Kostenexplosion beim Digitalfunk


Berlin (rd.de) – Nach Berichten der Tageszeitung „Die Welt“ droht der Digitalfunk für die BOS zu einem Milliardengrab zu werden. Während sich ein flächendeckender Betrieb kaum vor 2014 ergeben wird, laufen die Kosten aus dem Ruder. Der Aufbau des bundesweiten Digitalfunknetzes zieht sich gefährlich in die Länge. Statt 2010 werden nun die Jahre 2013 und 2014 gehandelt. Und diese Verzögerungen gehen ins Geld. Der Haushaltsausschuss des Bundestags hatte offenbar schon im Oktober letzten Jahres 488 Millionen Euro für das Projekt gesperrt. Mehrkosten von 3,6 Milliarden Euro sind bereits absehbar. Eine Ursache für die ungeplanten Mehrkosten ist angeblich der zwischenzeitliche Betrieb des bestehenden Digitalfunknetzes durch die EADS. Ursprünglich sollte die EADS nur den Netzaufbau besorgen. Durch die geplatzten Verhandlungen mit der DB-Networks wurde mit dem Netzaufbau begonnen, ohne dass ein Betreiber für das Netz gefunden war. Der nun im Rahmen einer Ausschreibung bestimmte Betreiber Alcatel-Lucent übernimmt später das fertige Netz. Der zwischenzeitliche Betrieb durch die EADS treibt die Kosten mit jedem weiteren Monat der Verzögerung in die Höhe. Mehr zum Thema: „Milliarden-Debakel beim Digitalfunk“ (Die Welt)

8 Responses to “Kostenexplosion beim Digitalfunk”

  1. Manuel on Februar 27th, 2010 15:05

    Um es salopp zu sagen:

    Ohne jetzt den „Wahrsager“ meinerseits hervorzukehren, der Querverweis auf meine verschiedenen Postings auf Rettungsdienst.de. Hier erwähnte ich an verschiedenen Stellen/Bundesländern bereits in der Vergangenheit die BOS-Digitalfunk-Kostenexplosion – ohne Berücksichtigung der Folgekosten wegen der jährlich anfallenden Betriebskosten. Z.B. in Bayern lt. ersten vorsichtigen Schätzungen rd. 37 Mio Euro – beim Analogfunk rd. 10 Mio. Entspricht einer rd. 4-fachen Kostensteigerung. Auch in anderen Bundesländern belaufen sich diese jährlichen Betriebskosten um einiges höher als beim bisherigen Analogfunk.

    Von den meinerseits schon damals erwähnten sonstigen Gründen für die Kostenexplosion ganz abgesehen.

    Im übrigen der Querverweis auf BOS-Digitalfunkerfahrungen aus den Niederlanden, welche gelinde gesagt keineswegs für den Digitalfunk sprechen. Ein ranghoher niederländischer Feuerwehrmann wusste mir gegenüber „einiges“ darüber zu berichten. Schon allein deshalb wäre die Beibehaltung des bisherigen Analogfunks für Sprechfunkanwendungen DRINGEND angeraten.

    Keineswegs verbessern dürfte sich auf absehbare Zeit die Finanzsituation für die dt. Landkreise/Kommunen. Diese müssen z.B. für Feuerwehren/Rettungsdienste z.B. die Anschaffungskosten für die Digitalfunk-Endgeräte zum grossen Teil allein tragen. Eine genaue Aufschlüsselung dessen, sprengt jedoch den Rahmen dieses Postings.

  2. badner91 on Februar 28th, 2010 09:41

    Das ganze ist ja nicht´s neues. Dieses Drama mit dem Digitalen BOS-Funk werden wir nicht in 4 Jahren lösen. Das wird so laufen, das 2014 dann eine neue Horrormeldung kommt, das es bis 2020 vielleicht funktioniert.

    Wir bauen in unserer Bereitschaft gerade einen „neuen gebrauchten“ ELW aus, bei dem wir auch schon Digitalfunk eingeplant haben. Aber nun stellt sich die frage, ist die Technik von 2000 noch die selbe wie 2020? Dann war die ganze mühe umsonst und man kann alles wieder rausreißen weil es eh nicht funktioniert.

    Ich denke man sollte solangsam mal zu einem Ergebniss kommen, weil sonst wird noch mehr Geld kapput gemacht.

