Keuchhusten: Robert Koch Institut rät zur Impfung


Berlin (rd.de) – Die Ständige Impfkommission am Robert Koch-Institut rät auch Erwachsenen, ihren Impfschutz gegen Keuchhusten einmalig auffrischen zu lassen – am besten bei der nächst fälligen Auffrischimpfung gegen Tetanus und Diphtherie.

Die Erkrankung wird von Bakterien (Bordetella pertussis) verursacht. Übertragen werden die Krankheitserreger über Tröpfcheninfektionen. Nach der Ansteckung dauert es sieben bis 20 Tage, bevor sich die ersten Krankheitszeichen zeigen, erläutert jameda Gesundheitsredakteurin Dr. Iris Hinneburg in einer Pressemitteilung des Gesundheitsportals.

Beim Robert-Koch-Institut heißt es hierzu: Die Impfkommission hatte aufgrund der epidemiologischen Lage bereits im Jahr 2000 eine Auffrischimpfung für Jugendliche empfohlen, die jedoch noch immer nicht ausreichend umgesetzt wird. Seit 2002 wird außerdem ein deutlicher Anstieg der Pertussis-Inzidenz auch bei jüngeren Kindern ab dem Alter von 5 Jahren beobachtet, von denen ein hoher Anteil vollständig geimpft ist. Daher soll die Auffrischimpfung im Alter von 5 bis 6 Jahren gegen Tetanus und Diphtherie durch eine Impfung gegen Tetanus, Diphtherie und Pertussis (TdaP) ersetzt werden. Die zweite Auffrischimpfung gegen Pertussis soll im Alter von 9 bis 17 Jahren erfolgen.

Grafik: Sanofi Pasteur MSD GmbH

Grafik: Sanofi Pasteur MSD GmbH

Zudem zeigt sich eine deutliche Verschiebung der Erkrankungsfälle ins Erwachsenenalter (siehe Grafik). So lag das Durchschnittsalter 1995 noch bei 15,1 Jahren und stieg bis zum Jahr 2008 auf 41,7 Jahre an. Dies ist unter anderem auch eine Folge des Rückgangs der Immunität mit zunehmendem Abstand zur Impfung bzw. Erkrankung. Zur Verschiebung der Altersverteilung dürfte allerdings auch die Veränderung der Diagnostik beigetragen haben, vermutet die Impfkommission.

Zur Reduzierung der Krankheitslast bei Erwachsenen und zum Schutz von Säuglingen wird seit Juli 2009 empfohlen, alle Erwachsenen bei der nächsten fälligen Impfung gegen Tetanus und Diphtherie auch gegen Pertussis zu impfen.

In der Eingangsphase der Infektion sind Symptome wie Fieber und Mattigkeit noch wenig speziell. Später kommt es dann zu schweren Hustenattacken, die vorzugsweise Nachts auftreten. Der Hustenafall kann so heftig werden, dass er zu Leisten- und Rippenbrüchen führt. Säuglinge laufen Gefahr einen Atemstillstand zu erleiden.

Im Augenblick gibt es keinen Einzelimpfstoff gegen Pertussies. Deshalb sollte man bei einer Impfauffrischung einen Kombiimpfstoff Tetanus-Diphtherie-Keuchhusten (TdaP) wählen. Die Empfehlung der Keuchhustenimpfung für Erwachsene gilt insbesonders für Frauen mit Kinderwunsch und Familienangehörigen mit engem Kontakt zu Neugeborenen sowie für Mitarbeiter im Gesundheitswesen, die regelmäßig Kontakt zu Neugeborenen haben.

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