermittlungen war der Linienbus bereits ungefähr 200 Meter vorher auf der abschüssigen Fahrbahn ins Rutschen geraten. Offensichtlich gelang es dem Fahrer bereits an der Einmündung zu einer Querstraße nicht, wie vorgesehen, nach rechts einzubiegen. Das Fahrzeug rutschte deshalb geradeaus weiter.

Nach den momentanen Feststellungen konnte der Fahrer auf dieser Gefällstrecke über 200 Meter seinen schweren Linienbus auf der schneeglatten Fahrbahn nicht mehr unter Kontrolle bringen.

Der 16-jährige Schüler strab noch an der Unfallstelle. Der Busfahrer erlag wenige Stunden später in einer Klinik seinen Verletzungen.

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