  3. Landsknecht on Februar 28th, 2010 23:44

    Ich bitte um Aufmerksamkeit. Der hier vom User „Manuel“ veröffentlichte Bericht wird von ihm unter verschiedenen Pseudonymen in diversen Foren in jeweils leicht abgewandelter Form gepostet. Der Bericht entspricht keineswegs den Tatsachen sondern ist in weiten Teilen falsch. Der User scheint die Absicht zu haben, in den Kreisen der zukünftigen Nutzern Ängste und Vorbehalte gegen den Digitalfunk an sich zu schüren. Ich bitte jeden, der an dem Thema interessiert bzw. auch davon betroffen ist, sich nicht von solchen Trollpostings verrückt machen zu lassen, sondern sich an die für seine Organisation Verantwortlichen zu wenden. Es existiert bereits in jedem Bundesland eine sog. autorisierte Stelle für den Digitalfunk, die für alle Nutzer verantwortlich ist, hier oder in den zuständigen Länderprojektgruppen können Informationen aus erster Hand bezogen werden. Wer sich vorher ein Bild machen möchte, kann sich über Google auch auf diversen Seiten in Österreich, die ebenfalls mit der Einführung von Tetra25 kämpfen, ein umfassendes Meinungsbild holen.

    An badner91: Mach Dir keine Sorgen wegen der Endgeräte. Das System Tetra25 ist zwar bereits seit vielen Jahren am Markt, bei den Endgeräten ist es jedoch ähnlich wie bei GSM, die Dinger sind immer abwärtskompatibel, die heute angebotene Generation wird noch für viele Jahre aktuell bleiben. Der Preis für die Endgeräte ist, allen Unkenrufen zum trotz, im Bereich zwischen 400-700 Euro anzusiedeln. Das ist, mit Verlaub, Handytarif. Im übrigen funktioniert es auch, frag die Österreicher.

    Noch eins: Auch durch noch so trollige Beiträge ist die Einführung des Digitalfunkes nicht zu verhindern. Ich bin aber daran Interessiert, daß unsere Einsatzkräfte, deren Arbeit ohnehin schon schwierig genug ist, nicht ohne Grund in Unruhe versetzt werden. Diese Leute verdienen es, vernünftig über alle Vor- und auch Nachteile des Digitalfunks informiert zu werden, ein solches Geschmiere ist an dieser Stelle jedoch nicht hilfreich.

  4. Manuel on März 1st, 2010 18:30

    An den User „Landsknecht“ zur Kenntnis, was im übrigen auch das erste und letzte Posting für ihn auf „Rettungsdienst.de“ ist. Ich habe keine Meinung, auf Rettungsdienst.de zu weiteren Auseinandersetzungen in dieser Form:

    Originalteilzitat Landsknecht: Der Bericht entspricht keineswegs den Tatsachen sondern ist in weiten Teilen falsch. Der User scheint die Absicht zu haben, in den Kreisen der zukünftigen Nutzern Ängste und Vorbehalte gegen den Digitalfunk an sich zu schüren.

    Manuel: Ich gebe inhaltlich genau div. Berichte aus den Niederlanden wieder, welche auf Aussagen eines dort tätigen Feuerwehrangehörigen beruhen. Dies von Landskecht in seinem Umgangston als z.B. „Trollpostings“, „ein solches Geschmiere“ usw zu bezeichnen, spricht wohl für sich und keineswegs für „Landsknecht“. Im übrigen praktiziert er diesen Umgangston auch in anderen Foren z.B. Heise.de

    Originalteilziat Landsknecht: Es existiert bereits in jedem Bundesland eine sog. autorisierte Stelle für den Digitalfunk, die für alle Nutzer verantwortlich ist, hier oder in den zuständigen Länderprojektgruppen können Informationen aus erster Hand bezogen werden.

    Manuel: Originalteilzitat „Morgenpost-Online“ v. 25.2.2010: Was beide Minister der Öffentlichkeit vorenthalten haben: Die Kosten – anfangs planten der Bund und Länder mit einem hohen einstelligen Milliardenbetrag – laufen völlig aus dem Ruder.“

    Und genau das betrifft auch die schon meinerseits erwähnten Mängel und Risiken z.B. bezüglich Funkreichweiten. Es müssen z.B. viel mehr Funkmasten/Umsetzer errichtet werden, als geplant. Auf den Punkt gebracht werden von staatlichen Stellen NUR die vermeintlichen Vorteile des BOS-Digitalfunks OHNE jegliche Berücksichtigung irgendwelcher Nachteile etc.. öffentlich genannt.

    Landsknecht und staatliche Stellen scheinen lt. meinem Eindruck die gemeinsame Auffassung zu vertreten: Was nicht sein kann auch nicht sein darf! Auch geringfügigste Abweichler werden von beiden Genannten offenbar gelinde gesagt diskriminiert und als Lügner etc.. dargestellt. Ein Vorgehen was zumindest mir bislang nur aus politischen Diktaturen bekannt ist.

