Leitstellendisponentin leistet Geburtshilfe


Berlin (BF) – Am Samstag um 16.08 Uhr nahm die Leitstellendisponentin den Notruf eines werdenden Vaters entgegen und leistete telefonische Unterstützung bei der Geburt.

Die als Leitstellendisponentin frisch ausgebildete Rettungsassistentin Esra G. nimmt den Notruf eines werdenden Vaters aus Prenzlauer Berg entgegen. Nach kurzen Vorwehen geht der Geburtsvorgang jetzt überraschend schnell voran. Der Vater meldet, dass der Kopf des Kindes schon fast geboren sei. Die Leitstellendisponentin G. schickt sofort einen Rettungswagen und ein Notarzteinsatzfahrzeug auf den Weg. Doch damit endet Ihre Arbeit nicht. Die Rettungsassistentin fordert den Mann auf, sein Telefon auf die Freisprechfunktion umzuschalten und unterstützt nun die werdenden Eltern telefonisch bei der bevorstehenden Geburt. Sie gibt Anweisungen zur Atemtechnik für die Mutter und sagt dem Vater welche Handgriffe er auszuführen hat, um die Geburt zu erleichtern und das Kind zu schützen. Nach wenigen Minuten ist ein Junge geboren. Der Vater wickelt das Kind in eine warme Decke und versorgt die Nabelschnur nach den Anweisungen der Rettungsassistentin.

Die nun eintreffenden Rettungsdienstkräfte finden ein gut versorgtes Kind und zwei glückliche Eltern vor. Zur routinemäßigen ärztlichen Kontrolle werden Mutter und Kind ins Krankenhaus Maria Heimsuchung in Berlin-Pankow gebracht. Schon am nächsten Morgen sind Mutter, Vater und der kleine Jacob vereint und wohlauf daheim. Der Vater war begeistert: „Die Leitstellenmitarbeiterin war eine ganz große Hilfe für uns.“

3 Responses to “Leitstellendisponentin leistet Geburtshilfe”

  1. Kapunkt on März 1st, 2011 06:56

    Respekt der Berliner Kollegin – wennschon es eigentlich traurig ist, dass die telefonische Unterstützung durch Leitstellenpersonal im Jahr 2011 immer noch erwähnenswert ist. Wieso ist es nicht schon längst Standard, dass die (technische und personelle) Struktur der Leitstellen dies überall und flächendeckend ermöglicht?
    Gelten die ERC-Guidelines 2010 nur für das Personal auf dem RTW oder nicht auch für das Gesamtsystem? Traurig ist, dass Deutschland auch bei diesem Thema in den allermeisten Rettungsdienstbereichen zwei Jahrzehnte oder mehr hinterher hinkt.

  2. Jörn Fries on März 1st, 2011 11:48

    Mit der Nach- bzw. Ausrüstung von KTW, N-KTW und anderen Nicht-RTW-Einsatzfahrzeugen mit automaitisierten externen Defibrillatoren (AED) ist es doch auch so. Vgl. die Pressemitteilung (pm) der Duisburger MTS auf RETTUNG.DE vom heutigen Tage.

    Von daher MUSS man halt manchmal die PresseKEULE anwenden und das eigentlich Normale als Besonderheit darstellen – frei nach dem Motto: „Steter Tropfen höhlt den Stein“!

    Herzliche Grüße aus dem nicht-kommunalen Südwesten der Republik

  3. Thomas on März 2nd, 2011 19:33

    Es geht bei der Pressemitteilung sicher um zwei Dinge, zum einen um die Kollegin welche die Eltern unterstüzt hat, als auch um die standardisierte Notrufabfrage in Berlin bei der derartige Hinweise immer gegeben werden!
    Leider ist diese PM gekürzt, die der Berliner Feuerwehr ist etwas ausführlicher und geht auf die standardisierte Abfrage ein.

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