Kohlenmonoxid in Wohngebäude


Mainz (BF) – Am späten Montagabend gegen 23.35 Uhr wurde die Feuerwehr Mainz zu einem Gasgeruch in ein Mehrfamilienhaus in der Mainzer Neustadt alarmiert. Gasgeruch konnte in dem Gebäude zunächst keiner festgestellt werden, jedoch roch es im gesamten Gebäude nach Lösungsmittel der frisch gestrichenen Türen. Zunächst wurde hier die Ursache für den vermeintlichen Gasgeruch vermutet.

Da die Feuerwehr Mainz bei solchen Einsätzen aber mit so genannten Mehrgasmessgeräten vorgeht – diese Geräte können neben Methan (Erdgas) auch andere Gase messen – konnte in einer Wohnung im dritten Obergeschoss eine erhöhte Konzentration des hochgiftigen Gases Kohlenmonoxid gemessen werden. Hier kann man wirklich von einer glücklichen Fügung sprechen, denn Kohlenmonoxid (oder auch CO) ist geruch- und geschmacklos!

Daraufhin wurde das Wohngebäude geräumt, denn auch in anderen Stockwerken waren teilweise massiv erhöhte Werte messbar. Da sich Kohlenmonoxid durch geschlossene Wände ausbreitet, wurden auch die beiden angrenzenden Mehrfamilienhäuser auf erhöhte Gaskonzentrationen untersucht. Tatsächlich konnten in einem Nachbargebäude noch höhere Werte nachgewiesen werden. Auch dieses Gebäude wurde teilweise geräumt.

Zur medizinischen Versorgung der Bewohner waren neben mehreren Rettungswagen auch die Leitende Notärztin und ein Organisatorischer Leiter Rettungsdienst an der Einsatzstelle. Da die genaue Anzahl der Bewohner der beiden Häuser zunächst nicht feststand, wurde für die Dauer des Feuerwehreinsatzes ein Bus der MVG bereitgestellt, in dem die Bewohner untergebracht und vom Rettungsdienst betreut wurden. Die Bewohner der beiden Häuser wurden vor Ort auf mögliche Vergiftungserscheinungen bedingt durch das Kohlenmonoxid untersucht. Zum Glück gab es bei dem Vorfall keinerlei Verletzte.

Mit dem angeforderten Bezirksschornsteinfeger und einem Mitarbeiter der Stadtwerke Mainz Abteilung Gas wurde nach der Ursache für den CO-Austritt gesucht. Die Ursache für die erhöhte Konzentration des giftigen Gases konnte in der Nacht jedoch nicht ermittelt werden, so dass zur Sicherheit alle Feuerstätten in den beiden Wohnhäusern außer Betrieb genommen wurden.

Nach umfangreichen Lüftungsarbeiten wurden mehrfach Kontrollmessungen in den Gebäuden durchgeführt. Hierbei konnten keine erhöhten Konzentrationen mehr festgestellt werden, so dass die Bewohner gegen 02.00 Uhr wieder in ihre Wohnungen zurückkehren konnten. Einige waren zwischenzeitlich bei Freunden und Verwandten untergekommen.

Im Einsatz, der gut drei Stunden dauerte, waren 21 Einsatzkräfte der Feuerwachen 1 und 2. Vom Rettungsdienst waren mit der Leitenden Notärztin, dem Organisatorischen Leiter Rettungsdienst und drei Rettungswagen insgesamt neun Einsatzkräfte vor Ort.

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