    Darüber hinaus das engl. Originalteilzitat der Motorola „European Patent Application“ v. 26.1.2005: Hence when a MS operates in DMO there is no system controller and therefore no centralised timing synchronisation or infrastructure controlled power control to help minimise interferences.

    Die Übersetzung dessen überlasse ich „Landsknecht“ bzw. den von ihm gepriesenen staatlichen Stellen/Landesbehörden, etc…welche beide wohl absolut unfehlbar scheinen….

    Landsknecht auf Rettungsdienst.de und Lanknecht (ohne ds) auf heise.de – wobei mir Zufälligkeiten schon allein wegen dem dortigen Umgangston unglaubwürdig erscheinen:

    Selbst unter verschiedenen Pseudonymen in Foren posten und im selben Moment anderen daraus einen Vorwurf machen: Vielen Dank für die exemplarische Zurschaustellung seiner Scheinheiligkeit!

  5. Landsknecht on März 1st, 2010 20:33

    Scheinbar habe ich mal wieder getroffen. Der User Manuel ist offenkundig nicht in der Lage, zu verstehen. Es geht nicht an, daß hier angebliche Aussagen eines einzelnen, zumal vom Hörensagen, zur Grundlage eines derart zersetzenden Artikels gemacht werden. Ich erwähnte bereits, dass der Artikel eine Anreihung von kleinen, billigen Taschenspielertricks ist, auf die Leute, die nicht tief in der Materie stecken bzw. nicht informiert sind, natürlich hereinfallen. Zusätzlich scheint er von einer Art Verschwörungstheorie befallen zu sein, anders ist nicht erklärlich, dass er in den autorisierten Stellen/Dienststellen der Länder Verschwörer, die jede Kritik am Funknetz sofort mit unrechtsstaatlichen Mitteln verfolgen, ausfindig gemacht hat.

    Ich kann nur erneut jeden interessierten Leser bitten, sich anhand der von mir genannten Informationsquellen selbst ein Bild von der Lage zu machen.

    Noch eins, User Manuel: Dein englisches Orginalzitat bedeutet, dass ein im DMO arbeitendes Radio nicht auf die im Netzbetrieb wirksame Zeitsynchronisation und Sendeleistungssteuerung zurückgreifen kann, um Interferrenzen zu minimieren. Das heisst also im Umkehrschluss, dass bei der Frequenzplanung bereits Maßnahmen getroffen werden müssen, um Interferenzen auf ein Minimum zu begrenzen. Die Kernaussage des Herstellers ist konkret, nicht wie von Dir unterstellt, ein Eingeständnis mangelhafter Funktion, sondern ein klarer technischer Hinweis an den Funkplaner.
    Aus der Art, wie Du dieses Zitat übersetzt und verwendet hast, ist zu erkennen, dass Du Tetra25 überhaupt nicht verstehst. DMO ist im Vergleich zum Netzbetrieb um ein Vielfaches komplizierter.

  6. Landsknecht on März 1st, 2010 20:36

    Eins noch: Der Username Landsknecht war auf Heise bereits vergeben, hatte ich Pech. Aber Lanknecht ist für einen IT-Informationsdienst ohnehin viel passender.

  7. ska on März 2nd, 2010 16:06

    ich kann Landsknecht nur recht geben. Troll dich.
    Und wenn man wie in NL operativ-taktische Fehler macht, bedeutet es nicht, das man es in D genau so machen muss. In Belgien hat man aus den Fehlern gelernt, in Halle (beim Bahnunglück) ist es nicht (mehr) so „chaotisch“ gelaufen.

  8. Cimolino on März 8th, 2010 18:37

    Hallo,

    ich rate zu Realismus…

    Bisher wurde gerissen
    – jeder Zeitplan
    – jeder Kostenplan

    Zu den Detailproblemen verweise ich auf zig Diskussionen in den letzten Jahren sowie diverse Veröffentlichungen.

    Und der Tip mit den Landes- (oder Bundes-) Dienststellen ist echt „niedlich“…

    Wenn alle so weitermachen wie bisher, fliegt uns das Projekt in Fetzen um die Ohren! Und das liegt NICHT an den paar Leuten, die es gewagt haben, öffentlich kritische Fragen zu stellen…

    Ansonsten würde ich es begrüßen, wenn man jeweils wüsste, wer mit welchen Hintergrund postet. ICH stehe zu dem was ich schreibe!

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