Keine Entwarnung bei der Mexikogrippe


Berlin (RKI) – Am 10.5.2009 wurde der zwölfte Fall der neuen Grippe in Deutschland bestätigt. Insgesamt sieht das Robert-Koch-Institut zwar eine Entspannung der Situation, aber eine Entwarnung kann noch nicht gegeben werden.

Beim zwölften Erkrankungsfall handelt es sich um eine 27 Jahre alte Frau aus Bayern, die in einem mexikanischen Krankenhaus Patienten mit Atemwegssymptomen behandelt hatte. Insgesamt sind damit neun Erkrankungsfälle aus Mexiko und ein Fall aus den USA eingeschleppt worden, zwei Menschen hatten sich in Bayern bei einem Mexikorückkehrer angesteckt. Die zwölf Fälle verteilen sich auf die Bundesländer Bayern (7), Brandenburg (2), Sachsen-Anhalt (2) und Hamburg (1). Die ersten drei Fälle waren am 29.4.2009 bestätigt worden.

Für Deutschland wird derzeit eine gewisse Stabilisierung gesehen, aber nach wie vor kann keine Entwarnung gegeben werden. Mit weiteren Erkrankungen in Deutschland muss gerechnet werden. Nach derzeitigem Stand ist das Virus gut übertragbar. Hinzu kommt, dass Grippeviren ihr Erbgut ständig verändern. Es muss vor allem die internationale Situation im Auge behalten werden, um auch zukünftig auf neue Entwicklungen rasch und angemessen reagieren zu können.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat das neue Virus am 25.4.2009 als gesundheitliches Risiko von internationaler Bedeutung eingestuft, eine vergleichbare Einstufung gab es beim Auftreten von SARS 2003. Die Weltgesundheitsorganisation hat am 27. April die pandemische Warnphase 4 und am 29. April 2009 die Phase 5 ausgerufen. Phase 5 wird charakterisiert durch eine Mensch-zu-Mensch-Übertragung des Virus in mindestens zwei Staaten einer WHO-Region.

Zusammen mit dem Bundesministerium für Gesundheit und den Ländern hat das RKI die bestehenden Empfehlungen zum Vorgehen in solchen Situationen an die aktuelle Situation angepasst und den Gesundheitsämtern, Krankenhäusern und Ärzten zur Verfügung gestellt. Die Maßnahme-Empfehlungen sind auch auf den Internetseiten des Robert Koch-Instituts abrufbar. Darunter sind auch Empfehlungen für Gesundheitsbehörden vor Ort zum Vorgehen bei einem Neue-Grippe-Verdachtsfall, zur Probenentnahme und Hinweise für Flugpassagiere, in deren Flugzeug sich Personen mit Atemwegserkrankungen aufhielten. Bezüglich des Schutzes des Medizinpersonals greifen die bestehenden Empfehlungen, wie sie bei Influenza üblich sind. Die bei einer Krankenschwester aufgetretene Infektion unterstreichen die Bedeutung dieser Empfehlungen.

Für die Bevölkerung wird nach wie vor keine allgemeine Gefährdung durch die neue Grippe gesehen.

Weltweit sind nach WHO-Angaben inzwischen mehr als 4.000 Menschen an der neuen Influenza erkrankt, die weitaus meisten Fälle traten in Mexiko und in den USA auf. In Europa wurden bislang mehr als 180 Fälle registriert.

Möchten Sie einen Kommentar schreiben?