Leitstellendisponent bewusstlos, Notruf nicht erreichbar


Leer (ps) – In der Nacht von Samstag auf Sonntag war die Einsatzleitstelle in der Kreisverwaltung Leer wegen eines Schwächeanfalls des diensthabenden Mitarbeiters vorübergehend nicht erreichbar. Der Mitarbeiter musste in das Krankenhaus eingeliefert und durch einen anderen Mitarbeiter ersetzt werden.

Der Zwischenfall fiel auf, als die Leitstelle im Landkreis Emsland einen dort eingegangenen Notruf aus dem südlichen Kreis Leer weiterleiten wollte und in Leer niemand reagierte.
Der emsländische Leitstellen-Mitarbeiter rief einen Kollegen aus seiner Leitstelle an, der gerade keinen Dienst hatte und im Landkreis Leer wohnt. Der öffnete zusammen mit der Polizei und dem vorsorglich alarmierten Rettungsdienst die Leeraner Leitstelle, nachdem der Disponent weiterhin weder auf Anruf noch auf Klingelzeichen reagierte. Die Beteiligten fanden ihn dann in nicht ansprechbarem Zustand vor und brachten ihn in ein Krankenhaus.

Eigentlich, so die Auskunft der Kreisverwaltung in Leer, hätte eine genau für diesen Fall installierte Sicherheitstechnik Alarm schlagen müssen. Aus noch ungeklärten Gründen war der „Totmannknopf“ aber deaktiviert worden. Die Kreisverwaltung hat bereits eine Untersuchung eingeleitet, in der die Ursachen dafür festgestellt werden sollen. Gleichzeitig hat Landrat Bernhard Bramlage angeordnet, dass diese Sicherheitstechnik in Zukunft so installiert wird, dass sie nicht mehr ausgeschaltet werden kann.

7 Responses to “Leitstellendisponent bewusstlos, Notruf nicht erreichbar”

  1. Jörn Fries on März 23rd, 2011 14:05

    ZITAT: „Gleichzeitig hat Landrat Bernhard Bramlage angeordnet, dass diese Sicherheitstechnik in Zukunft so installiert wird, dass sie nicht mehr ausgeschaltet werden kann.“

    Wäre es nicht besser, wenn man die Integrierte Leitstelle dort AUS PRINZIPIELLEN GRÜNDEN mit mindestens zwei Disponenten besetzt??? 😉 Und wennn das Einsatzaufkommen für eine ILS dieser Größenordnung zu gering ist, dann hat man ja immer noch die Möglichkeit, sich mit anderen Klein(st)-Leitstellen zu einer bereichsübergreifenden (Regional-)Leitstelle zusammenzuschließen – und das, bitte schön, nicht nur „virtuell“ wie zum Beispiel im Südwesten dieser Republik, sondern REELL!

    WILLKOMMEN IM 21. JAHRHUNDERT!

    Sonnige Grüße aus dem „Wilden Südwesten“

  2. Elendil on März 23rd, 2011 14:19

    Viel besser wäre es auch diese Leitstelle mit 2 (!) Mitarbeitern pro Schicht zu besetzen!!!
    Ich hätte es nicht für möglich gehalten, dass es solche Zustände überhaupt noch gibt!

  3. Stefan on März 23rd, 2011 14:48

    War denn niemandem in der Kreisverwaltung bewußt, daß bei einer „Ein-Mann-Besatzung“ solch eine Situation jederzeit passieren konnte ? Reicht wirklich eine Totmannschaltung um der Fürsorgepflicht des Arbeitgebers zu genügen ? Jetzt sollte endlich Schluß sein mit diesen Zwergenleitstellen in Niedersachsen, die Diskussion läuft ja schon seit fast zehn Jahren ! Hoffentlich geht’s dem Kollegen schon wieder besser !

  4. Poldi on März 23rd, 2011 16:36

    Oh, Wunder im Jahre 2011 gibt es in Deutschland, mit dem angeblich besten Rettungsdienst der Welt, noch eine Ein-Mann Besetzung in der Leitstelle. In Bayern ist dies seit 1995 Vergangenheit, leider auch viel zu spät!
    Ja, so ist er halt der „kommunale Rettungsdienst“ in Deutschland

  5. Status3 on März 24th, 2011 02:17

    Ich glaub’s ja nicht! Ein einziger Disponent besetzt dort die LeiDstelle?

    Was passiert, wenn der Disponent eine Krankenhausanmeldung abwickelt und ein Notruf aufläuft?
    Was passiert, wenn ein größeres Ereignis eintritt, das andernorts mit zwei Disponenten zu handlen wäre?
    Was passiert, wenn der Disponent mal auf’s Klo muss, was sicher öfter mal vorkommt?

    Dann ist der Notruf unbesetzt. Die Kreisverwaltung Leer sollte sich was schämen! Bleibt zu hoffen, dass der Vorfall in der dortigen Presse behandelt wird.

  6. Chris on März 24th, 2011 21:37

    Da arbeiten bestimmt nur Frauen (wegen multitaskingfähig usw.). 😛

  7. Leser112 on März 26th, 2011 14:19

    Es ist nichts seltenes im niedersächsischen Raum das Leitstellen nachts mit nur einem Disponenten besetzt sind.
    ( Cloppenburg, Vechta etc. )
    Viele davon haben nichtmal dieses „Totmann“-System.

    Wenn dann jemand auf Toilette ist muss der anrufer eben ne halbe Minute warten 😉

    Traurig aber wahre Realität.

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